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V7 Stone 1.500km Erstinspektion (Motoröl 15W50? Getriebeöl und Kardanöl wechseln?)


ShadowRap411

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Weil`s gerade so interessant ist zu vergleichen, schmeiße ich meine Daten auch mal dazu. Meine bisherigen Inspektionen wurden ausschließlich von Werkstätten des Herstellers gemacht. 

1500km: 466,-€

10000km: 312,-€

20000km: 313,-€

30000km: 559,-€

Da mir die Erstinspektion viel zu teuer vorkam, habe ich die Werkstatt gewechselt. Bei der 10Kkm Inspektion hatte ich Getriebe- und Kardanöl mit wechseln lassen. Bei der 30Kkm wurden alle Öle gewechselt, Öl- und Luftfilter sowie Zündkerzen neu, Ventile eingestellt und Bremsflüssigkeit getauscht (5.1).

 

Zum Motoröl habe ich auch eine Meinung. Das Ölvolumen im Motor ist mit 1,8 ltr eh nicht zu üppig bemessen, - für einen Luft-gekühlten Motor wohl bemerkt. Bei Stadtdurchfahrten im Sommer (Bozen oder Meran z.B.) wird jeder Motor heiß. Meine BMW fing da gerne mal das Klappern an. Oder in den Dolomiten die Pässe rauf - hinter einem Linienbus. Toll... Da macht das thermisch höher belastbare 10W-60 vollsynthetisch schon Sinn und bietet Reserven, auf die ich nicht verzichten möchte. Wenn der Händler solches Öl nicht führt würde ich es selbst besorgen und beistellen.

Edited by Monti
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Weißt du noch wie viele AW für deine 1. Inspektion angedacht waren? @Monti

Ich habe wegen der Füllmenge vom Öl iwo mal 1,8 OHNE Filtertausch und 2L MIT Filtertausch gelesen, aber wenn ich schon einen Ölwechsel mache, kann ich für die paar € auch gleich den Filter mitmachen.

Und ja 10W60 habe ich bei der Werkstatt bestellen lassen.

Wenn die Werkstatt von den 30AW auch wirklich 30AW für die Inspektion aufbringt und alles ordentlich macht (Öl warm tauschen und Ventilspiel ordentlich prüfen, dann lasse ich mir den Preis ja noch gefallen.)

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vor 9 Minuten schrieb ShadowRap411:

Weißt du noch wie viele AW für deine 1. Inspektion angedacht waren? @Monti

Ich habe wegen der Füllmenge vom Öl iwo mal 1,8 OHNE Filtertausch und 2L MIT Filtertausch gelesen, aber wenn ich schon einen Ölwechsel mache, kann ich für die paar € auch gleich den Filter mitmachen.

Und ja 10W60 habe ich bei der Werkstatt bestellen lassen.

Wenn die Werkstatt von den 30AW auch wirklich 30AW für die Inspektion aufbringt und alles ordentlich macht (Öl warm tauschen und Ventilspiel ordentlich prüfen, dann lasse ich mir den Preis ja noch gefallen.)

Ja weiss ich. Es waren 22 AWs laut Rechnung. Und es sind 1,8 ltr mit Filterwechsel. Der wurde bei allen Inspektionen gewechselt. Wer den alten drin lässt ist einfach nur blöd.

In Großstädten wie München sind die Preise halt höher als außerhalb. So war`s bei mir. Und ich habe meine Rückenschmerzen nicht davon, dass ich mich ständig bücke, um Geld von der Straße aufzuklauben. Ich habe dafür hart gearbeitet, und wenn ich den Eindruck gewinne abgezockt zu werden, dann gehe ich woanders hin. So einfach ist das. Lass Dich nicht verarschen!!!

Edited by Monti
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vor 9 Stunden schrieb ShadowRap411:

Mich würden die AW´s interessieren @VinoGuzzi

Materialkosten sind es bei der Wartung nach Plan ca. 100€ demnach bleiben 196€ für die Arbeitszeit. Ich schätze bei dir wurden so 18AW veranschlagt, also 90 Minuten.

 

Nun hier ist meine Rechnung. Richtiges Öl, 16 AW und anbei noch der Wartungsplan, also 80 Minuten für die 1. Inspektion.

 

 

IMG_20260414_183412.jpg

IMG_20260414_183658.jpg

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Moin,

meine V85TT stammte aus 1.Hand.

Hier die Wartungskosten der ersten 3 Inspektionen:

1500km Inspektion  bei 1496km   346,98

Jahresinspektion     bei 6132km   222,29

10000 km Insp.        bei 8860km  479,95

Jahresinspektion     bei 11927km  388,89

Gruß

Holger

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vor einer Stunde schrieb VinoGuzzi:

Nun hier ist meine Rechnung. Richtiges Öl, 16 AW und anbei noch der Wartungsplan, also 80 Minuten für die 1. Inspektion.

 

 

IMG_20260414_183412.jpg

IMG_20260414_183658.jpg

Wow danke!

Verrückt, dass die Wartung einer Guzzi für den USA-Lateinamerikanischen Markt wohl nur 80 Minuten dauert, in Deutschland bei mir 150 Minuten :D

Die Zeitangaben sind in meinem Handbuch nicht vorhanden. Finde ich aber gut. Eine routinierte Werkstatt sollte sich schon daran orientieren können. Gut da kommt noch bissl was drumherum dazu, aber länger als 120 Minuten sollte der ganze Kram bei mir eigentlich nicht dauern.

Danke!

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vor 13 Stunden schrieb ShadowRap411:

Wow danke!

Verrückt, dass die Wartung einer Guzzi für den USA-Lateinamerikanischen Markt wohl nur 80 Minuten dauert

Da hast Du was falsch verstanden.  Die

image.png.9dbcea3fb03444537639ac8ddd3c4a75.png

kommt *nach* der Überschrift, nicht davor. Die Tabelle die @VinoGuzzi gepostet hat, ist die für Europa.

Die dauert dann aber bei dem Modell üblicherweise überall 80 min... 

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vor 18 Minuten schrieb Corinna:

Da hast Du was falsch verstanden.  Die

image.png.9dbcea3fb03444537639ac8ddd3c4a75.png

kommt *nach* der Überschrift, nicht davor. Die Tabelle die @VinoGuzzi gepostet hat, ist die für Europa.

Die dauert dann aber bei dem Modell üblicherweise überall 80 min... 

Ja das die Zeiten überall gleich sind ist  mir klar. Das war ein Witz der hier als Text schlecht rüberkam :D

Das die Überschrift nach der Tabelle kommt war mir tatsächlich nicht bewusst.

Danke für die Auflösung

 

 

Edited by ShadowRap411
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Der Arbeitsaufwand, wäre ÖL ablaufen lassen, Filter wechseln, Luftfilter ebenso, Sichtkontrollen zwischendurch Bremse, Bremsflüssigkeit Undichtigkeiten. Man kennt die üblichen Verdächtigen. Ventile einstellen dauert nochmals 20 Minuten. Ich behaupte in einer Fachwerkstatt mit Mechanikern die das alles täglich machen alles zusammen 45 Minuten. Länger bräuchte ich nicht. Als nicht-Italiener versteht ihr das aber nicht, eigentlich sind es 45 Minuten technische Arbeit plus 45 Minuten Diskusionen mit dem Cheffe und Cappuccino trinken dabei.

Grüße , mako

 

 

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vor 24 Minuten schrieb mako:

Als nicht-Italiener versteht ihr das aber nicht, eigentlich sind es 45 Minuten technische Arbeit plus 45 Minuten Diskusionen mit dem Cheffe und Cappuccino trinken dabei.

Da musste ich gerade an einen alten Spruch von Ephraim Kishon denken (kennt den noch jemand?). In seinem Buch "Der seekranke Walfisch" schreibt er über die drei großen Sprachgruppen der Schweiz:

"Die Deutschen sprechen französisch und italienisch, die Franzosen sprechen französisch, und die Italiener sprechen über die Arbeitsbedingungen." 🤣

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vor 36 Minuten schrieb Corinna:

Da musste ich gerade an einen alten Spruch von Ephraim Kishon denken (kennt den noch jemand?). In seinem Buch "Der seekranke Walfisch" schreibt er über die drei großen Sprachgruppen der Schweiz:

"Die Deutschen sprechen französisch und italienisch, die Franzosen sprechen französisch, und die Italiener sprechen über die Arbeitsbedingungen." 🤣

Corinna...die meisten "Jahrgänge" aller Guzzi-Fahrer kennen Ephraim Kishon noch. Weißt du übrigens wie er seine Frau "liebevoll" genannt hat? Er hat sie "Popo" genannt weil (laut Kishon) ein bedeutender Teil von ihr besonders schön ist. 

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Hallo zusammen.

 

Der Thread entwickelte sich teilweise in eine amüsante Richtung. Welches-Öl-ist-das-richtige. Ich war geneigt mir Popcorn und Bier zu holen während ich mitlese.

 

Nun doch mein Senf.

Mein ganzes Arbeitsleben arbeite ich in Entwicklungsteams. Automobilindustrie und „andere“ Industrien. Ich war und bin teilweise an der Auswahl von u.a. Kühl- und Schmiermitteln sowie Klebstoffen beteiligt.

 

Vorab-Fazit:

Die Vorstellung dass ein Fahrzeughersteller ein Öl festgelegt und nur dieses eine Öl die Funktion über Lebensdauer erfüllt, ist absurd.

Die Entscheidung/Festlegung auf ein Öl wird von Menschen getroffen.

Wenn wir davon ausgehen, dass die Entscheidung auf rein technischer Basis getroffen wird, stimmt zwar die Richtung, jedoch vergessen wir den Aspekt Mensch.

Meschen werden beeinflußt von Zugang zu Wissen, Erfahrung, Charakter, Gefühlen, Lebensumfeld usw.

Die Festlegung auf ein Motoröl wird im Team von unterschiedlichen Menschen getroffen.

Es gibt immer einen Blumenstrauß an Ölen die technisch geeignet sind.

 

Anbei ein Bild aus dem Handbuch für eine Honda XR600 (luftgekühlt, Einzylinder, 600ccm). Damals hatte man dem Nutzer/Fahrer die Freiheit gelassen, je nach Umgebungstemperaturbereich, ein Öl aus verschiedenen möglichen Viskositäten auszuwählen. Sechs verschiedene Viskositätsklassen bei Mehrbereichsölen waren laut Hersteller, OK. In der heutigen Zeit, der Nicht-mitdenkenden, der Vollkaskomentalität und vielleicht auch den Foren-Diskussionen geschuldet 🤭 ist es wohl nur noch möglich, genau eine einzige Vorgabe zu veröffentlichen.

 

Wie läuft´s konkret:

Die Auswahl von Materialien trifft, bei simplen Bauteilen/Zusammenhängen, ein Entwickler. Ein einziger Mensch.

Bei komplexeren Zusammenhängen, sitzt man zusammen und evaluiert geeignete Materialien/Betriebsmittel. Diese Entscheidung wird ganz anders getroffen.

Entwickler/Konstrukteure arbeiten in Teams.

Motor. Jeder Bereich des Motors wird durch ein spezialisiertes Konstruktionsteam abgedeckt.

Kurbeltrieb; Ventiltrieb; Kühlung; Fluidtechnik; Gehäuse; Aggregate ... usw..

Jetzt wird jeder Teilbereich, jedes Einzelteam, eine Menge x an Ölen betrachten (vorerst theoretisch betrachten) und ein- oder zwei- oder mehr, Favoriten haben. Plus eine Menge an Ölen die nicht ideal sind- aber durchaus funktionieren.

In Summe, für den Motor mit allen ölberührten Teilen, wird es einen Blumenstrauß an Ölen geben, die die Funktion erfüllen.

 

Als nächstes ordnet der Konstruktionsleiter und/oder Projektleiter an, dass sich die Konstruktionsgruppe auf ein Öl festlegt, welches dann im Konzern weiter kommuniziert wird.

Das Team sitzt also zusammen, inklusive Beschaffung und Controlling.

Beschaffung schaut auf Verfügbarkeit der Öle in entsprechenden geographischen Regionen und dass die Ölhersteller die Verfügbarkeit auch in mehreren Jahren noch zusagen.

Controlling wird drauf achten, dass keine Sonderöle von der Konstruktion ausgewählt werden die z.B. 100 EUR pro Liter kosten.

 

Nun befinden wir uns im Meeting, wo die Entscheidung getroffen wird, welches Öl im Handbuch stehen soll. Da sitzen Menschen, keine Roboter! Und da menschelt es. Es gibt Kontrukteure die sind introvertiert, leise und scheuen die Konfrontation in einer Gruppe. Und es gibt Konstrukteure die sind selbstbewußt, laut und durchsetzungsstark. Und es gibt alles dazwischen.

Was passiert jetzt? Wird das Öl mit dem besten Kompromiss für alle Motor-Entwicklungs-Teilbereiche festgelegt? Mit Sicherheit nicht. Denn da sitzen Menschen verschiedenen Charakters zusammen. Natürlich gibt die Qualität es eine Entscheidungsmatrix vor, um Wildwuchs zu vermeiden. Jedoch/und, diejenigen die ihr „Favoritenöl“ in der Entscheidungsgruppe am stärksten verteidigen können ohne dass es ein technisches Ausschlusskriterium in anderen Bereichen ist, deren Öl wird am Ende im Handbuch landen. Über das final festgelegte Öl ist mit Sicherheit nichts negatives zu sagen. Da liegen aber noch ein paar andere Öle auf dem Tisch, die ebenso hätten im Handbuch landen können.

Manchmal ist es die Krankheit oder der Urlaub eines entscheidenden Mitarbeiters in solch einer Runde, weshalb man mit diesem einen Öl weiter arbeitet und nicht mit dem anderen Öl.

 

FunFact Ölmenge:

Mir ist bei meinem 15 Jahre alten Auto letzte Woche das Plastikteil vom Ölpeilstab abgebrochen. Teilenummer xy und Revision „AC“ sind auf dem Peilstab eingeprägt. Wollte ich einen neuen Ölpeilstab bestellen. Revision „AC“ wurde im Jahr 2015 durch Revision „AD“ ersetzt.

Ich stellte fest, dass „AD“ um 1,5cm länger ist als „AC“ (siehe Foto). Da, wo für mich seit 15 Jahren der „ADD“ Bereich am Peilstab anfängt, liegt heute die „MAX“ Markierung 😆. Beim Hersteller nachgefragt. Nachdem dieser Motortyp damals 4 Jahre auf dem Markt war, hat man festgestellt dass häufig 0,5 – 1 Liter mehr Öl im Motor ist als nötig. Der Hersteller hat einen längeren Peilstab eingeführt. Es gab keinen Rückruf oder Zwang zum Umtausch. Beide Ölpeilstäbe funktionieren. 😅

Ganz offenbar funktionieren Motoren innerhalb einer wesentlich größeren Schwankung der Ölmenge, als wir Laien uns das hier vorstellen. Unser Ölpeilstab/Schauglas (und Foren-Diskussionen 😉) suggerieren etwas anderes. Kurzum - blos nicht verunsichern lassen und die Sache etwas relaxter sehen! 😉

 

IMG_9452.jpeg

Oil dipstick Ver C and D.jpeg

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vor 52 Minuten schrieb Moondog:

Hallo zusammen.

 

Der Thread entwickelte sich teilweise in eine amüsante Richtung. Welches-Öl-ist-das-richtige. Ich war geneigt mir Popcorn und Bier zu holen während ich mitlese.

 

Nun doch mein Senf.

Mein ganzes Arbeitsleben arbeite ich in Entwicklungsteams. Automobilindustrie und „andere“ Industrien. Ich war und bin teilweise an der Auswahl von u.a. Kühl- und Schmiermitteln sowie Klebstoffen beteiligt.

 

Vorab-Fazit:

Die Vorstellung dass ein Fahrzeughersteller ein Öl festgelegt und nur dieses eine Öl die Funktion über Lebensdauer erfüllt, ist absurd.

Die Entscheidung/Festlegung auf ein Öl wird von Menschen getroffen.

Wenn wir davon ausgehen, dass die Entscheidung auf rein technischer Basis getroffen wird, stimmt zwar die Richtung, jedoch vergessen wir den Aspekt Mensch.

Meschen werden beeinflußt von Zugang zu Wissen, Erfahrung, Charakter, Gefühlen, Lebensumfeld usw.

Die Festlegung auf ein Motoröl wird im Team von unterschiedlichen Menschen getroffen.

Es gibt immer einen Blumenstrauß an Ölen die technisch geeignet sind.

 

Anbei ein Bild aus dem Handbuch für eine Honda XR600 (luftgekühlt, Einzylinder, 600ccm). Damals hatte man dem Nutzer/Fahrer die Freiheit gelassen, je nach Umgebungstemperaturbereich, ein Öl aus verschiedenen möglichen Viskositäten auszuwählen. Sechs verschiedene Viskositätsklassen bei Mehrbereichsölen waren laut Hersteller, OK. In der heutigen Zeit, der Nicht-mitdenkenden, der Vollkaskomentalität und vielleicht auch den Foren-Diskussionen geschuldet 🤭 ist es wohl nur noch möglich, genau eine einzige Vorgabe zu veröffentlichen.

 

Wie läuft´s konkret:

Die Auswahl von Materialien trifft, bei simplen Bauteilen/Zusammenhängen, ein Entwickler. Ein einziger Mensch.

Bei komplexeren Zusammenhängen, sitzt man zusammen und evaluiert geeignete Materialien/Betriebsmittel. Diese Entscheidung wird ganz anders getroffen.

Entwickler/Konstrukteure arbeiten in Teams.

Motor. Jeder Bereich des Motors wird durch ein spezialisiertes Konstruktionsteam abgedeckt.

Kurbeltrieb; Ventiltrieb; Kühlung; Fluidtechnik; Gehäuse; Aggregate ... usw..

Jetzt wird jeder Teilbereich, jedes Einzelteam, eine Menge x an Ölen betrachten (vorerst theoretisch betrachten) und ein- oder zwei- oder mehr, Favoriten haben. Plus eine Menge an Ölen die nicht ideal sind- aber durchaus funktionieren.

In Summe, für den Motor mit allen ölberührten Teilen, wird es einen Blumenstrauß an Ölen geben, die die Funktion erfüllen.

 

Als nächstes ordnet der Konstruktionsleiter und/oder Projektleiter an, dass sich die Konstruktionsgruppe auf ein Öl festlegt, welches dann im Konzern weiter kommuniziert wird.

Das Team sitzt also zusammen, inklusive Beschaffung und Controlling.

Beschaffung schaut auf Verfügbarkeit der Öle in entsprechenden geographischen Regionen und dass die Ölhersteller die Verfügbarkeit auch in mehreren Jahren noch zusagen.

Controlling wird drauf achten, dass keine Sonderöle von der Konstruktion ausgewählt werden die z.B. 100 EUR pro Liter kosten.

 

Nun befinden wir uns im Meeting, wo die Entscheidung getroffen wird, welches Öl im Handbuch stehen soll. Da sitzen Menschen, keine Roboter! Und da menschelt es. Es gibt Kontrukteure die sind introvertiert, leise und scheuen die Konfrontation in einer Gruppe. Und es gibt Konstrukteure die sind selbstbewußt, laut und durchsetzungsstark. Und es gibt alles dazwischen.

Was passiert jetzt? Wird das Öl mit dem besten Kompromiss für alle Motor-Entwicklungs-Teilbereiche festgelegt? Mit Sicherheit nicht. Denn da sitzen Menschen verschiedenen Charakters zusammen. Natürlich gibt die Qualität es eine Entscheidungsmatrix vor, um Wildwuchs zu vermeiden. Jedoch/und, diejenigen die ihr „Favoritenöl“ in der Entscheidungsgruppe am stärksten verteidigen können ohne dass es ein technisches Ausschlusskriterium in anderen Bereichen ist, deren Öl wird am Ende im Handbuch landen. Über das final festgelegte Öl ist mit Sicherheit nichts negatives zu sagen. Da liegen aber noch ein paar andere Öle auf dem Tisch, die ebenso hätten im Handbuch landen können.

Manchmal ist es die Krankheit oder der Urlaub eines entscheidenden Mitarbeiters in solch einer Runde, weshalb man mit diesem einen Öl weiter arbeitet und nicht mit dem anderen Öl.

 

FunFact Ölmenge:

Mir ist bei meinem 15 Jahre alten Auto letzte Woche das Plastikteil vom Ölpeilstab abgebrochen. Teilenummer xy und Revision „AC“ sind auf dem Peilstab eingeprägt. Wollte ich einen neuen Ölpeilstab bestellen. Revision „AC“ wurde im Jahr 2015 durch Revision „AD“ ersetzt.

Ich stellte fest, dass „AD“ um 1,5cm länger ist als „AC“ (siehe Foto). Da, wo für mich seit 15 Jahren der „ADD“ Bereich am Peilstab anfängt, liegt heute die „MAX“ Markierung 😆. Beim Hersteller nachgefragt. Nachdem dieser Motortyp damals 4 Jahre auf dem Markt war, hat man festgestellt dass häufig 0,5 – 1 Liter mehr Öl im Motor ist als nötig. Der Hersteller hat einen längeren Peilstab eingeführt. Es gab keinen Rückruf oder Zwang zum Umtausch. Beide Ölpeilstäbe funktionieren. 😅

Ganz offenbar funktionieren Motoren innerhalb einer wesentlich größeren Schwankung der Ölmenge, als wir Laien uns das hier vorstellen. Unser Ölpeilstab/Schauglas (und Foren-Diskussionen 😉) suggerieren etwas anderes. Kurzum - blos nicht verunsichern lassen und die Sache etwas relaxter sehen! 😉

 

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Stimmt ja alles. Aber wenn man seine Garantieansprüche wahren will, muss halt das vorgeschriebene Öl in den Motor. Ist heutzutage eben so.

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Das Thema Öl zieht sich wie ein roter Faden durch alle möglichen Foren, die mit Motoren zu tun haben. Und es gibt mindestens doppelt so viele Meinungen wie Ölsorten und Viskositätsklassen dazu.

Ich fahre seit Jahren in allen meinen Fahrzeugen ( auch Oltimer ) ein vollsynthetisches 10-W60-Öl von Mannol und hatte noch nie Probleme. O.K., vielleicht fährt man als Rentner immer schön sutsche und dreht nicht in den roten Bereich.

Ich denke, sofern die Öle keine anderen Aufgaben wie die Motorschmierung, nämlich z.B. im Ölbad laufende Kupplungen oder Riemen, erfüllen müssen, ist die Auswahl des Öles eine Glaubensfrage, die, auch dank Normungen, jeder für sich beantworten kann und muß.

Und nun viel Spaß beim Grübeln und Auswählen... 😉😅

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Danke für die ausführliche Erklärung @Moondog 

Natürlich funktioniert auch ein 15W50 Öl für die meisten Guzzi Fahrer. Aber die Physik lässt sich nunmal nicht überlisten und wenn ich mit dem 10W60 einen größeren Temperaturbereich abdecken kann, indem das Öl so funktioniert wie es soll, dann würde ich mir diese Reserve ungern nehmen lassen (und die Garantie). Weiß die Werkstatt, ob ich die nächsten 7000km mit der Guzzi in Afrika rumfahren möchte? 

Zusatzfrage an @Moondog: Wieso schreibt Guzzi dann nicht in die Anleitung 15W50 ist ebenfalls ok? Oder 20W50 oder 20W60? Gut ist der Kaltstart bissl zäh aber wer fährt bei -15 °C Motorrad? (Darauf brauche ich keine Antwort, es gibt genug die auch im Winter fahren :D )
Ich denke, weil man sich absichern will und man mit dem 10W60 einen größeren Bereich abdeckt.

Ich würde verstehen, wenn im Handbuch 15W50 steht, die Werkstatt aber 10W60 einfüllen will, aber das "schlechtere" Öl einfüllen wollen, ist irgendwie Quatsch.

Es geht mir hier auch primär um die Garantie und den ganzen Stress den ich vermeiden will. Auch wenn 15W50 bei den Temperaturen zu denen ich fahre, genauso funktioniert wie das 10W60, aber ich will da halt nichts dem Zufall überlassen. Ich kenne mein Glück :D

 

Zur Füllmenge kann ich nur sagen: 0,5L Öl die dir beim Auto fehlen machen bei 4,5L Öl im Auto nicht sooo viel aus, mag schon sein. Ob ich die Guzzi mit weniger als 1,8L Öl (auf Dauer) fahren will weiß ich nicht...1,8L sind schon nicht viel und wenn da mal 200-400ml fehlen, kann es sicher blöd werden. Hier würde mir dann das empfohlene 10W60 zu Gute kommen...weniger Öl wird schneller warm und kann weniger Wärme abführen, wird heißer und dann käme das 15W50 schneller an seine thermische Grenzen.
Ich bin weder im Motorenbau zuständig noch sonst irgendwie Mechaniker, ich weiß nur wenn ich 1,6L Wasser in meinem Wasserkocher heiß mache, dann ist das schneller auf 100°C, als 2L Wasser die ich auf 100°C bringen will :D 
Das wird auch beim Öl so sein, aber wie groß oder klein der zeitliche Unterschied ist weiß ich nicht.

Wenn ich das Motorrad normal fahre, wird schon alles passen, aber wer gern schnell und sportlich fährt, dem reicht das dann vielleicht nicht mehr. Klar, wer auf die Rennstrecke will sollte sich vielleicht keine V7 kaufen, aber es geht bei dem ganzen Öl-Typ und Menge eher darum sich gegen "Grenzfälle" abzusichern...meiner Meinung nach.

Edited by ShadowRap411
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  • ShadowRap411 changed the title to V7 Stone 1.500km Erstinspektion (Motoröl 15W50? Getriebeöl und Kardanöl wechseln?)

Das mit der Garantie kann ich nachvollziehen. Auch der Grund warum meine Guzzi bis Ende der Garantiezeit zum Händlerservice geht. Hab allerdings nicht nachgeschaut- oder verglichen, welches Öl die eingefüllt haben. Liegt wohl daran dass mir lediglich wichtig ist, dass überhaupt Öl drin ist (ich erwarte auch keinen Motorschaden 🤭).

Bei all meinen Fahrzeugen die ich habe und hatte (auch Auto- und das Auto meiner Frau, wo ich alle Durchsichten seit Ablauf der Garantie selber mache) bin ich penibel hinterher, ständig zu gucken dass genug Öl drin ist. Bei der Viskosität richte ich mich prinzipiell an die Herstellervorgabe. Es sei denn, ich hab nicht exakt das Richtige- aber  so ähnliches Öl in der Garage - dann nehme ich ein Ähnliches. Und ich fülle auch nach, was so da ist. Entweder das Gleiche oder ein ähnliches Öl. Hat sich noch kein Auto oder Motorrad drüber beschwert 😇 

Ich weiß es klingt nachlässig. Bitte seht es mir nach, dass ich mit sehr gutem Gewissen seit langem so fahre. 😊

Welches Öl die in der Werkstatt einfüllen und warum ein eventuell minderwertiges Öl verwendet wird? Da würde ich wieder den Faktor Mensch nicht unterschätzen. Eventuell bekommt der Eigentümer, der irgendwie seine Leute bezahlen muss, das eine Öl viel kostengünstiger ran als das "richtige" Öl. Vielleicht hat auch der Mechaniker einen schlechten Tag oder war nicht ganz bei der Sache und hat das Öl aus dem falschen Faß eingefüllt. Die Liste könnte man fortführen. 

Ein Kumpel von mir war Mechatroniker bei XYZ (Auto) in der Vertragswerkstatt. Er hat jedes Wochenende eine feine Abhandlung gehalten, was die Kerle (auch er) in der vergangenen Woche beim Service an Kundenfahrzeugen alles ausversehen angestellt haben 🫣 Das bekommst Du als Kunde gar nicht mit und fährst höchst sorgenfrei 😆

Seine Geschichten aus der Vertragswerkstatt mit excellentem Ruf im Umland, motivieren mich immer wieder, Wartungen und Reparaturen selber durchzuführen.

Viel Spaß noch 🙂

Frank  

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Moin,

ist ja vieles richtig...

es kommt sogar noch ein anderer Aspekt hinzu:

früher gab es von AGIP (heute ENI) noch einen Großvertrag und seinen speziellen Konditionen (Abhnahmepreise) mit dem Moto Guzzi Werk, daher wurden diese Öle eingefüllt und empfohlen.

In anderen Zeiten gab es auch Verträge und deren Konditionen mit Castrol...

(manchmal ist es wie bei Ölen: es bleibt ein wenig schmierig 😇😂..also passt auch ein wenig Schmiergeld 😉)


Ich fahre immer 10W60 in allen meinen Guzzi`s und bleibe bei Agip/ENI.

sind italienische Öle und ich fahre italienische Motorräder (eben emotionaler empfunden) dazu kommt der praktische Nutzen: das ich in Italien

das große Tankstellennetz von Agip/Eni habe, also somit auch das Öl an der Tanke.

 

Aber etwas wichtiges, für Moto Guzzi MOTORRAD Motoren,  durch Schräglagen beim Motorradfahren wirken auch die Flieh- und Kreiselkräfte 

daher ist ES BESONDERS WICHTIG, (nochmal: völlig anders als bei PKW Motoren)

das der korrekte Ölstand drin ist.

Bei einem Auto gibt es diese Fliehkräfte nicht, es fährt auf allen Rädern immer gerade...außer bei extremen Motorsport (z.B. Formel 1)

Ist zu wenig Öl drin, kann es in Kurven unter Umständen vorkommen, das die Ölpumpe Luft statt Öl bekommt...Motorschäden Gefahr.

Ist in einem Guzzi Motor zu viel Öl drin, drückt es das überschüssige Öl in den Luftfilter oder in die heutigen Entlüftungsschläuche.

Gruß

Holger

 

Edited by holger333
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vor einer Stunde schrieb holger333:

Moin,

ist ja vieles richtig...

es kommt sogar noch ein anderer Aspekt hinzu:

früher gab es von AGIP (heute ENI) noch einen Großvertrag und seinen speziellen Konditionen (Abhnahmepreise) mit dem Moto Guzzi Werk, daher wurden diese Öle eingefüllt und empfohlen.

In anderen Zeiten gab es auch Verträge und deren Konditionen mit Castrol...

(manchmal ist es wie bei Ölen: es bleibt ein wenig schmierig 😇😂..also passt auch ein wenig Schmiergeld 😉)


Ich fahre immer 10W60 in allen meinen Guzzi`s und bleibe bei Agip/ENI.

sind italienische Öle und ich fahre italienische Motorräder (eben emotionaler empfunden) dazu kommt der praktische Nutzen: das ich in Italien

das große Tankstellennetz von Agip/Eni habe, also somit auch das Öl an der Tanke.

 

Aber etwas wichtiges, für Moto Guzzi MOTORRAD Motoren,  durch Schräglagen beim Motorradfahren wirken auch die Flieh- und Kreiselkräfte 

daher ist ES BESONDERS WICHTIG, (nochmal: völlig anders als bei PKW Motoren)

das der korrekte Ölstand drin ist.

Bei einem Auto gibt es diese Fliehkräfte nicht, es fährt auf allen Rädern immer gerade...außer bei extremen Motorsport (z.B. Formel 1)

Ist zu wenig Öl drin, kann es in Kurven unter Umständen vorkommen, das die Ölpumpe Luft statt Öl bekommt...Motorschäden Gefahr.

Ist in einem Guzzi Motor zu viel Öl drin, drückt es das überschüssige Öl in den Luftfilter oder in die heutigen Entlüftungsschläuche.

Gruß

Holger

 

Bei den HDI Dieselmotoren von Peugeot, die unter anderem auch im Ford Konzern gerne verbaut wurden, auch in Volvos (gehörten die nicht auch zu Ford eine Zeit lang?), wurde irgendwann ein kürzerer Ölpeilstab eingeführt und die Füllmenge erhöht, weil es bei Kurvenfahrt und niedrigem Ölstand vorkommen konnte, dass Luft angesaugt wird, was der Turbolader so garnicht mochte. Kommt also auch bei den Blechkisten vor.

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Ich habe gerade mal geschaut was ich letztes Jahr für die 1500er bei meiner Stone gezahlt habe.
Es waren 399,75 plus mwst.. Inkl. Ventildeckeldichtung, Getriebeöl und dem richtigen Motoröl. 😆

Edited by Andraxxx
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vor 20 Stunden schrieb Moondog:

Hallo zusammen.

 

Der Thread entwickelte sich teilweise in eine amüsante Richtung. Welches-Öl-ist-das-richtige. Ich war geneigt mir Popcorn und Bier zu holen während ich mitlese.

 

Nun doch mein Senf.

Mein ganzes Arbeitsleben arbeite ich in Entwicklungsteams. Automobilindustrie und „andere“ Industrien. Ich war und bin teilweise an der Auswahl von u.a. Kühl- und Schmiermitteln sowie Klebstoffen beteiligt.

 

Vorab-Fazit:

Die Vorstellung dass ein Fahrzeughersteller ein Öl festgelegt und nur dieses eine Öl die Funktion über Lebensdauer erfüllt, ist absurd.

Die Entscheidung/Festlegung auf ein Öl wird von Menschen getroffen.

Wenn wir davon ausgehen, dass die Entscheidung auf rein technischer Basis getroffen wird, stimmt zwar die Richtung, jedoch vergessen wir den Aspekt Mensch.

Meschen werden beeinflußt von Zugang zu Wissen, Erfahrung, Charakter, Gefühlen, Lebensumfeld usw.

Die Festlegung auf ein Motoröl wird im Team von unterschiedlichen Menschen getroffen.

Es gibt immer einen Blumenstrauß an Ölen die technisch geeignet sind.

 

Anbei ein Bild aus dem Handbuch für eine Honda XR600 (luftgekühlt, Einzylinder, 600ccm). Damals hatte man dem Nutzer/Fahrer die Freiheit gelassen, je nach Umgebungstemperaturbereich, ein Öl aus verschiedenen möglichen Viskositäten auszuwählen. Sechs verschiedene Viskositätsklassen bei Mehrbereichsölen waren laut Hersteller, OK. In der heutigen Zeit, der Nicht-mitdenkenden, der Vollkaskomentalität und vielleicht auch den Foren-Diskussionen geschuldet 🤭 ist es wohl nur noch möglich, genau eine einzige Vorgabe zu veröffentlichen.

 

Wie läuft´s konkret:

Die Auswahl von Materialien trifft, bei simplen Bauteilen/Zusammenhängen, ein Entwickler. Ein einziger Mensch.

Bei komplexeren Zusammenhängen, sitzt man zusammen und evaluiert geeignete Materialien/Betriebsmittel. Diese Entscheidung wird ganz anders getroffen.

Entwickler/Konstrukteure arbeiten in Teams.

Motor. Jeder Bereich des Motors wird durch ein spezialisiertes Konstruktionsteam abgedeckt.

Kurbeltrieb; Ventiltrieb; Kühlung; Fluidtechnik; Gehäuse; Aggregate ... ...................................................

Egregio Professore Moondog, la ringrazio per questo eccellente contributo.
Andiamo ora alla reception e parliamo con i colleghi.


Buona giornata e cordiali saluti, Mako
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