holger333 Posted July 22, 2024 Share Posted July 22, 2024 Moin, auch das umgeht Piaggio. Es gibt kein Serviceheft mehr. Die durchgeführten Inspektionen werden nur noch online im System eingelesen. Das kann jedoch nur ein frei geschalteter Händler = sprich der Vertragshändler. Klage mal gegen Piaggio 😇 um diesem Streitthema aus dem Wege zu gehen, verzichten ehemalige Vertragshändler die Inspektionen zu machen, an Fahrzeugen, die sich noch in Garantie befinden... denn zuerst fordert der Kunde oder sein RA den Händler auf...ist der erste Vertragspartner für den Kunden. Leute, diese Praxis zählte u.a. zu meinen Job Aufgaben... egal was einer wissen oder schreiben möchte. Zudem Kulanz gibt es keinen Millimeter...sprich Cent oder Euro 😂 Aber: schreibt mal weiter...was einer so glaubt. Gruß Holger Quote Link to comment Share on other sites More sharing options...
PGR 156 Posted July 22, 2024 Share Posted July 22, 2024 Ich denke nicht, daß Piaggio da mehr Einfluß in die Waagschale werfen kann als alle Automobilhersteller, die Autos in der EU verkaufen, zusammen. Die Rechtslage ist, zumindest EU-weit, geklärt. Alle nötigen Unterlagen, von Ersatzteilkatalogen bis Wartungsrückstellungen, Spezialwerkzeuge etc müssen vom Hersteller freigegeben/verkauft werden. Natürlich nicht umsonst. Aber immerhin, für freie Werkstätten machbar. Da muß also kein Musterprozeß angestrengt werden. Die Frage ist eher, ob sich das für den Kläger, also mutmaßlich einen Händler, trotzdem irgendwie rechnet. Und wenn er von Piaggio eh für ihn inakzeptable Auflagen und Zwangsabnahmen aufgebrummt bekommt, sagt er dann lieber "Bye Bye". Weil soviel würde er über die Wartungen in der Garantiezeit nicht verdienen, daß er das wieder rausbekommt. Und da die Händler von Piaggio die teuren Garantiearbeiten machen dürfen/müssen, werden sie oft preislich oben rangieren. Die Kunden werden daher nach Ablauf der Garantie dann von den freien Werkstätten oft wieder "eingesammelt". Quote Link to comment Share on other sites More sharing options...
holger333 Posted July 22, 2024 Share Posted July 22, 2024 ja, nach Ablauf der Garantie ist alles ok... nur die Frage bis dahin...verprellt viele Interessenten. Nicht umsonst wird das Thema auch in Facebook Gruppen massiv besprochen und ich kenne schon einige Interessenten, die den geplanten Kauf einer Guzzi abgebrochen haben. Ich habe ja "noch" meinen offiziellen Vertragshändler, aber auch dort ist die Zukunft unsicher. Zum Glück läuft meine 4 Jahres Garantie im nächsten Sommer aus. Dann ist meine V85TT, wie auch meine anderen Guzzi`s, "frei".... aber ich möchte meine Wartungen oder auch Reparaturen (von denen ich bisher gut verschont blieb) weiter bei meinem sympatischen und kenntnisreichen Guzzi Händler weiter durchführen lassen. Gruß Holger 2 Quote Link to comment Share on other sites More sharing options...
holger333 Posted July 22, 2024 Share Posted July 22, 2024 Moin, zur "guten Nacht" noch ein aktueller Beitrag aus Facebook Freundeskreis: B. M. Habe heute eine V7 neu gekauft, der Händler hat mir das gleiche bestätigt und haut gerade alle Guzzis raus. Er macht da zukünftig nicht mehr mit. Der neue VL kommt aus der Automobilbranche und ruiniert gerade das Händlernetz mit seinen neuen Bedingungen. Morgen findet ein Meeting in Ddorf statt, zu dem wohl nur wenige Händler gemeldet sind. Das wird Guzzi bitterböse auf die Füße fallen. So wird man den Umsatz nicht steigern. Schade, diese Leute verschwinden wieder, der Schaden bleibt. Unglaublich, dass das nicht verhindert wird. 1 Quote Link to comment Share on other sites More sharing options...
KevinCalifornia Posted July 23, 2024 Share Posted July 23, 2024 13 hours ago, holger333 said: Ich habe ja "noch" meinen offiziellen Vertragshändler, aber auch dort ist die Zukunft unsicher. Zum Glück läuft meine 4 Jahres Garantie im nächsten Sommer aus. Dann ist meine V85TT, wie auch meine anderen Guzzi`s, "frei".... aber ich möchte meine Wartungen oder auch Reparaturen (von denen ich bisher gut verschont blieb) weiter bei meinem sympatischen und kenntnisreichen Guzzi Händler weiter durchführen lassen. Gruß Holger Wie Du schon schreibst: „Ich habe ja "noch" meinen offiziellen Vertragshändler, aber auch dort ist die Zukunft unsicher.“ Dieses Problem betrifft nicht nur uns, sondern auch andere Hersteller. Die Situation in der Motorradbranche ist sehr angespannt! Mal schauen, wohin der Weg führt, aber für manche Händler gibt es keine Rettung mehr. Dieses Thema wurde auch bei www.motorrad-news.com aufgegriffen und angesprochen: https://www.motorrad-news.com/wie-steht-es-mit-der-motorradbranche/ Quote Link to comment Share on other sites More sharing options...
holger333 Posted July 23, 2024 Share Posted July 23, 2024 (edited) Moin Kevin, Danke für die Verlinkung des Artikels. Ich habe diese Ausgaben noch immer regelmäßig bei mir, war eine der Pflichtlektüren in meinen Job Jahren, um eben "über den Tellerrand zu schauen". Ja, es trifft viele Hersteller des Gesamtmarktes. Daher auch dieser besondere Absatz: """Wenn solche Händler jedoch bankrottgehen, ist nicht jeder Kunde bereit, zu einem weiter entfernten und unbekannten Händler derselben Marke zu wechseln. Dies könnte zu einem Markenwechsel oder sogar dem Aufgeben des Hobbys führen. Es fällt auf, dass gerade auch die Motorradhersteller ihren Markenhändlern mit anspruchsvollen Verträgen, schmalen Gewinnspannen und strengen Vorgaben das Leben schwer machen""" Die Auflagen der Hersteller und Importeure für Händler waren seit rund 20 Jahren ein häufiges Thema, die eine gesunde Rendite für den Händler immer mehr schmälerten. Natürlich haben es die Umsatzstärksten Fabrikate zuerst gemacht, den Hdl. immer mehr zu fordern und auch oft zu Exclusiv Verträgen gezwungen. Durch den immer brisanter werdenen Markt ist es daher UNANGEBRACHT, das JETZT ein Nischenfabrikat Moto Guzzi den gleichen Weg gehen will. Leider kommt der "neue" Vertriebsleiter aus dem PKW Geschäft, wo aber auch völlig andere Umsätze laufen... dieses aber JETZT bei einem so kleinen Hersteller mit Zwang auf die Händler los zu gehen... ist ein IRRSINN und eine Sackgasse. Keiner der verbleibenden Moto Guzzi Händler kann mit diesen extremen Vorgaben noch Geld verdienen, bei solchen kleinen Stückzahlen. Es war einer der Vorteile, das Moto Guzzi Händler noch bei der Stange blieben, weil eben diese überzogenen Anforderungen NICHT verlangt wurden. Jetzt noch ZUSÄTZLICH Händler zu nötigen, auch die Konzernschwester April(ia) zu übernehmen... stimmt einige Händler dazu, keinen neuen Vertrag zu übernehmen. Bei den Konditionen und Absatzzwang manch ein Todesstoß. Vor 20 Jahren verlangte bmw motorrad einen Exclusiv Vertrag; aber man lernte dazu... Vor rund 10 Jahren ließ man die Übernahme weiterer Fabrikate wieder zu, um den Zulauf zu dem Händler zu erleichtern und auch in nicht so umsatzstarken Gebieten den Händler nicht nur mit teuren "Premiumfabrikaten" immer weniger Kunden zu ereichen. Also weichte man die alte Strategie auf! und Guzzi will heute...viel zu spät...mit Stückzahlen bei manchem Händler....keine 15-20 Motorrädern pro Jahr, den Verrückten spielen? Das geht auf jeden Fall schief. Dazu kommt, wie zuvor schon ausreichend beschrieben, das Nachwuchs für Mechaniker fehlt...nicht kommt... und die Inhaber der Betriebe älter sind und noch dazu Nachfolger Probleme haben. Mit dieser Situation muss auch Piaggio umgehen und kann froh sein, das diese Händler noch existieren, ihre Erfahrungen und ihr Wissen einbringen können, um Interessenten für diese Marke zu überzeugen. Gruß Holger Edited July 23, 2024 by holger333 3 Quote Link to comment Share on other sites More sharing options...
dermarkus Posted July 23, 2024 Share Posted July 23, 2024 In zehn Jahren wird sich die Anzahl aller Vertragswerkstätten, egal, welche Marken sowieso halbieren. Dann gehen die Babyboomer in Rente und es gibt dann überhaupt keine Fachkräfte mehr. Also bis dahin wartungsarme/ leichte Motorräder besorgen ( die Guzzi gehört ja dazu) und selber machen. Bei Vespa ist es übrigens das gleiche Lied… Quote Link to comment Share on other sites More sharing options...
holger333 Posted July 23, 2024 Share Posted July 23, 2024 das ist ja auch der gleiche Konzern.... Quote Link to comment Share on other sites More sharing options...
Bastlwastl Posted July 24, 2024 Share Posted July 24, 2024 Hallo anscheinend haben laut info heute bei dem treffen 190 händler ihren Vertrag mit Piaggio unterschrieben. auch wird ein Showroom nur gefordert wenn man mitbewerber aus Fernost usw mit im Geschäft anbietet . Quote Link to comment Share on other sites More sharing options...
peter931 Posted August 31, 2024 Share Posted August 31, 2024 Zu den 190 Händlern, die unterschrieben haben: Wieviel Händler gab es vorher? Wie viele haben den Vertag nicht verlängert? Der Händler in Wuppertal hat jedenfalls geschlossen. Kleiner Händler. Normaler Verkaufsraum. Aber der Einzige im Umkreis! Ich kann nicht nachvollziehen, dass man kein Interesse an einer Flächenabdeckung hat. Nur wenige Megastores in den großen Städten ist eine merkwürdige Strategie. Es kann nicht nur Händler vom Format Limbächer & Limbächer geben. (Riesige Halle im Stil von Ikea) Quote Link to comment Share on other sites More sharing options...
holger333 Posted September 26, 2024 Share Posted September 26, 2024 Moin, im Testartikel Vergleich der alten und neuen V85 TT hat auch MOTORRAD Bezug auf das dünnen Händlernetz genommen; HIER ein Auszug: """Um die Gegenwart zu verstehen, ist es mitunter notwendig oder wenigstens hilfreich, ein wenig in die Vergangenheit zu schauen. In diesem Fall blicken wir ins Jahr 2019, als die komplett neu entwickelte Mittelklasse-Reiseenduro Moto Guzzi V85 TT das Licht der Zweiradwelt erblickte und seitdem für einen bis dato nicht gekannten Ansturm auf das dünne Guzzi-Händlernetz sorgte. Dieses wird im Übrigen 2025 nochmals grobmaschiger, doch das ist eine andere Geschichte.""" https://www.motorradonline.de/enduro/moto-guzzi-v85-tt-neu-gegen-alt-im-test/ Gruß Holger Quote Link to comment Share on other sites More sharing options...
holger333 Posted November 24, 2024 Share Posted November 24, 2024 Moin, die traurige Geschichte geht weiter: Doc Jensen Moto dSsropontehtht43hlh37m5 112tSt1101d5.7347cci34ll3t1554lc1599 · Lagerabverkauf Wir bieten unsere Neufahrzeuge von Moto Guzzi und Aprilia ab sofort zu tollen Sonderpreisen an. %%% Der Grund für diese Aktion ist die Aufgabe unseres Händlervertrages, den wir leider aufgrund der Konditionen seitens des Herstellers und der aktuellen Marktsituation nicht verlängern konnten.Aber keine Sorge! Es geht weiter bei uns mit Werkstattservice, Reparaturen, Umbauten, Custombikes, Restaurationen... Für alle Motorräder, die ihr bei uns kauft, bieten wir natürlich unseren umfassenden Werkstattservice auch während der Garantiezeit an. Nutzt die Chance, euch euer Traum-Motorrad zu einem super Preis zu sichern! Es sind noch nicht alle Maschinen gelistet, also schaut öffters hier nach: https://home.mobile.de/DOCJENSEN 3 Quote Link to comment Share on other sites More sharing options...
guzzi97 Posted November 25, 2024 Share Posted November 25, 2024 bzgl. Händler sterben.... ich in der Meinung, das hier die Händler in vielen belangen auch selbst Schuld haben, denn, neben den exorbitanten Stundenlöhne, dazu die viel zu Teuren E-Teile und sozusagen "null" service, warum sollte ich da noch zu ihm kommen ? So der Händler, wo ich meine TT gekauft habe...zwar nett, aber die schriftlichen Arbeiten, die er noch vor Übergabe machen sollte, hat er "aus Zeitgründen" dann doch nicht geschafft....ich könnte ja später wieder kommen, dann macht er das. Problem: es sind mal ebend 60km über land und ein kostenloses leih Mopped gibts nicht. Wäre ich allerdings ein "regelmäßiger" Kunde, dann würde die Maschine direkt bei mir daheim abgeholt werden, für lau...so die Berichte der Guzzisten aus meiner Runde, obs stimmt, weiß ich nicht, aber so eine 2-Klassen Gesellschaft finde ich zum ko... Dazu kommt ein Stundenlohn von locker 100€ und mehr, und was bekommt der Mechaniker ? genau...den "üblichen Tariflohn", dafür fährt dann der chef seine "V2-Twin" Rennen....von daher, tut mir zwar irgendwo leid, aber es gibt auch genügend Händler/Werkstätten die die Preise und Service auf einem "normalen" Niveu halten. Weil, kann ja nicht sein, dass ich für die kleine Inspektion bei der TT, fast genauso viel bezahle wie beim freundlichen für meinen 6.4L V8 Boliden !! Quote Link to comment Share on other sites More sharing options...
MG 37 Posted November 25, 2024 Share Posted November 25, 2024 vor 4 Minuten schrieb guzzi97: bzgl. Händler sterben.... ich in der Meinung, das hier die Händler in vielen belangen auch selbst Schuld haben, denn, neben den exorbitanten Stundenlöhne, dazu die viel zu Teuren E-Teile und sozusagen "null" service, warum sollte ich da noch zu ihm kommen ? So der Händler, wo ich meine TT gekauft habe...zwar nett, aber die schriftlichen Arbeiten, die er noch vor Übergabe machen sollte, hat er "aus Zeitgründen" dann doch nicht geschafft....ich könnte ja später wieder kommen, dann macht er das. Problem: es sind mal ebend 60km über land und ein kostenloses leih Mopped gibts nicht. Wäre ich allerdings ein "regelmäßiger" Kunde, dann würde die Maschine direkt bei mir daheim abgeholt werden, für lau...so die Berichte der Guzzisten aus meiner Runde, obs stimmt, weiß ich nicht, aber so eine 2-Klassen Gesellschaft finde ich zum ko... Dazu kommt ein Stundenlohn von locker 100€ und mehr, und was bekommt der Mechaniker ? genau...den "üblichen Tariflohn", dafür fährt dann der chef seine "V2-Twin" Rennen....von daher, tut mir zwar irgendwo leid, aber es gibt auch genügend Händler/Werkstätten die die Preise und Service auf einem "normalen" Niveu halten. Weil, kann ja nicht sein, dass ich für die kleine Inspektion bei der TT, fast genauso viel bezahle wie beim freundlichen für meinen 6.4L V8 Boliden !! Da muss ich Dir zum Teil Recht geben. Was den Umgang mit -potentiellen- Kunden angeht, ist sicher bei vielen Luft nach oben. Ich habe in den letzten 1,5 Jahren mit 5 Händlern zu tun gehabt. Der einzige, der mich als Kunden wahrgenommen und auch entsprechend behandelt hat, war TLM in Nijmegen. Die anderen waren auch alle nett, aber es hatte so keiner so rechte Lust, einen Kunden zu bedienen. Aber Servicekosten hatte ich bei meiner V7 850 andere: einmal 240,00 und einmal 220,00. Das finde ich in Ordnung. 1 Quote Link to comment Share on other sites More sharing options...
holger333 Posted November 25, 2024 Share Posted November 25, 2024 (edited) Moin guzzi97, leider muss ich aus meinen beruflichen Erfahrungen wiedersprechen. Die Händlerbetreuung war mein Thema, in Bezug auf Vertrieb und Marketing., Betriebsführung. Kein Händler stellt mal eben das Stundenlohnschild auf 120 Euro... weil er es so möchte. Die heutigen Anforderungen des Vertragspartners, sprich Hersteller oder Importeur sind so hoch, das es diese Kostenexplosion auslöst. Der Betrieb kostet seine feste Summe für Miete oder errechnete Miete, bei Eigentum. Die Kosten für Finanzierung der Fahrzeuge, der Ersatzteilbevorratung, die Schulung seiner Mechaniker; Personalkosten, Werkstattgeräte, Ausrüstung...die gesamten Betriebskosten stecken da drin. Am Ende natürlich auch noch sein eigener Verdienst/Lohn des Unternehmers. Bei jedem Hersteller oder Importeur gab es schon früher eine feste Kalkulationsgrundlage zur Errechnung des Stundenlohnes. Ich behaupte noch mehr: das heute schon viele der kleinen und mittleren Händler schon drauflegen... und es manchmal nicht wissen (wollen). Ob dabei mal ein Händler sein Motorradrennen als Hobby macht... muss dabei nicht ablenken. Natürlich kann man auch verstehen, ohne es zu akzeptieren, das ein Händler nach Jahren in diesem Nischenmarkt, die eigene Motivation verliert. Aber auch das ist die Aufgabe eines Importeurs, die Motivation des Händlers zu fördern, aber die gegenwärtige Händlerpolitik ist genau an diesem Punkt VÖLLIG DEPLATZIERT. Ein Importeur, der noch nicht einmal konstante 5% MA erreicht, sollte seine Anforderungen an die Händler überdenken. Moto Guzzi ist selbst davon noch meilenweit entfernt, nämlich bei rund 1,5 %....also ein kleinster Nischenhersteller. Gruß Holger Edited November 25, 2024 by holger333 2 Quote Link to comment Share on other sites More sharing options...
holger333 Posted November 25, 2024 Share Posted November 25, 2024 einfach nur bezeichnend: Sven Kriewald Wir haben mit OK moto auch den Guzzi-Vertrag aufgegeben. Es ist aktuell nur noch traurig wie sich der Piaggio-Konzern gegenüber seinen Händlern verhält Quote Link to comment Share on other sites More sharing options...
Wolfgang K. Posted November 25, 2024 Share Posted November 25, 2024 Alles schön und recht, aber wenn der Kunde 100 € plus für die Arbeitsstunde zahlt und dann eine Werkstatt findet oder hat, die vielleicht nur 60 € aufruft, ja dann ist der Käse gegessen - zumindest, wenn auch die Qualität vergleichbar oder gar besser ist. Der evtl. Einwand Motorradfahren müsse man sich eben leisten können greift m.E. zu kurz. Wenn uns daran gelegen ist, die Freude am Motorradfahren in weiten Kreisen zu sehen, dann muß auch die Kostenseite im Fokus stehen. 1 Quote Link to comment Share on other sites More sharing options...
Armin74 Posted November 25, 2024 Share Posted November 25, 2024 Also ich habe selbst Mechaniker gelernt und auch in dem Job gearbeitet, zumindest für ein paar Jahre. Danach war mir schnell klar, dass man mit dem Job nur schwer über die Runden kommen kann. Deshalb habe ich auch eine Weiterbildung zum Techniker gemacht und arbeite jetzt in der Industrie. Man wird ja quasi dazu gezwungen, wenn man sich was leisten will. Ich würde auch keinem raten den Job zu machen, um seinen Lebensunterhalt damit zu bestreiten. Höchstens als Basis für mehr. Was dem Kunden abgerechnet wird und was letztendlich beim Personal ankommt, ist halt leider ein Graus. Der Staat kassiert massivst ab und der Chef muss ja auch noch was verdienen, verstehe ich nur zu gut. Aber: Wenn ich andererseits 550 € für einer Erstinspektion an einer V7 hinlege (Zugegeben, mit allen Ölen), dann ist das trotzdem ziemlich happig, Lohn hin, oder her. Erstrecht, wenn ich dann einige Schrauben nicht richtig angezogen vorfinde und versucht wird Qualitätsprobleme am Fahrzeug, wie sich ablösende Tankembleme, mit Sekundenkleber "anzupappen" anstatt ein neues dran zu machen auf Gewährleistung, so wie sich das gehört, wenn geschlampt wurde. Immerhin konnte ich das noch verhindern. Ebenso für eine 10.000er Inspektion an einer Vespa GTS300 750,-€….ganz ehrlich, da ist der Spaß bei mir echt vorbei. Dann ist mir die Gewährleistung auch vollends egal. Das Risiko gehe ich ein und mache es selbst, oder woanders. Ich kann es ja Gott sei Dank selbst. Da müsste schon ein Kapitaler Motorschaden passieren, dass ich das nicht mehr reinholen kann. Wenn man das prozentual hochrechnet, sind das bei diesen Beispielen bis zu 10% des Fahrzeugpreises für eine Inspektion…das ist ja nicht mehr normal meiner Meinung nach. Da sollte Piaggio dringend drüber nachdenken... 4 Quote Link to comment Share on other sites More sharing options...
bswoolf Posted November 25, 2024 Author Share Posted November 25, 2024 60km? Ich fahre 150 km, allerdings nur in der Garantiezeit. Danach werde ich wohl alles selbst machen. Quote Link to comment Share on other sites More sharing options...
cbk Posted November 25, 2024 Share Posted November 25, 2024 vor 35 Minuten schrieb Armin74: ganz ehrlich, da ist der Spaß bei mir echt vorbei. Dann ist mir die Gewährleistung auch vollends egal. Das Risiko gehe ich ein und mache es selbst, oder woanders. Ich kann es ja Gott sei Dank selbst. Da müsste schon ein Kapitaler Motorschaden passieren, dass ich das nicht mehr reinholen kann. So ähnlich geht es mir derweil leider auch, wenn ich ans Handwerk denke. Bei der Guzzi habe ich gottseidank eine kleine Werkstatt gefunden, die sich bereit erklärt hat ohne viel Tamtam an der Maschine zu arbeiten. Die Werkstatt hat aber auch gleich gesagt, dass sie nur an Maschinen arbeitet, die nicht mehr in der Garantie sind, eben wegen der Eskapaden von Piaggio. Die kleine Werkstatt macht seit 60 Jahren Guzzi, die können es auch. Bin selber Berufsschulpauker für Informatik und E-Technik und ein wenig Maschinenbau und habe neben den Azubis morgens abends noch die angehenden Maschinenbau-Techniker vor der Nase. Mein Aha-Erlebnis hatte ich im letzten Jahr, als ich eine Photovoltaik-Anlage auf dem Dach haben wollte. Weil Anlagen mit mehr als 15kWp-Leistung eine Genehmigung vom Netzbetreiber brauchen, habe ich mir diese Genehmigung vorab geholt bevor ich überhaupt beim Handwerker angefragt habe. Mit der Genehmigung in der Tasche bin ich dann vorstellig geworden und wurde vom Handwerker geraderaus abgelehnt, weil das Projekt mit der Genehmigung vom Netzbetreiber ja schon begonnen wäre. Da habe ich die PV-Anlage dann selber ausgelegt, montiert und den TÜV für die Abnahme kommen lassen. Obwohl ich so natürlich nicht die 10.000€ Förderung bekommen habe, die gabs ja nur, wenn man einen Handwerker beauftragt, habe ich trotzdem noch geschätzt 20.000€ gespart. Der TÜV-Prüfer staunte nicht schlecht aufgrund der Qualität der Arbeit. Statische Berechnung für den Dachstuhl, Einbindung in die Blitzableiter-Anlage, ... alles da. Aber wenn man für sich selber baut, macht man es ja eher auch tausend prozentig denn hingepfuscht, zumal wenn man weiß wie es geht, weil man die Azubis ja genau darin ausbildet. Aktuell wiederholt sich das Spiel beim Thema "Warmwasser-Boiler". Unser alter Gasboiler ist so langsam hinüber und Ersatz soll her. Papa hat beim Handwerksbetrieb angefragt und ist beim Kostenvoranschlag fast hinten runter gefallen. Mit 10.000€ würden wir fürs Zweifamilienhaus nicht hinkommen. Der Installationsbetrieb ist der gleiche, der im letzten Jahr meine PV-Anlage abgelehnt hat. So trennen sich dann nach über 40 Jahren die Wege. Eigentlich traurig. 😢 Da wird im Kostenvoranschlag z.B. als Warmwasserbereiter ein Vaillant AroStor VWL BM 270/5 für 6.300€ aufgerufen. Das Anschlussmaterial und die Arbeitszeit kommen selbstberständlich noch dazu. Im Internet wird das Teil für 2.400 bis 5.200 € gehandelt. Ich habe jetzt den Warmwasserbereiter letzte Woche bestellt und auch geliefert bekommen und dazu noch Ausdehnungsgefäß, Kugelhähne, Rohrmaterial (alles Edelstahl), ... und bin komplett auf 3.500 € gekommen. Ok, meine Arbeitszeit kommt noch dazu, aber der Handwerker wollte mehr als das dreifache der Summe haben. Und ja, ich bin zwar nicht so schnell wie der Profi, aber ich denke schon, daß auch ich Qualität abliefern kann. Seitdem ich einen größeren Wasserschaden im Badezimmer hatte, habe ich jedenfalls das notwendige Preßwerkzeug hier liegen, auch wenn es an die 2.000 € gekostet hat. Kommen Kollegen zu Besuch, wundern sie sich alle, weil ich Edelstahlrohre verbaue. Die wären doch teurer als Kupfer und viel teurer als Kunststoff/Alu-Verbund. Aber hey, wenn ich schon an anderer Stelle Geld spare, kann ich es mir dann auch leisten beim Material höchstqualitativ zu kaufen. 3 Quote Link to comment Share on other sites More sharing options...
Musikmatz Posted November 25, 2024 Share Posted November 25, 2024 Das wird den Moto Guzzi Vertragshändlern relativ egal sein. Die meisten Händler / Werkstätten beenden ja, wie schon öfter hier auch zu lesen, ihren Vertragshändler-Status, weil von ihnen verlangt wird, Ihre Ladenflächen mit neuen Moto Guzzis / Aprilias / Vespas vollzustopfen, sie aber kaum Roherträge durch den Verkauf der Motorräder erzielen, um die Bewirtschaftung der Räume und Kosten für Personal in einem gesunden Verhältnis auszugleichen. Dazu die geringen Marktanteile im vergleich z.B. zu BMW und Japanern. Dann müssen die Händler an Produktschulungen teilnehmen, die Zeit kosten und die sie auch noch selber bezahlen müssen, ohne dass ein direkter Nutzen erkennbar ist. Die ständigen Veränderungen in der Euronorm waren da auch nicht besonders hilfreich, wenn wie jetzt zum Jahresende Motorräder unter dem Einkaufspreis verkauft werden müssen, oder Neufahrzeuge in Tageszulassungen umgewandelt werden müssen (keine Neuzulassung für E5 Motorräder in 2025), was ja auch wieder mit Kosten verbunden ist. Wenn man beinahe draufzahlt, fragt sich doch der Händler, wofür der Vertragshandel noch gut sein soll. Von Piaggio werden da einfach keine (finanziellen) Anreize bereitgestellt. Von Seiten des Herstellers fehlt enifach ich jegliche Unterstützung, die die Händler bei diesen Herausforderungen unterstützen könnte. Wenn man bedenkt, wie viel Aufwand und Risiko mit dem Vertragshandel verbunden sind, ist es kein Wunder, dass viele Händler sich diese Frage stellen: Wofür soll ich das noch machen? Ich bin gespannt, ob und wie Piaggio auf diese Entwicklung reagiert. Gruß Matthias 1 1 Quote Link to comment Share on other sites More sharing options...
Armin74 Posted November 25, 2024 Share Posted November 25, 2024 vor 33 Minuten schrieb Musikmatz: Das wird den Moto Guzzi Vertragshändlern relativ egal sein. Die meisten Händler / Werkstätten beenden ja, wie schon öfter hier auch zu lesen, ihren Vertragshändler-Status, weil von ihnen verlangt wird, Ihre Ladenflächen mit neuen Moto Guzzis / Aprilias / Vespas vollzustopfen, sie aber kaum Roherträge durch den Verkauf der Motorräder erzielen, um die Bewirtschaftung der Räume und Kosten für Personal in einem gesunden Verhältnis auszugleichen. Dazu die geringen Marktanteile im vergleich z.B. zu BMW und Japanern. Dann müssen die Händler an Produktschulungen teilnehmen, die Zeit kosten und die sie auch noch selber bezahlen müssen, ohne dass ein direkter Nutzen erkennbar ist. Die ständigen Veränderungen in der Euronorm waren da auch nicht besonders hilfreich, wenn wie jetzt zum Jahresende Motorräder unter dem Einkaufspreis verkauft werden müssen, oder Neufahrzeuge in Tageszulassungen umgewandelt werden müssen (keine Neuzulassung für E5 Motorräder in 2025), was ja auch wieder mit Kosten verbunden ist. Wenn man beinahe draufzahlt, fragt sich doch der Händler, wofür der Vertragshandel noch gut sein soll. Von Piaggio werden da einfach keine (finanziellen) Anreize bereitgestellt. Von Seiten des Herstellers fehlt enifach ich jegliche Unterstützung, die die Händler bei diesen Herausforderungen unterstützen könnte. Wenn man bedenkt, wie viel Aufwand und Risiko mit dem Vertragshandel verbunden sind, ist es kein Wunder, dass viele Händler sich diese Frage stellen: Wofür soll ich das noch machen? Ich bin gespannt, ob und wie Piaggio auf diese Entwicklung reagiert. Gruß Matthias Vermutlich so wie alle Großkonzerne eben reagieren: Leute rauswerfen und Produktion in Billiglohnländer verlagern, um die Rendite Zitrone noch etwas mehr zu pressen und auf die schlechten Zeiten schieben, die man teils auch selbst durch Missmanagement und verschlafene Entscheidungen mitverursacht hat. Dann setzt man sich zur Ruhe und geniesst die Tantiemen... 2 Quote Link to comment Share on other sites More sharing options...
guzzi97 Posted November 27, 2024 Share Posted November 27, 2024 ...was mich halt am meisten ärgert ist dass der Kunde, vor allem in der Werkstatt, gefühlt, "abgezockt" wird. Er muss das Geld "rein" bringen, denn wie anders ist zu erklären, dass der Stundenlohn mittlerweile 3stellig ist, der Mechatronicer aber weiterhinn seine 15 od. 20€ sie Stunde bekommt...sicher, der "Chef" muss auch noch die Lohnkosten "tragen", somit kostet ihn der Angesteller ca. 35€ die Stunde, ergo, er hat nen "Gewinn", vor Steuer von guten 60€ per Stunde, oder mehr, Dazu kommen dann die exorbitanten Preise für die E-Teile. Interessanteweise betrifft es aber alle im Handwerk, auf der einen Seite, die horrenden Stundelohnpreise die der Kunde bezahlen "muss" und auf der anderen Seite, der Hunderlohn..das war schon "damals" als ich Elektriker lernte...allerding war der Unterschied zw. dem ausgerufenen Stundenlohn 60DM und meinem von 15DM..nich so krass...dazu kam, dass mann auch nicht ganz soviele Steuern, etc. zahlen musste, dass mann dennoch gut über die Runden kam.. Will sagen, im Handwerk ist einfach der Wum drinne die Preise für den Kunden steigen aber der Arbeiter bekommt da nur wenig mit. Daher kein Wunder, dass das Handwerk langsam ausblutet...und dann "beschwert" sich der Inhaber, ihm laufen die Mitarbeiter wech...kein Wunder, wenn er nicht mehr bezahlen will... sicher, jedem sein Hobby, aber bitte nicht auf Kosten des Kunden und den Rücken der Angestellten. Am Ende darf er sich nicht wundern, wenn er Kunden und auch Angestellte verliert.. btw. das trifft auch auf das Autohandwerk zu....usw. 1 Quote Link to comment Share on other sites More sharing options...
Gexx Posted November 27, 2024 Share Posted November 27, 2024 Naja, es ist halt alles teuer geworden...ein Werkstattinhaber hat nunmal nicht nur die Personalkosten, also hat er keinen 60€ Gewinn. Er muss Miete, Energie, Rücklagen, Lohnfortzahlung etc. einkalkulieren...und natürlich auch die steuerlichen Abgaben. Kannst es ja mal selber ausrechnen. Wenn der Mitarbeiter schon 35€ kostet, der Chef pro Stunde 50% mehr verdienen will, die Miete der Werkstatt/Halle 4000€/Monat kostet, dann bist du schon allein damit dreistellig...und das ohne Energie , Rücklagen etc. Wenn der Mitarbeiter krank ist, kostet er auch 25€/h , auch wenn er im Urlaub ist. Garantieabwicklungen finden dann zumindestens bzgl. Arbeitslohn auf eigenen Rücken statt. Die Kunden kommen während der Garantiezeit mit jedem Scheißkram in die Werkstatt. Auch mit Dingen, die früher der Mopedbesitzer selbst gemacht hat. Das muss alles (zumindestens anteilmäßig) mit einkalkuliert werden 3 Quote Link to comment Share on other sites More sharing options...
tedrei Posted November 27, 2024 Share Posted November 27, 2024 (edited) @guzzi97: Ich betreibe keine Werkstatt, als Selbstständiger wünsche ich dir, dass du mal mit dem Werkstattinhaber den du da so beschreibst, tauschen mögest. Nebenbei: Schwarze Schafe gibts natürlich überall. Es wird niemand gezwungen in eine Werkstatt zu gehen oder beim Handwerker was machen zu lassen. Uns geht es nur so gut dass wir uns das leisten können. Dann wird auch noch gejammert, ich versteh das nicht. Edited November 27, 2024 by tedrei 4 Quote Link to comment Share on other sites More sharing options...
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