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Kurventechnik, Blickführung, Kamm´scher Kreis - Alles Quatsch oder nutzt ihr das bewusst beim Fahren?


ShadowRap411

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Am 6.5.2026 um 17:28 schrieb Hellas:

Ist nicht die spannendere Frage, ob, selbst wenn ma in der Lage ist diese "Sicherheit" spontan abzurufen, es tatsächlich eine Sicherheit ist, wenn du mehr Schräglage brauchst, aber die Kanten noch die "Anfangsglittschigkeit" (ich sag nicht "Trennmittel", den das ist bei modernen Reifen nicht mehr ganz richtig) eines nicht eingefahrenen Reifens haben? 

Ach, keine Sorge. Sobald der Reifen mal auf Temperatur war, ist da nichts mehr glitschig.
Und wenn die Kurve übersichtlich ist und ohne Leitplanken, traue ich mir gelegentlich auch 90% zu.
Zusätzlich kann man auch auf einem großen Parkplatz mal die Grenzen austesten.

Evtl. sollte ich dazu sagen, dass ich mehrere Jahre auf der Rennstrecke gefahren bin.
Im vorderen Drittel der schnellsten Gruppe mit einer 750er, der zu den 1000ern 30-50 PS gefehlt haben.
Leider gab es dann kaum noch 750er Hobbyrennen. Somit war mir ein Sprung auf das Treppchen verwehrt.
War aber trotzdem eine lustige Zeit! Und zwei kleine Pokale habe ich trotz allem ergattert. :)

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  • 2 weeks later...

Hi, 

ich bin ja ganz neu hier und fahre auch noch nicht allzu lange Motorrad ( genau genommen seit ca 5 Jahren und jaa, ich bin 55 Jahre alt ) 

Ich hatte meine liebe Not mit den Kurven aber das ist ja das Salz in der Suppe. Wie viele festgestellt haben beschränkt sich " Kurventechnik" in der Fahrschule auf "Fahr net so weit aussen im Dreck!" Also null Blickführung, Lenkimpuls Fremdwort.

Ich will mal schildern, was mir geholfen hat:

mehr eine Erfahrung als ein Ratschlag!

1.    Mentor: ein geduldiger Freund, der sonntags 100 km in quälend langsamer Geschwindigkeit vor einem herfährt und motiviert. Keine stressende Gruppe, keine Hetzjagd, als letzter mach man immer Fehler. Jemand, der dir auch nach 5 Jahren sagt: "Läuft doch! Aber probier jetzt nochmal ...."

2. Schräglagentraining: beim ADAC ( Motorrad mit 45 Grad Stützrädern)

3. viel Übung: auch alleine! Sonst schaut man immer nur auf den vorausfahrenden Freund, der eine Super-Linie fährt. Vorausschauen geht aber weiter!

4. Demut:  Wenn man glaubt, man hat es raus, ist es am nächsten Wochenende wieder scheiße. 

5. Buch:   Bernt Spiegel "die obere Hälfte des Motorrads". ok, genial, aber den Stil, den Humor und die Details muss man erstmal verstehen. ABER dazu gibt es noch "Motorradtraining alle Tage"! Das ist ein gamechanger, absolute Empfehlung! Mit den Tipps, Anleitungen  und Aufklebern (!) kann man Stück für Stück trainieren. Man braucht etwas Disziplin.

6. Freude: Jede kleine Verbesserung bringt Sicherheit und Fahrspaß. 

7. Feedback: Ich will ja reisen und nicht rasen. Ich werde kein Knieschleifer mehr in diesem Leben. Aber wenn Kumpels in den Vogesen sagen: "es ist besser als letztes Jahr" oder die Söhne feststellen "der Angststreifen ist ja ganz weg" gibt das Rückhalt.

8. Muße: alles zu seiner Zeit! wenn man den Pass hochgeflogen ist, kann man auch niedertourig runterhgondeln und die Aussicht genießen. 

9. Einsicht: wenns nicht läuft: sein lassen. Wenn man unkonzentriert ist: Pause. Wenn man den Kopf nicht freikriegt: nach Hause.

10. brenzlige Situation: ich sag´s nicht gerne, aber die muss man auch mal erlebt haben. Ich stand/lag  schon im Apfelacker und an der Böschung. Die Entscheidung war "Heimfahren und verkaufen" oder "Zusammenreißen, 2 steps zurück und weiter"

Vielleicht erkennt sich ja der ein oder andere Spätberufene darin.

Zum Buch: kann man häppchenweise abarbeiten, bringt einen wirklich weiter. 17 €, kaufen!

Gute Fahrt!

 

 

 

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Ich möchte Ernst Leverkus zetieren:

Erfahrung kommt von erfahren! Persönlich sage ich  - absolut!

Nachtrag: Am besten alleine trainieren! Bei einer Gruppenausfahrt gehört der Anfänger hinter den Tourguide. Der muss die Situation überblicken und handeln. Die „Profis“ spuren sich entsprechend danach ein.

Edited by tee
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vor einer Stunde schrieb MatFux:

 

1.    Keine stressende Gruppe, keine Hetzjagd, als letzter mach man immer Fehler. 

10. brenzlige Situation: ich sag´s nicht gerne, aber die muss man auch mal erlebt haben. Ich stand/lag  schon im Apfelacker und an der Böschung. Die Entscheidung war "Heimfahren und verkaufen" oder "Zusammenreißen, 2 steps zurück und weiter"

zu Punkt 1...Wenn man einen falschen Ehrgeiz hat dann ja...aber ansonsten ist man als Letzter einer Gruppe besser aufgehoben. Da kann man seinen Stil fahren. Das ist besser als von hinten gehetzt zu werden...wenn man sich nicht hetzen lässt, ist man dann eh schnell der Letzte der Gruppe

Punkt 10. Du lagst schon 2x in 5 Jahren auf der Fresse? Ui, dann würde ich das generell nochmal überdenken. Auf der Rennstrecke ok, aber im Straßenverkehr?

Edited by Gexx
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Zu Punkt 1. muss ich widersprechen. Ich habe schon diverse Gruppen durch die deutschen Mittelgebirge bzw. Alpen geführt. Die „ Ungeübten“ am Schluss ist ein no Go. Die verlieren die Lust bzw. sind gefrustet und versuchen eventuell unkontrolliert der Gruppe nachzuhetzen.

Die Schnellen am Ende - die können sich zurückfallen lassen und dann zügig wieder aufholen. Vertrauen aufbauen, das ist wichtig. Der Tourguide ist dafür verantwortlich. Ansonsten ist es die falsche Gruppe oder der falsche Tourguide!!

Nachtrag: überholen ein  no Go, jeder hat seine Position und da bleibt er

Edited by tee
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vor einer Stunde schrieb MatFux:

5. Buch:   Bernt Spiegel "die obere Hälfte des Motorrads"

Danke! Habe ich direkt gekauft. Das andere Buch "Die obere Hälfte des Motorrads" habe ich bereits, aber das kannte ich noch nicht!

Das viel empfohlene Fahrsicherheitstraining habe ich am 25.05. :)

Danke @MatFux auch für die ausführlichen Tipps!

 

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Mal am Rande: In drei Wochen führe ich eine Gruppe von geübten Motorradfahrern durch das Baltikum. Was ich allen vorab gesagt habe und zuerst belächelt wurde - Achtung vor Kurven! Wenn man sehr lange, wirklich lange geradeaus fährt, werden die einfachsten Kurven schwierig. Kein Quatsch - pure Realität! 

Und es gibt vorab eine klare gemeinsame Abmachung über die Verhaltensregeln der gemeinsamen Tour!

 

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vor 33 Minuten schrieb tee:

Zu Punkt 1. muss ich widersprechen. Ich habe schon diverse Gruppen durch die deutschen Mittelgebirge bzw. Alpen geführt. Die „ Ungeübten“ am Schluss ist ein no Go. Die verlieren die Lust bzw. sind gefrustet und versuchen eventuell unkontrolliert der Gruppe nachzuhetzen.

 

Das funktioniert aber nur, wenn die Gruppe auch funktioniert...ansonsten werden die vorausfahrenden Ungeübten gehetzt, weil es den Hinteren zu langsam vorangeht. Wenn man in solch eine Gruppe gerät, ist es dann besser sich zurückfallen zu lassen und hinten zu fahren und seinen eigenen Fahrstil/-tempo zu wählen. Das ist dann mehr eine Alleinfahrt, aber bei so einer Gruppe ohnehin besser

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vor einer Stunde schrieb Gexx:

zu Punkt 1...Wenn man einen falschen Ehrgeiz hat dann ja...aber ansonsten ist man als Letzter einer Gruppe besser aufgehoben. Da kann man seinen Stil fahren. Das ist besser als von hinten gehetzt zu werden...wenn man sich nicht hetzen lässt, ist man dann eh schnell der Letzte der Gruppe

Punkt 10. Du lagst schon 2x in 5 Jahren auf der Fresse? Ui, dann würde ich das generell nochmal überdenken. Auf der Rennstrecke ok, aber im Straßenverkehr?

Ehrlich gesagt 2x in 1 Ausfahrt, war harmlos, nichts passiert. Beides mal ist mir die Straße ausgegangen.

Da habe ich wirklich überlegt, ob es das Richtige für mich ist. Ich habe dann eben entschieden, alles mit mehr Geduld zu erlernen und nicht aufzugeben.

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vor 11 Minuten schrieb tee:

So eine Gruppe sollten man meiden bzw. sofort verlassen. Das ist kein Team, sondern eine Ansammlung von Solofahrern!

Jup, gibt es allerdings öfters als man denkt

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