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Inselhopping auf den Azoren


cbk

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Moin,

ich habe gerade last minute mäßig meinen Sommerurlaub auf den Azoren zusammengebucht und habe dabei gestaunt wie günstig doch manche Hotels sind. Ok, ich habe immer nur Übernachtung & Frühstück gebucht, weil es abends dann eh in die lokalen Restaurants geht. Aber als da ein Hotel 90€ aufgerufen hat, hab ich mir schon die Augen gerieben. Bei uns zahlt man den Betrag ja locker pro Nacht, wohingegen es dort der Endpreis für 3 Nächte war... bevor es zum nächsten Hotel weitergeht.

Jetzt muß ich nur noch zusehen, wie ich mit möglichst wenig Gepäck anreise. Die Motorradvermieter holen mich vom FLughafen ab und dann muß ich erst einmal irgendwie mit dem Gepäck im Rucksack mit dem Motorrad zu den diversen Hotels kommen. 🫣

Hier der Plan:

  • 28.07.: Hinflug mit der TAP ab Frankfurt nach Terceira mit Umsteigestopp in Lissabon
  • 28.07. - 01.08.: Terceira mit einer Royal Enfield Scram 411ccm
  • 01.08.: Weiterflug nach Faial
  • 01.08. - 12.08.: Anmieten einer Macbor Rockster 125ccm... das einzige Motorrad, das es dort überhaupt gab, sonst konnte man nur Roller mieten
  • 02.08.: Mit dem Motorrad auf der Fähre rüber zur Insel Pico
  • 02.08. - 05.08.: Insel Pico
  • 05.08.: Mit dem Motorrad auf die Fähre rüber zur Insel Sao Jorge
  • 05.08. - 08.08.: Insel Sao Jorge
  • 08.08.: Mit der Autofähre zurück nach Faial
  • 08.08. - 12.08.: Insel Faial (Hab mir die Insel extra fürs Ende "aufgespart" und nicht gleich am 01.08. umfangreich eingeplant, damit ich am Ende Zeitpuffer habe, sollte ich eine Fähre verpassen und einen Tag später zurückkommen.)
  • 12.08: Weiterflug nach Sao Miguel
  • 12.08 - 16.08.: Sao Miguel mit einer Moto Guzzi v7 850 Stone 😇
  • 16.08.: Rückflug nach Frankfurt (abends), Ankunft am 17.08. morgens gegen 5 Uhr

Die 125er in der ganzen Kette etwas mickrig sein, aber auf der zentralen Gruppe der Azoren inseln (Faial, Pico, Sao Jorge) gab es ansonsten nur Roller.

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Klingt interessant, mich würden die Gesamtkosten, insbesondere die Leihpreise der Motorräder interessieren.

Wenn du auf das Frühstück verzichten kannst solltest du das nächste mal nach einem AirBnb schauen, die sind teilweise noch günstiger, aber auch mit 90€ für 3 Nächte machst du nichts verkehrt.

Mit der 125er machts bestimmt auch Spaß, je nach Fahrbahnzustand ist das vielleicht eh die bessere Wahl :D

Ich wünsche dir viel Spaß und lass uns gerne mit ein paar Fotos hier teilhaben, falls du möchtest 😛

Edited by ShadowRap411
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Das klingt doch mal nach einem besonderen Motorradurlaub, ganz viel Spaß schonmal 👍 glaube mir wäre das ein bisschen stressig mit dem ganzen hin und her und Motorrad wechseln aber du wirst bestimmt eine tolle Zeit haben. Bin gespannt auf deine Bilder

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Moin,

auch ich wünsche Dir mit dieser Tour viel Freude, die 125er wird auf den Straßen dort sicher ausreichen...

freu mich schon jetzt auf Fotos...

leider steht mit solche Reisen nicht zu, da ich nicht fliegen möchte...

Gruß

Holger

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Posted (edited)

Hier mal die Route auf einer Karte eingezeichnet:

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Die schwarzen Strecken werden geflogen und die blauen sind Fährverbindungen.

Das Blöde bei den vielen kleinen Inseln ist, dass man üblicherweise die Mietfahrzeuge nicht mit auf die Nachbarinsel nehmen darf. Gleichzeitig gibt es z.B. auf Sao Jorge aber auch gar keine Motorrad- oder Rollervermieter. Daher auch mein Umweg über Faial ganz im Westen als Schnittstelle zwischen der Fliegerei und den Fähren. Der Vermieter dort erlaubt es zumindest die Maschine auf die beiden Nachbarinseln Pico und Sao Jorge mitzunehmen. Der Einfachheit halber hätte ich natürlich lieber eine Maschine auf Sao Miguel angemietet und wieder zurückgegeben und wäre dann einmal mit Fähren alle Inseln nacheinander abgefahren.

Edited by cbk
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vor 9 Minuten schrieb holger333:

leider steht mit solche Reisen nicht zu, da ich nicht fliegen möchte...

Da die Azoren portugiesisch sind, gibt es ab Lissabon auch eine Schiffverbindung nach Sao Miguel. Von dort aus sind alle anderen Inseln ebenfalls mit Autofähren erreichbar. Also wenn Du richtig viel Zeit hast, kannst ja mal testen, ob der Adler auch heute noch langstreckentauglich ist.

Edited by cbk
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Das wäre tatsächlich eine gute Alternative...

nur für dieses Jahr bleibt meine gebuchte Reise mit unserem Guzzi Gespann nach Mandello, wir sind ja runde 12 Tage unterwegs...

verbunden mit Fahrten in den Alpen.

und ich plane für 2027 noch eine Osteuropa Reise mit unserem URAL Gespann...

planlos oder ohne Reisen geht mein Leben auch nicht 😂

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vor 3 Stunden schrieb ShadowRap411:

Klingt interessant, mich würden die Gesamtkosten, insbesondere die Leihpreise der Motorräder interessieren.

  • Die Motorräder kosten zwischen 35€ (125er) und 70€ (Guzzi) am Tag. 125er Roller würde man auch für 25€ am Tag bekommen.
  • Die Flüge zwischen den Inseln schlagen mit jeweils ca. 80€ zu Buche (inkl. 23kg Aufgabegepäck). Der Hin- und Rückflug ab Frankfurt nach Sao Miguel kostet 750€ (zusammen).
  • Die drei Fährverbindungen inkl. Motorradtransport kommen zusammen auf 50€.
  • Bei den diversen Unterkünften bin ich im Durchschnitt bei 40€ pro Nacht, wobei ich darauf geachtet habe schon ein eigenes Zimmer zu haben. Als Alleinreisender im Doppelzimmer ist das immer etwas blöd. Wenn man da noch etwas mehr sparen will, kann man auch einzelne Betten im Schlafsaal buchen. Solche Unterkünfte gibt es dort auch.

Wie ich an anderer Stelle schon einmal sagte: Portugal ist das Armenhaus Westeuropas und die Inseln (Azoren, Madeira) sind das Armenhaus Portugals.

Nachtrag: Vielleicht noch ganz interessant: Bei meiner Suche nach Motorradvermietern bin ich über eine Motorradwerkstatt auf Sao Jorge gestolpert. Die schreiben auf ihrer Webseite, dass sie pro Arbeitsstunde des Mechanikers 25€ ansetzen. Was kostet die Mechaniker-Stunde bei uns in Deutschland? 150€?

Edited by cbk
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vor 2 Stunden schrieb cbk:

Nachtrag: Vielleicht noch ganz interessant: Bei meiner Suche nach Motorradvermietern bin ich über eine Motorradwerkstatt auf Sao Jorge gestolpert. Die schreiben auf ihrer Webseite, dass sie pro Arbeitsstunde des Mechanikers 25€ ansetzen. Was kostet die Mechaniker-Stunde bei uns in Deutschland? 150€?

Bei meiner 1. Inspektion hat die Mechanikerstunde 144€ gekostet.

Aber zwischen Sao Jorge und Deutschland hast du andere: Lohnkosten, betriebliche Nebenkosten und Kaufkraft sind auch völlig unterschiedlich, daher kann man das schlecht vergleichen, aber für dich im Urlaub ist es natürlich genial, solltest du mit der eigenen Maschine eine Panne / Problem haben.

Edited by ShadowRap411
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vor 2 Stunden schrieb ShadowRap411:

Aber zwischen Sao Jorge und Deutschland hast du andere: Lohnkosten, betriebliche Nebenkosten und Kaufkraft sind auch völlig unterschiedlich, daher kann man das schlecht vergleichen

Mein Vergleich zielte auch eher auf das ganze Gehaltsgefüge dort ab. Als ich vor 4 Jahren auf Porto Santo (Nachbarinsel von Madeira) war, gab es das Bier (0,3L) in der Kneipe für 80ct.

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  • 2 weeks later...

Bin gerade mit 24PS auf Terceira unterwegs. Die Leistung der Royal Enfield Himalayan Scram, die sie aus ihren 411ccm rausholt, ist komplett ausreichend. Ich muss mich nur dran gewöhnen, dass ich bergrunter öfters bremsen muss, weil die Motorbremse natürlich auch weniger Leistung hat.

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Hier noch die Hauptstadt Terceiras, Angra de Heroísmo. 
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Man merkt echt, dass hier der Tourismus noch kaum angekommen ist. Hotels gibt es nur sehr wenige, dafür aber Unterkünfte ohne Verpflegung mit Toilette aufm Flur. Aber mit zwei Bäckereien und fünf Restaurants in 300m Umkreis funktioniert das schon.

 

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Sagt mal, ist das so außergewöhnlich, dass jemand auf der Dorf-Durchgangsstraße (geschätzt 5,5m breit) mit dem Motorrad in einem Zug wendet? Ist es so außergewöhnlich, dass man bergan im 1. Gang anfährt und dann gleich mit schleifender Kupplung rechts abbiegt? Ich habe hier jedenfalls schon wiederholt 👍 für diese Aktionen bekommen.

Oder war ich so langsam bei den Fahrmanövern, dass die Zuschauer an Motorrad-Trial denken mußten? 🤔

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  • 2 weeks later...

Dann will ich mal weiter machen…

Nach dem Flug von Terceira nach Faial habe ich dort die angemietete 125er übernommen, etwas Größeres war leider nicht zu bekommen, und habe eine Nacht auf Faial verbracht, bevor es am nächsten Tag mit der Autofähre rüber ging nach Pico.

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Pico, von Faial aus gesehen


Da ich das Zimmer dort erst gegen 15 Uhr beziehen konnte, bin ich dann mit dem kompletten Gepäck, weil das Wetter an dem Tag ausgezeichnet war, den Pico hinauf gefahren. Bei der Fahrt merkte man schon, dass die kleine Maschine mit ihren 9,5 PS wirklich am Ende ihrer Leistungsfähigkeit war. Es ging oft trotz gerader Straße nur mit 45-50km/h vorwärts, musste sie doch insg. 130kg den Berg hoch schleppen.

Oben an der Berghütte hörte ich dann andere Touris, die sich darüber aufregten, dass man auf Pico praktisch kein Auto mieten kann (kaum verfügbar und extrem teuer), sie deshalb mit dem Taxi auf den Berg fahren wollten, nur um dann festzustellen, dass es auf der ganzen Insel nur 5 Taxis (genau: nur 5 Fahrzeuge!) gibt. Daher der dringende Tipp: Mietet das Fahrzeug auf Faial an und nehmt es auf der Autofähre mit rüber.

Üblicherweise bieten die Unterkünfte auf Pico einen Shuttle-Service ab Fährhafen bzw. Flughafen an, aber damit kommt man ja auch nicht wirklich jeden Tag vorwärts. Ansonsten gibt es noch Touranbieter für geführte Wanderungen etc., die einen an der Unterkunft aufsammeln.

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Wenn alle Anderen laufen müssen, ist man auch mit dem kleinen Mädchen (Macbor Rockster 125) der König.

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Faial von Pico aus gesehen.

Leider ist mir beim Einchecken in der Unterkunft auf Pico meine Powerbank aus der Tasche gefallen und wollte danach nicht mehr arbeiten, weshalb Ihr von mir den letzten Tagen nichts gehört habt. Der Strom reichte so gerade eben für Fotos und eine notdürftige Navigation.

Edited by cbk
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Mit der Fähre ging es dann weiter zur Nachbarinsel Sao Jorge mit der „Hauptstadt“ Velas. Ich habe die Anführungsstriche gesetzt, weil auf der kompletten Insel (ca. 50km lang aber nur 8km breit) nur 8.800 Menschen leben.

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Velas „von oben“

Dort in der Hauptstadt gibt es einen von zwei Supermärkten auf der Insel.

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Glaubt es oder nicht, aber nach der Straßenkarte kann man da wirklich fahren, wenn man einmal das System der fünf Einbahnstraßen innerhalb von Velas verstanden hat.

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Da die Küsten Sao Jorges insgesamt sehr steil und steinig sind und die Portugiesische Galeere (sehr giftige Qualle) hier ein Problem ist, haben praktisch alle Ortschaften Freibäder in Form von Lavabecken (Naturpools) direkt an die Küste gebaut, in die sie einfach kontinuierlich Meerwasser hinein pumpen. Da die Galeere an der Oberfläche treibt, genügt es das Wasser in 3m Tiefe anzusaugen.

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Solltet auch Ihr mal nach Sao Jorge kommen, kann ich Euch das Café Nunes an der Faha do Vimes empfehlen.

Dort wird im Steilhang der eigene Kaffee angebaut und er schmeckt alles Andere als schlecht, ganz mild im Abgang. 😋

Kaffee wächst normalerweise nur um den Äquator bis maximal zum 25. Breitengrad. Sao Jorge liegt auf dem 37. Breitengrad. Aber der im Winter wärmende Atlantik und der Steilhang machen Europas einzige Kaffeeplantage möglich.

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Da sieht dem beim Trocknen zu, das man nachher trinkt.

Und ja, auch auf Sao Jorge war die 125er eigentlich überfordert. Aber wenn in den Unterkünften schon Listen ausliegen, um sich die Taxi-Kosten von auch mal 200€/Tag zu teilen und die Taxifahrer die Uhrzeiten bestimmen, weil es nur 3 Taxis auf der Insel gibt, … Wie war das mit dem kleinen Mädchen im vorherigen Post? 😉

Während ich auf der Insel war, ist mir mehrfach eine Reisegruppe über den Weg gelaufen. Ein namhafter deutscher Pauschalanbieter, der sich auf Portugal spezialisiert hat, bietet wohl auch die Azoren an. Die Gruppe bestand aus 21 Personen (inkl. Reiseleitung) und ist eigentlich überall nur negativ aufgefallen. Das lag aber nicht an dem Verhalten der Personen sondern schlicht daran, dass die Infrastruktur auf der Insel für solche Gruppen nicht ausgelegt ist.

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