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ACHTUNG STELVIO Besitzer...Möglicher Material- und Fertigungsfehler an der Vorderradgabel / Dämpfung vorne


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Moin,
 
nach Rücksprache mit dem Admin der Moto Guzzi Stelvio Gruppe,
Ulrich...
 
stelle ich diesen Bericht aus der Facebook Grupe HIER ein:
 
 
Möglicher Material- und Fertigungsfehler an der Vorderradgabel / Dämpfung vorne
 
1. Ausgangssituation
Bei mehreren Motorrädern der ersten Baureihe wurde ein identischer Defekt an der Vorderradgabel festgestellt.

Der Sachverhalt wurde zunächst am 12.02.2024 von unserem technisch versierten Mitglied Jochen (JoLa) dokumentiert, fand jedoch zunächst wenig Beachtung, da zu diesem Zeitpunkt keine weiteren Fälle bekannt waren und die Vorderradgabel bei den meisten Fahrzeugen bislang nicht demontiert wurde.
Durch weitere Rückmeldungen und Gespräche mit mir und mehreren Besitzern desselben Modells konnten inzwischen mindestens fünf Fahrzeuge identifiziert werden, bei denen derselbe Schaden aufgetreten ist. Betroffen sind offenbar Fahrzeuge der ersten Serie, wobei derzeit keine eindeutige Eingrenzung nach Fahrgestellnummern möglich ist.
 
2. Fehlerbild
Der festgestellte Schaden betrifft die Vorderradgabel mit Sachs-Federelementen und äußert sich durch:
Ablösungen der Chrombeschichtung an den Tauchrohren
Beschädigungen an Standrohren und Dichtringen
Aufnahme von Fertigungsrückständen (Metallspänen) im Inneren der Gabel
Diese Späne stammen vermutlich aus dem Fertigungsprozess der Gabelkomponenten und wurden bei der Montage nicht vollständig entfernt.
 
3. Technische Ursache (vermutet)
Als wahrscheinliche Ursache gilt das Vorhandensein von Restspänen aus dem Herstellungsprozess der Gabel.
Der vermutete Schadensmechanismus:
Während der Produktion verbleiben Metallspäne im Inneren der Gabel.
Diese Späne werden im Betrieb durch die Bewegung der Gabel im Gabelöl zirkuliert.
Die Partikel gelangen an Dichtungen und Standrohre.
Durch Reibung und Druck beschädigen sie:
die Dichtringe
die Oberflächen der Standrohre
Die beschädigten Dichtungen können die Partikel aufnehmen bzw. weiter verteilen.
In Folge kommt es zu Beschädigungen der Chromschicht der Tauchrohre, die sich partiell ablöst.
 
4. Auftreten des Schadens
Der Defekt kann oft erst nach längerer Laufleistung sichtbar werden, da die Beschädigungen zunächst verdeckt liegen.
Beobachtete Beispiele:
Fahrzeug 1: Schaden festgestellt bei ca. 30.000 km
Fahrzeug 2: Erste Ablösungserscheinungen bei ca. 7.000 km
Weitere Fahrzeuge bei 13500 km, 9700 km : ähnliches Fehlerbild bestätigt
WICHTIG !!!
Die Schäden sind von außen meist nicht sichtbar, solange der vordere Kotflügel montiert ist.
 
5. Entdeckung des Fehlers
Im dokumentierten Fall wurde der Schaden erst während eines Umbaus der Gabel entdeckt.
Der Umbau umfasste den Einbau von Andreani-Cartridges in die Gabel.
Während der Demontage stellte der Händler fest:
Beschädigungen an der Oberfläche der Tauchrohre
sichtbare Ablösungen der Verchromung
sehr viele Restspäne
Ohne diese Demontage wäre der Schaden vermutlich erst später durch Ölverlust der Gabel aufgefallen.
 
6. Mögliche Folgen
Wird der Schaden nicht frühzeitig erkannt, können folgende Probleme auftreten:
Verschleiß der Dichtringe
Undichtigkeit der Gabel
Ölverlust
Erhöhte Reparaturkosten
Der Austausch eines einzelnen Gabelholms liegt preislich bei etwa 1.200 € pro Holm, wodurch eine Reparatur schnell sehr kostenintensiv werden kann.
 
7. Betroffene Fahrzeuge
Aktuell liegen Hinweise vor auf:
mehrere Motorräder der ersten Baureihe
keine klare Zuordnung zu bestimmten Fahrgestellnummern
Da keine eindeutige Eingrenzung möglich ist, kann nicht ausgeschlossen werden, dass weitere Fahrzeuge betroffen sind.
 
8. Empfohlene Maßnahmen
1. Sichtprüfung durchführen
Empfohlen wird eine regelmäßige Sichtkontrolle der Vorderradgabel, insbesondere:
Bereich der Tauchrohre unterhalb des vorderen Kotflügels
mögliche Beschädigungen oder Ablösungen der Chromschicht
Gegebenenfalls sollte dafür der vordere Kotflügel demontiert werden, da der Schaden sonst schwer erkennbar ist.

2. Händler kontaktieren
Bei Auffälligkeiten sollte umgehend:
ein autorisierten Servicehändler
oder eine Fachwerkstatt
kontaktiert werden.
 
9. Besonderheiten hinsichtlich Garantie
Der Defekt wird sicherlich häufig erst nach Ablauf der Werksgarantie sichtbar werden. Dadurch kann die Kostenübernahme problematisch sein. Eine frühzeitige Prüfung kann helfen, mögliche Schäden rechtzeitig zu dokumentieren.




Hier die technische Dokumentaion:

Technischer Bericht zur ZF Sachs Vorderradgabel der Moto Guzzi Stelvio ab 2024
Die in der Moto Guzzi Stelvio verbaute Vorderradgabel von ZF Friedrichshafen AG (ZF Sachs) ist laut Herstellerangabe erstmals bei 24.000 km zu warten.
Im Anwenderumfeld existieren jedoch unterschiedliche Rückmeldungen hinsichtlich einer teilweise unterdurchschnittlichen Ansprechcharakteristik. Nach mehreren Einstellversuchen wurde eine fahrbare Grundeinstellung gefunden, mit der das Fahrzeug zunächst betrieben wurde. Für die Winterpause war eine Überarbeitung der Gabel vorgesehen, um das Ansprechverhalten weiter zu optimieren – ein im Fahrwerksbereich übliches Vorgehen.

Geplante Optimierungsmaßnahmen:
· Einsatz selbstschmierender Simmerringe
· Verwendung speziell beschichteter Führungsbuchsen zur Reduzierung der Losbrechkraft (Herstellerangaben zufolge Verbesserung um bis zu 25 % in Kombination mit geeigneten Dichtungen)
· Politur aller gleitenden Kontaktflächen
· Verwendung eines abgestimmten Gabelöls
Im Zuge der Demontage und Zerlegung wurde das vorhandene Ölvolumen beider Holme exakt vermessen. In beiden Gabelholmen befanden sich jeweils 470 ml Öl.
Laut Herstellervorgabe beträgt die Sollfüllmenge:
· rechter Holm: 579 ml
· linker Holm: 449 ml

Da die Gabel konstruktiv rechts und links unterschiedlich aufgebaut ist, sind abweichende Füllmengen technisch plausibel. Bei identischer Luftkammerhöhe ergeben sich aufgrund des unterschiedlichen Innenaufbaus zwangsläufig verschiedene Ölvolumina. Im rechten Holm fehlten demnach rund 100 ml gegenüber der Spezifikation.

Zusätzlich wurde bei der Demontage ein stark verschmutztes, tiefschwarz verfärbtes Gabelöl festgestellt. Nach lediglich 9.000 km Laufleistung ist üblicherweise eher eine leichte Graufärbung oder – je nach Hersteller – eine rötliche bzw. grünliche Tönung zu erwarten.

Nach dem Ablassen des Öls (über Nacht abgetropft) und anschließender Reinigung mit Petroleum zeigte sich erheblicher metallischer Abrieb in Form von Spänen und feinen Partikeln.

Bei der weiteren Begutachtung wurde festgestellt, dass ein Tauchrohr im Bereich der Führungsfläche massiv beschädigt ist. Die Lauffläche zeigte deutliche Materialabtragungen („Ausfressungen“), zudem befanden sich Metallspäne in der Innenbuchse. Es besteht der Verdacht, dass produktionsbedingte Rückstände (Fertigungsabrieb) nicht vollständig entfernt wurden und die Baugruppe in diesem Zustand montiert wurde.
 
 
 
 
Bewertung der Situation
Bemerkenswert ist, dass im Fahrbetrieb subjektiv keine eindeutigen Auffälligkeiten wahrnehmbar waren. Es ist jedoch davon auszugehen, dass die vorhandenen Späne mittelfristig zu einer Beschädigung der Simmerringe und damit zu Undichtigkeiten geführt hätten.
 
Bei einer Entdeckung erst zum regulären Serviceintervall bei 24.000 km wäre unter Umständen ein vollständiger Austausch der Gabel erforderlich geworden, was mit erheblichen Kosten verbunden gewesen wäre.
 
Laut Aussage eines Fahrwerksspezialisten, der regelmäßig Gabeln aus dem Enduro-Bereich instand setzt – darunter auch Komponenten von ZF verschiedener Hersteller – seien vergleichbare Befunde mit starkem Fertigungsabrieb mehrfach aufgetreten.
 
Im Rahmen der Begutachtung durch einen Händler wurde zunächst auf das offizielle Serviceintervall von 24.000 km verwiesen und die vorgezogene Demontage bei 9.000 km hinterfragt. Die Zerlegung erfolgte jedoch nicht im Rahmen einer regulären Wartung, sondern aufgrund der geplanten fahrdynamischen Optimierung, wobei der geschilderte Zustand festgestellt wurde.
 
Fazit
Der vorgefundene Zustand lässt auf erhebliche Qualitätsabweichungen schließen. Besonders kritisch ist, dass der Schaden im normalen Fahrbetrieb zunächst nicht unmittelbar erkennbar war.

Nachtrag 13.03.2026
Ich hatte heute ein Telefonat mit ZF Sachs und Glück einen erfahrenen Selbst Motorradfahrer am Telefon zu haben. Er meinte dass der Laden mittlerweile so groß ist dass selbst er nicht weiß wo die Teile produziert werden und wie die Qualitätskontrolle läuft. Vermutlich wird die Gabel direkt in Italien bei ZF Sachs produziert und dirkt zur Montage im Werk weitergeleitet ( aber nur eine Vermutung )

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Edited by holger333
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Auch von mir vielen Dank für den Hinweis !

Ich hatte den Beitrag schon bei Fratzebook gelesen und zu Anfang dachte ich betrifft wohl nur die 2024 Stelvio. 

Nachdem nächste Woche endlich meine Bremsscheiben auf Garatie getauscht werden bin ich mal gespannt ob die 2025 Stelvio auch von diesem Problem betroffen sind. 

Frage bei dem Termin ob mein Händler schon von dem Problem gehört hat und was er dazu sagt.

Ich werde je nach Termin im April oder Mai meine Gabelfedern gegen einen Andreani Cartridge Kit tauschen lassen und da wird man sehen, ob es bei meiner Duecento auch der Fall ist. Hoffe aber das dieser Kelch an mir vorüber geht. Werde hier im Forum nach dem Umbau berichten.

LG Uwe

Edited by Gysmo
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Das scheinen bedauerliche Einzelfälle zu sein. Hatte die Gabel an meiner 24er Stelvio bei Kilometerstand 100 (einen Tag nach dem Kauf) komplett zerlegt für Wilbers Komponenten. Die Gabel war innen top sauber. Keine Späne, Dreck oder sonstiger Moog. 

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