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V100 Mandello und Mandello S - Das ist richtig gut gelungen :-)


Sport1100

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Guten Morgen,

ich habe nun mit meiner Mandello S fast 35.000 km auf der Uhr und möchte mal Teilen, was in meinen Augen richtig gut ist.

Optik:

Als ich die ersten Bilder der Mandello gesehen habe, gingen mir diese nicht mehr aus dem Kopf. Egal ob mit oder ohne Koffer, bei der Mandello passt einfach alles zusammen und es gibt nichts und keinen Betrachtungswinkel, wo nicht diese Dynamik und stimmigen Linien zusammen passen. Auch die technischen Komponenten wie Fahrwerk, Beleuchtung, Agregathe und nachtürlich der Motor werden dem Auge auf wunderbare Weise präsentiert. Ich habe bei meiner grünen S noch auf die goldfarbenen Felgen gewechselt, weil diese traumhafen Felden in hell noch viel eindrucksvoller sind. Jedesmal, wenn ich neue Pellen aufziehen lasse und mit den Rädern beim Reifendienst aufschlage werde ich gefragt zu welchem Motorrad denn diese wunderschönen Räder gehören.

Beleuchtung:

Die Beleuchtung ist das beste, was ich an einem Motorrad im Serienzustand erlebt habe und liegt im Vergleich zu anderen modernen Motorrädern ganz weit vorne. Ich habe es selber erleben dürfen, dass auch ein unbeleuchteter schweizer Pass im Stockdunklen mit der Mandello dank des zweistufigen Kurvenlichts eine wahre Freude sein kann. Oben auf dem Pass durfte ich dann den Sonnenaufgang erleben.

Aber auch die Sichtbarkeit der Mandello im Staßenverkehr ist sehr gut. Das TFL im Adlerdesign, welcher eindrucksvoll die Flügel ausbreitet, wenn die Zündung angeht ist schon ein nettes Gimmick :-).

Das turbienenartige Rücklicht wurde auch schon von Kumpels sehr gelobt. Vor allem ist es gut sichtbar und das großflächige Bremslicht hinterlässt keinen Fleck auf der Netzhaut, wie es bei anderen laserartigen Bremslichtern von modernen Mopeds oft der Fall ist.

Triebwerk:

Motor, Kupplung und Getriebe muss man m.E. immer zusammen betrachten, zumal bei der V100 diese Komponenten sehr kompakt sind und in einem Ölkreislauf arbeiten. Meine Mandello S war auf dem Leistungsprüfstand und hat auf Anhieb die ausgewiesene Leistung von 114,7 PS (115 PS sollten es sein) in die Rolle gedrückt. Damit ist schon mal die Leistungsangabe von Guzzi sehr ehrlich. Die Leistung des Motor wird ab 2500 U/min stetig ansteigend abgegeben. Erst am Ende des Drehzahlbandes lässt der Druck nach. Der Drehzahlbegrenzer reagiert sehr weich, kein Rucken oder schlagartiger Lastwechsel, der Motor sagt mir auf charmante Weise -" reicht jetzt!" und dreht mir den Gashahn langsam wieder zu.

Die Gänge sind auf die Leistungsabgabe vom Motor sehr sehr gut abgestimmt. Die Höchstgeschwindigkeit wird in der Ebene im 6. Gang erreicht und der Motor dreht dann aus. Es gibt für jede Situation den richtigen Gang, um mehr Leistung und Drehmoment an das Hinterrad zu geben, als wirklich benötigt wird. Darüberhinaus arbeitet das Getriebe sehr definiert, sprich man merkt den Gangwechsel deutlich und auch der Druckpunkt am Schalthebel ist für mich optimal.

Die Nasskupplung arbeitet wie sie soll, wer ein 25er Modell hat, wird den Vorteil der Torsionsdämpfer beim Schalten mit Kupplung merken, wer wie ich nahezu ausschließlich mit QuickShifter und Blipper fährt, der merkt da keinen großartigen Unterschied.

Fahrwerk:

Mit meiner Mandello Shabe ich ja das semiaktive Öhlins-Fahrwerk drin und dass passt einfach. Ich habe mich mit einem Kollegen hingesetzt und da mal ein bisschen ausprobiert, wir sind aber zum Schluss gekommen, dass Guzzi hier ein Setup voreingestellt hat, was irgendwie nicht mehr zu verbessern ist. Die sportliche Automatik-Einstellung lässt die Räder blitzschnell ausfedern, geben aber beim Einfedern viel gegendruck, sprich die Zugstufe ist relativ weich, die Druckstufe schon sportlich fest. Das passt alles Harmonisch zusammen und fühlt sich wie ein Sportler an.

Im komfortablen Automatik-Modus ist die Dämpfung deutlich milder, ich nutze diese bei schlechten Wegstrecken und auf längeren (gemütlichen) Autobahnabschnitten.

Die beiden manuellen Modi nutze ich nie, hier könnte man sich für eine Rennstrecke ein zugeschnittenes Setup hinterlegen.

Ergonomie:

Sportlich, aber auch tourentauglich. Es ist halt ein Sport Tourer oder Sport Cruiser. Wer das knackige Fahrwerk nutzt ist mit der serienmäßigen Sitzposition gut bedient. Ich sitze auf der Mandello leicht Richtung Vorderrad geneigt, gerade soviel dass meine Bandscheiben nicht wir ein Jenga-Turm aufeinander gestapelt ausgerichtet sind, aber auch nicht so viel, dass ich permanent Spannung auf der Rückenmuskulatur habe, bzw. mich mit den Händen am Lenker abstützen müsste.

Der Kniewinkel ist zwischen Tourer und Sportler. Ich mit 184cm und relativ langen Stelzen fühle mich da richtig wohl. Die Kontrolle über das Motorrad ist immer da und die Mandello reagiert sauber und beherrschbar auf jeglichen Impuls mit Hand, Knie, Fuß und Gesäß.

Alle Schalter sind gut erreich- und bedienbar.

Fahrleistungen:

Meine Mandello erreicht und überschreitet die in den Fahrzeugpapieren angegebene Höchstgeschwindigkeit.

Viel wichhtige ist mir aber, dass ich bei meinen Ausfahrten, Touren und Urlauben auf Landstraßen und Pässen gut aufgestellt bin und da macht die Mandello richtig Laune. Sie ist handlich, läuft stabil und ist trotzdem agil. Das zusammenspiel aus Fahrwerk, Ergonomie und Triebwerk passt einfach, jede Zündung im Zylinder wird auf die Straße gebracht. Wenn der Asphalt griffig ist, hebt die Mandello am Kurvenausgang bereits in Schräglage das Vorderrad an, wenn man im Sportmodus und dem richtigen Gang am Kabel zieht. Wo soll es da noch hingehen? Die 115PS und 105nm passen einfach. Auf der Landstraße ist das mehr als genug und ich finde es sau gut, dass Guzzi sich hier nicht von dem allgemeinen Trend beeinflussen lässt.

Elektronische Helfer und Ausstattung:

Griffheizung habe ich schon mal genutzt, z.B. bei einer Fahrt im Oktober über die Alpen. Stufe 2 von 3 ist für mich da i.O.

Sitzheizung gibt es als Extra, habe ich aber nicht.

Tempomat funktioniert, nutzte ich auf Autobahnabschnitten, bei Ortsdruchfahrten mit wenig Verkehr und in den Alpen auf den Talstraßen.

MIA (Bluetooth & Co.) ist angenehm. Ich habe iPhone und Intercom mit der Mandello verbunden und steuer alles vom Lenker aus. Navi habe ich auch schon mal genutzt, funktioniert alles nach diversen Updates :-).

Fahrassistenten sind bei der Mandello sehr harmonisch fast schon unauffällig integriert. Trotzdem merkt man sie, wenn man es übertreibt. Die Eingriffe sind immer sehr harmonisch und selbst in der Sportlichsten Einstellung auf Stabilität ausgelegt.

Ein Beispiel: Ich habe mit meiner alten Sport1100 durch ambitionierte Zurückschalten und Betätigung der Fußbremse das Motorrad vor der Kurve eindrehen lassen. Dies lässt das Stabilitätsprogramm der V100 nicht zu, die Mandello bleibt immer in der Spur.

Nur wenn in der Kurve auf einmal Sand, Öl, Kies oder was auch immer ist, dann reagieren die Systeme deutlich und verhindern das Schlimmste - sofern man nicht schon vorher auf der letzten Rille unterwegs war. Und dass funktioniert auch bei relativ geringen Geschwindigkeiten. Ich bin z.B. dieses Jahr in eine relativ leichte linkskurve eingefahren mit ca. 40 km/h. Dabei habe ich schotter auf der Fahrbahn übersehen und nach kurzem Vorderradrutscher kam das Hinterrad so heftig, dass ich mit der linken Fußraste aufgesetzt bin und such die Mandello im 45° Winkel zur Fahrtrichtung befand. Keine 1/10 Sekunde später, war die Mandello wieder aufrecht und in Fahrtrichtung. Das Ganze ging so schnell, dass der Hintermann gar nix mitbekommen hatte, sich nur über den Funkenflug und die plötzliche Staubentwicklung wunderte. Bei mir im Display blinkte es noch eine Sekunde nach. - Danke Guzzi 🙂

Wartbarkeit:

Die Inspektionen fallen im Vergleich zur anderen Herstellern und Modellen nicht aus dem Rahmen, sind eher günstiger. 12.000 km Wartungsintervalle sind vollkommen i.O. und alle 24.000 die Ventile kontrollieren / Einstellen auch.

Ich habe bei einem Guzziservice für die große 24.000er incl. zwei neuer Reifen mit Montage 932,00 Euro bezahlt, das finde ich absolut i.O.

Auch für Schrauber ist Mandello gut zu handhaben. Die Airbox ist unter einem mit vier schrauben befestigtem Deckel, die Einfüllstutzen und Drainageschrauben für Öl und Wasser sind ohne demontage von Verkleidungen erreichbar und die Batterie ist unter der gesteckten Sitzbank nach dem lösen von zwei  Inbusschrauben in einer Minute erreichbar. Zündkerzen und Zündspulen sind auch unter zwei Kunststoffhauben, die jeweils mit einer Schraube gesichert sind, erreichbar.

Selbst das Einstellen der Ventile ist (wenn man mal von der übertriebenen Vorgabe im Servciemanual absieht) kein Problem, da die Schims nach dem rausnehmen der Schlepphebel erreichbar sind.

Demontage vom Vorderrad ist standard und beim Hinterrad benötigt man für die Zentralmutter eine 65er 12zahn-Nuss, einen langen Hebel und einen Drehmomentschlüssel der 330nm kann. Wenn man das hat, braucht man für Ein- uns Ausbau vom Hinterrad 5 Minuten, da der Endtopf mit zwei Schrauben sehr easy gelöst werden und kratzfrei abgelegt werden muss.

Anlasser und Kupplung sind ohne weitere Demontagen errreichbar, nur die Lichtmaschine sitzt zwischen den Zylindern und da ist ein wenig mehr Schraubarbeit angesagt, wenn man da mal dran müsste. Auch bei der Wartbarkeit ist die Mandello ganz weit vorne.

 

Die Mandello S ist wie für mich gemacht. Auf gemeinschaftlichen Touren habe ich noch nicht erlebt, dass ich mit der Mandello S mich in irgendeiner Art gehetzt gefühlt habe. Selbst bei flotten Ausfahrten mit 200 PS Supersportlern fährt man bequem auf der Landstraße mit, sofern alle bestrebt sind, die Führerscheine zu behalten und ggf. noch eine weitere Tour planen möchte.

 

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Danke für diese Ausführlichkeit. Für mich sind Berichte dieser Art wichtig, da ich auf der Suche nach einem Gefährt bin, das mich auf meinen langen Touren, kürzeren Ausflügen und auch (etwas) Kurvernhatz durch den Odenwald begleitet. Ich bin mir noch nicht sicher, welches Gefährt es wird: Moto Guzzi Mandello S, Stelvio oder Honda NT100 DCT ES oder ein gebrauchter Dampfer Yamaha FJR 1300?

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vor 3 Stunden schrieb Sport1100:

Guten Morgen,

ich habe nun mit meiner Mandello S fast 35.000 km auf der Uhr und möchte mal Teilen, was in meinen Augen richtig gut ist.

Optik:

Als ich die ersten Bilder der Mandello gesehen habe, gingen mir diese nicht mehr aus dem Kopf. Egal ob mit oder ohne Koffer, bei der Mandello passt einfach alles zusammen und es gibt nichts und keinen Betrachtungswinkel, wo nicht diese Dynamik und stimmigen Linien zusammen passen. Auch die technischen Komponenten wie Fahrwerk, Beleuchtung, Agregathe und nachtürlich der Motor werden dem Auge auf wunderbare Weise präsentiert. Ich habe bei meiner grünen S noch auf die goldfarbenen Felgen gewechselt, weil diese traumhafen Felden in hell noch viel eindrucksvoller sind. Jedesmal, wenn ich neue Pellen aufziehen lasse und mit den Rädern beim Reifendienst aufschlage werde ich gefragt zu welchem Motorrad denn diese wunderschönen Räder gehören.

Beleuchtung:

Die Beleuchtung ist das beste, was ich an einem Motorrad im Serienzustand erlebt habe und liegt im Vergleich zu anderen modernen Motorrädern ganz weit vorne. Ich habe es selber erleben dürfen, dass auch ein unbeleuchteter schweizer Pass im Stockdunklen mit der Mandello dank des zweistufigen Kurvenlichts eine wahre Freude sein kann. Oben auf dem Pass durfte ich dann den Sonnenaufgang erleben.

Aber auch die Sichtbarkeit der Mandello im Staßenverkehr ist sehr gut. Das TFL im Adlerdesign, welcher eindrucksvoll die Flügel ausbreitet, wenn die Zündung angeht ist schon ein nettes Gimmick :-).

Das turbienenartige Rücklicht wurde auch schon von Kumpels sehr gelobt. Vor allem ist es gut sichtbar und das großflächige Bremslicht hinterlässt keinen Fleck auf der Netzhaut, wie es bei anderen laserartigen Bremslichtern von modernen Mopeds oft der Fall ist.

Triebwerk:

Motor, Kupplung und Getriebe muss man m.E. immer zusammen betrachten, zumal bei der V100 diese Komponenten sehr kompakt sind und in einem Ölkreislauf arbeiten. Meine Mandello S war auf dem Leistungsprüfstand und hat auf Anhieb die ausgewiesene Leistung von 114,7 PS (115 PS sollten es sein) in die Rolle gedrückt. Damit ist schon mal die Leistungsangabe von Guzzi sehr ehrlich. Die Leistung des Motor wird ab 2500 U/min stetig ansteigend abgegeben. Erst am Ende des Drehzahlbandes lässt der Druck nach. Der Drehzahlbegrenzer reagiert sehr weich, kein Rucken oder schlagartiger Lastwechsel, der Motor sagt mir auf charmante Weise -" reicht jetzt!" und dreht mir den Gashahn langsam wieder zu.

Die Gänge sind auf die Leistungsabgabe vom Motor sehr sehr gut abgestimmt. Die Höchstgeschwindigkeit wird in der Ebene im 6. Gang erreicht und der Motor dreht dann aus. Es gibt für jede Situation den richtigen Gang, um mehr Leistung und Drehmoment an das Hinterrad zu geben, als wirklich benötigt wird. Darüberhinaus arbeitet das Getriebe sehr definiert, sprich man merkt den Gangwechsel deutlich und auch der Druckpunkt am Schalthebel ist für mich optimal.

Die Nasskupplung arbeitet wie sie soll, wer ein 25er Modell hat, wird den Vorteil der Torsionsdämpfer beim Schalten mit Kupplung merken, wer wie ich nahezu ausschließlich mit QuickShifter und Blipper fährt, der merkt da keinen großartigen Unterschied.

Fahrwerk:

Mit meiner Mandello Shabe ich ja das semiaktive Öhlins-Fahrwerk drin und dass passt einfach. Ich habe mich mit einem Kollegen hingesetzt und da mal ein bisschen ausprobiert, wir sind aber zum Schluss gekommen, dass Guzzi hier ein Setup voreingestellt hat, was irgendwie nicht mehr zu verbessern ist. Die sportliche Automatik-Einstellung lässt die Räder blitzschnell ausfedern, geben aber beim Einfedern viel gegendruck, sprich die Zugstufe ist relativ weich, die Druckstufe schon sportlich fest. Das passt alles Harmonisch zusammen und fühlt sich wie ein Sportler an.

Im komfortablen Automatik-Modus ist die Dämpfung deutlich milder, ich nutze diese bei schlechten Wegstrecken und auf längeren (gemütlichen) Autobahnabschnitten.

Die beiden manuellen Modi nutze ich nie, hier könnte man sich für eine Rennstrecke ein zugeschnittenes Setup hinterlegen.

Ergonomie:

Sportlich, aber auch tourentauglich. Es ist halt ein Sport Tourer oder Sport Cruiser. Wer das knackige Fahrwerk nutzt ist mit der serienmäßigen Sitzposition gut bedient. Ich sitze auf der Mandello leicht Richtung Vorderrad geneigt, gerade soviel dass meine Bandscheiben nicht wir ein Jenga-Turm aufeinander gestapelt ausgerichtet sind, aber auch nicht so viel, dass ich permanent Spannung auf der Rückenmuskulatur habe, bzw. mich mit den Händen am Lenker abstützen müsste.

Der Kniewinkel ist zwischen Tourer und Sportler. Ich mit 184cm und relativ langen Stelzen fühle mich da richtig wohl. Die Kontrolle über das Motorrad ist immer da und die Mandello reagiert sauber und beherrschbar auf jeglichen Impuls mit Hand, Knie, Fuß und Gesäß.

Alle Schalter sind gut erreich- und bedienbar.

Fahrleistungen:

Meine Mandello erreicht und überschreitet die in den Fahrzeugpapieren angegebene Höchstgeschwindigkeit.

Viel wichhtige ist mir aber, dass ich bei meinen Ausfahrten, Touren und Urlauben auf Landstraßen und Pässen gut aufgestellt bin und da macht die Mandello richtig Laune. Sie ist handlich, läuft stabil und ist trotzdem agil. Das zusammenspiel aus Fahrwerk, Ergonomie und Triebwerk passt einfach, jede Zündung im Zylinder wird auf die Straße gebracht. Wenn der Asphalt griffig ist, hebt die Mandello am Kurvenausgang bereits in Schräglage das Vorderrad an, wenn man im Sportmodus und dem richtigen Gang am Kabel zieht. Wo soll es da noch hingehen? Die 115PS und 105nm passen einfach. Auf der Landstraße ist das mehr als genug und ich finde es sau gut, dass Guzzi sich hier nicht von dem allgemeinen Trend beeinflussen lässt.

Elektronische Helfer und Ausstattung:

Griffheizung habe ich schon mal genutzt, z.B. bei einer Fahrt im Oktober über die Alpen. Stufe 2 von 3 ist für mich da i.O.

Sitzheizung gibt es als Extra, habe ich aber nicht.

Tempomat funktioniert, nutzte ich auf Autobahnabschnitten, bei Ortsdruchfahrten mit wenig Verkehr und in den Alpen auf den Talstraßen.

MIA (Bluetooth & Co.) ist angenehm. Ich habe iPhone und Intercom mit der Mandello verbunden und steuer alles vom Lenker aus. Navi habe ich auch schon mal genutzt, funktioniert alles nach diversen Updates :-).

Fahrassistenten sind bei der Mandello sehr harmonisch fast schon unauffällig integriert. Trotzdem merkt man sie, wenn man es übertreibt. Die Eingriffe sind immer sehr harmonisch und selbst in der Sportlichsten Einstellung auf Stabilität ausgelegt.

Ein Beispiel: Ich habe mit meiner alten Sport1100 durch ambitionierte Zurückschalten und Betätigung der Fußbremse das Motorrad vor der Kurve eindrehen lassen. Dies lässt das Stabilitätsprogramm der V100 nicht zu, die Mandello bleibt immer in der Spur.

Nur wenn in der Kurve auf einmal Sand, Öl, Kies oder was auch immer ist, dann reagieren die Systeme deutlich und verhindern das Schlimmste - sofern man nicht schon vorher auf der letzten Rille unterwegs war. Und dass funktioniert auch bei relativ geringen Geschwindigkeiten. Ich bin z.B. dieses Jahr in eine relativ leichte linkskurve eingefahren mit ca. 40 km/h. Dabei habe ich schotter auf der Fahrbahn übersehen und nach kurzem Vorderradrutscher kam das Hinterrad so heftig, dass ich mit der linken Fußraste aufgesetzt bin und such die Mandello im 45° Winkel zur Fahrtrichtung befand. Keine 1/10 Sekunde später, war die Mandello wieder aufrecht und in Fahrtrichtung. Das Ganze ging so schnell, dass der Hintermann gar nix mitbekommen hatte, sich nur über den Funkenflug und die plötzliche Staubentwicklung wunderte. Bei mir im Display blinkte es noch eine Sekunde nach. - Danke Guzzi 🙂

Wartbarkeit:

Die Inspektionen fallen im Vergleich zur anderen Herstellern und Modellen nicht aus dem Rahmen, sind eher günstiger. 12.000 km Wartungsintervalle sind vollkommen i.O. und alle 24.000 die Ventile kontrollieren / Einstellen auch.

Ich habe bei einem Guzziservice für die große 24.000er incl. zwei neuer Reifen mit Montage 932,00 Euro bezahlt, das finde ich absolut i.O.

Auch für Schrauber ist Mandello gut zu handhaben. Die Airbox ist unter einem mit vier schrauben befestigtem Deckel, die Einfüllstutzen und Drainageschrauben für Öl und Wasser sind ohne demontage von Verkleidungen erreichbar und die Batterie ist unter der gesteckten Sitzbank nach dem lösen von zwei  Inbusschrauben in einer Minute erreichbar. Zündkerzen und Zündspulen sind auch unter zwei Kunststoffhauben, die jeweils mit einer Schraube gesichert sind, erreichbar.

Selbst das Einstellen der Ventile ist (wenn man mal von der übertriebenen Vorgabe im Servciemanual absieht) kein Problem, da die Schims nach dem rausnehmen der Schlepphebel erreichbar sind.

Demontage vom Vorderrad ist standard und beim Hinterrad benötigt man für die Zentralmutter eine 65er 12zahn-Nuss, einen langen Hebel und einen Drehmomentschlüssel der 330nm kann. Wenn man das hat, braucht man für Ein- uns Ausbau vom Hinterrad 5 Minuten, da der Endtopf mit zwei Schrauben sehr easy gelöst werden und kratzfrei abgelegt werden muss.

Anlasser und Kupplung sind ohne weitere Demontagen errreichbar, nur die Lichtmaschine sitzt zwischen den Zylindern und da ist ein wenig mehr Schraubarbeit angesagt, wenn man da mal dran müsste. Auch bei der Wartbarkeit ist die Mandello ganz weit vorne.

 

Die Mandello S ist wie für mich gemacht. Auf gemeinschaftlichen Touren habe ich noch nicht erlebt, dass ich mit der Mandello S mich in irgendeiner Art gehetzt gefühlt habe. Selbst bei flotten Ausfahrten mit 200 PS Supersportlern fährt man bequem auf der Landstraße mit, sofern alle bestrebt sind, die Führerscheine zu behalten und ggf. noch eine weitere Tour planen möchte.

 


Sehr schön beschrieben Stefan, kann ich zu 100% bestätigen.

Ich muss immer lachen, wenn Leute schreiben, die Mandello wäre zu langsam, mir ist auf der Landstraße noch keiner weggefahren,

außer wenn sie dann panisch mit 100 durch Ortschaften „flüchten“ :classic_rolleyes:

Gruß

Tom

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Naja, ist immer relativ was "weggefahren" bedeutet. Hält man sich ansatzweise an die Verkehrsregeln, fährst du auf der Landstraße auch keinem 30 PS Kymco weg. 

Will man "dranbleiben" und hat man paar Leute mit größerer Nipponware oder was aus Spandau oder Mattighofen mit in der Gruppe, muss man den V100 allerdings schon ganz schön scheuchen. Wenn der Hintermann vom Gas gegt, weil der Gaul aus Mandello nicht in die Hufe kommt, merkt man das schon irgendwie. Aber alles klagen auf extrem hohem Niveau...

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vor 1 Stunde schrieb Blixa:

Naja, ist immer relativ was "weggefahren" bedeutet. Hält man sich ansatzweise an die Verkehrsregeln, fährst du auf der Landstraße auch keinem 30 PS Kymco weg. 

Will man "dranbleiben" und hat man paar Leute mit größerer Nipponware oder was aus Spandau oder Mattighofen mit in der Gruppe, muss man den V100 allerdings schon ganz schön scheuchen. Wenn der Hintermann vom Gas gegt, weil der Gaul aus Mandello nicht in die Hufe kommt, merkt man das schon irgendwie. Aber alles klagen auf extrem hohem Niveau...

Ich kann das nicht bestätigen . . .  

Der Grip, den die V100 am Eingang der Kurve auch ohne zu Bremsen auf das Vorderrad bringt, in Verbindung mit dem Grip beim Gasanlegen im Scheitelpunkt ist auf ganz hohem Niveau, vorrausgesetzt man hat einen Sport oder Tourensportreifen drauf.

Ich will jetzt hier keine einzelnen Situationen auf Ausfahrten beschreiben, ich kann nur sagen, das folgede Aussagen kamen:

  • Superduke 1299: "Nie und nimmer hat die nur 115 PS, Du bist mir ja bei jedem Kurvenausgang weggefahren!"
  • Speed Tripple RS: "Das ist eine Freude, zu sehen, wie die Mandello vor mir durch die Kurven geht."
  • XR1000M: "Was war dass denn? Normalerweise fährt mir da keiner hinterher."
  • R1M: "Das hat Spaß gemacht."

Ich betone nochmal:

". . ., sofern alle bestrebt sind, die Führerscheine zu behalten und ggf. noch eine weitere Tour planen möchte."

Edited by Sport1100
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Hallo Stefan!

Sehr schöner Bericht über die Mandello S. Ich kann das alles nur bestätigen. Meine habe ich jetzt knapp ein Jahr und habe jetzt 19.500km auf der Uhr. Ich möchte keinen der Kilometer missen. Es macht einfach Spass das Motorrad zu bewegen.

Für mich reicht die Motorleistung vollkommen aus und damit bin ich nicht langsam unterwegs. Natürlich gibt es sicherlich einiges zu verbessern, aber welches Motorrad ist perfekt?

Ich bin mit dem Teil sehr zufrieden und, was wichtig ist, ich habe Spass damit. 

Ich bin aber mal sehr gespannt, was bei mir die 24.000km Inspektion kostet.

 

VG

Franz Josef 

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vor 2 Stunden schrieb Franjo64:

Hallo Stefan!

Sehr schöner Bericht über die Mandello S. Ich kann das alles nur bestätigen. Meine habe ich jetzt knapp ein Jahr und habe jetzt 19.500km auf der Uhr. Ich möchte keinen der Kilometer missen. Es macht einfach Spass das Motorrad zu bewegen.

Für mich reicht die Motorleistung vollkommen aus und damit bin ich nicht langsam unterwegs. Natürlich gibt es sicherlich einiges zu verbessern, aber welches Motorrad ist perfekt?

Ich bin mit dem Teil sehr zufrieden und, was wichtig ist, ich habe Spass damit. 

Ich bin aber mal sehr gespannt, was bei mir die 24.000km Inspektion kostet.

 

VG

Franz Josef 

Frage: was wäre zu verbessern? Worauf sollte man achten?

Gruß

Peter 

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