Wie ich zu Moto Guzzi kam?
Meine Karriere auf zwei Rädern begann mit 15 Jahren auf einer Hercules Prima 5, mit 16 sattelte ich dann auf eine 125er Honda um. Von Anfang an stand für mich fest, dass ich mit 18 den Klasse A Führerschein mache. Während meiner Zeit in dieser Altersgruppe, galt die Regel, dass man die ersten zwei Jahre mit maximal 34PS fahren durfte. Danach konnte man ohne zusätzliche Prüfung alles fahren. Mein Vater bestand allerdings darauf, dass die zu erwerbende Maschine ungedrosselt nicht mehr als 50PS haben sollte. Er kannte meinen Hang zum basteln schon aus der 125er Zeit... Also gesagt getan, die Suche nach einem geeigneten Motorrad konnte beginnen. Als armer Azubi reichte die Kohle zuerst nur für eine recht verlebte Honda CB450N, aber auch das hat Spaß gemacht. Ein halbes Jahr später konnte ich mir dann eine Ducati 600SS leisten, welche den väterlichen Vorgaben (fast) entsprach. Nachdem meine 34PS Zeit vorbei war, waren mir die 53PS der Duc schnell zu wenig und ich sattelte auf eine 2006er SS1000Ds um (welche auch heute noch in der Garage steht). Ein paar Jahre später zog ich zum Studium nach Hamburg und konnte die Ducati leider nicht mitnehmen. Aufs Motorrad fahren wollte ich aber nicht verzichten und so kaufte ich mir eine günstige Suzuki GSX750F, welche ich einen Sommer lang bewegte. Irgendwann gelang es mir, eine Garage in der Nähe anzumieten, wodurch ich die Ducati wieder zu mir holen konnte. Die Suzuki musste kurz darauf einer grünen 2003er Kawasaki Z1000 weichen. Die Kawasaki war leider eher schön anzusehen als zu fahren und ich war mir mittlerweile sicher, dass Reihenvierzylinder mit normaler Zündfolge nichts für mich sind. Also Kawasaki weg und dafür eine nagelneue Yamaha MT09 Tracer gekauft. Das Motorrad war dann auch wirklich brauchbar und Yamahas CP3 Motor ist ohnehin über jeden Zweifel erhaben.
Irgendwann war die Studienzeit dann vorbei und meine Frau und ich kauften uns ein Haus in der Nähe von Hamburg. Die Yamaha verkaufte ich, da ich erstens Kohle brauchte und zweitens aufgrund der anstehenden Renovierungarbeiten ohnehin keine Zeit hatte mit ihr zu fahren.
Nach zwei Jahren beschlich mich dann der Gedanke, dass die Ducati unbedingt mal wieder einen neuen Garagenkameraden bräuchte und so zog eine 1983er BMW R100 bei uns ein. Die BMW hat wirklich Spaß gemacht, aber war leider auch sehr sehr anfällig. Wahrscheinlich habe ich da einfach Pech gehabt. Nachdem die BMW verkauft war, kaufte ich eine neue KTM Duke 390 um damit zur Arbeit zu fahren. Dann kam allerdings Corona und damit das Homeoffice... Ich hatte also keine Verwendung mehr für die kleine KTM (war aber ein wirklich flinkes und spaßiges kleines Ding).
Mittlerweile hatte sich mein Schwiegervater eine Harley angeschafft (Road King Special), ein wirklich schweres, cooles Eisen. Irgendwie kam dann in mir auch der Wunsch auf etwas bequemes, cruisermäßiges zu fahren. Nach einem kurzen Abgleich von Kontoauszug und der Harley Website fiel diese Lösung schon mal aus. Also nach geeigneten Alternativen ausschau gehalten und mit der Yamaha XV1900 auch gefunden. Eine Probefahrt später war ich mir nicht mehr soo sicher, ob so ein Cruiser wirklich (schon) das Richtige für mich ist. Der Motor der Yamaha war eine Wucht, dass Gewicht beim rangieren aber auch.
Irgendwie kam mir dann ein alter Comic von Holger Aue in den Sinn, wo er über die Fahrwerksqualitäten der California sinniert.
Ein paar Abende auf eBay Kleinanzeigen später hatte ich mir eine Liste von Guzzis zu Besichtigung zusammengestellt. Mein erstes Mal Guzzi war dann also auf einer California 1100i. Ich hatte ein Motorrad erwartet, dass sich irgendwo zwischen meiner R100 und einem Cruiser einordnet und wurde absolut positiv überrascht. Das Handling ist für ein so großes Motorrad wirklich einfach, kein Vergleich zur Road King oder der großen Yamaha. Und dann der Klang... Das können sie einfach. Eigentlich wollte ich mehr in Richtung Cali EV, allerdings waren sowohl die Historie als auch der Preis der 1100i so attraktiv, dass ich mich relativ unbeschwert auf dieses Abenteuer einlassen konnte.
Und jetzt steht sie in der Garage mir ihren italienischen Kolleginnen und wartet auf all die tolle Teile die ich für sie bestellt habe.
Ich freue mich auf die erste Saison Guzzi!
Güße