Keine Frage: Ein modernes Motorrad wie etwa die V100 (hat ein deutlich besseres Fahrwerk als die TT) sind unglaublich perfekt, lassen sich sehr leicht auch in schwierigen Situationen beherrschen und machen einen Mords Fahrspaß. Ich war mit der V100 aber immer zu schnell 😜. Eine V2-Zylinder Guzzi, die noch Vergaser und einen Unterbrecher-Verteiler hat, kann vieles schlechter, strahlt aber eine mechanische Unmittelbarkeit aus, mit der eine moderne Maschine nicht mithalten kann. Auch ist sie leicht und ohne Elektronikkenntnisse (weil kein einziger Chip) reparabel und fasziniert auch durch die mechanischen Lösungen für das was heute Steuerungsrechner machen. Eine Guzzi aus den Zeiten der liegenden Einzylinder macht deutlich, dass Motorradfahren auch Schrauben bedeutet hat. Wer nicht mit öligen Fingern, ab und zu mit Schrauben am Wegesrand, Ölwechselintervallen von 2 TKM und im Nutzerhandbuch (nicht Werkstatthandbuch) beschriebenen Motorrevisionen, welche alle 10 TKM empfohlen werden, leben kann, sollte die Finger davon lassen. Wer aber schon mal mit diesen knallenden, mechanisch so selbsterklärenden Urviechern mit max 80 km/h kleine Nebenpässe in den Alpen erobert hat und das als Eroberung erlebt, wird vermutlich davon nicht mehr lassen. Was ich sagen will: Jedem das Seine - aber wenn ihr Gelegenheit habt, probiert Alles mal aus!