Bitte auch zu erwähnen für den den größeren Teil der Fans:
Am 11./12. September 1971 starteten drei Werksmaschinen von Moto Guzzi beim 24-Stunden-Rennen „Bol d’Or“ in Le Mans. Sie basierten technisch auf der V7 Sport (weltweit erstes Serienmotorrad mit über 200 km/h Höchstgeschwindigkeit), die Fahrer Vittorio Brambilla und Guido Mandracci erreichten trotz eines Sturzes bei Starkregen in der Nacht und der veralteten Doppelduplex-Trommelbremse am Vorderrad Rang 3.[1] Zwei Jahre später gab es beim 24-Stunden-Rennen von Barcelona mit einer Rennmaschine auf Basis einer 750 S, jedoch mit einem von der V 850 GT abgeleiteten 844-cm³-Motor – erlaubt waren bis 999 cm³ – für Raimondo Riva und Luciano Gazzola den Rang 5.[2] Ende November 1972 wurde während der Verleihungszeremonie des Designpreises Premio Varrone, bei dem u. a. der Preis „Motorrad des Jahres“ vergeben wird, von Moto Guzzi überraschend eine Designstudie unter dem Namen „Le Mans“ vorgestellt.[3] Nach diesen Vorerfahrungen und angesichts des Mitte der 1970er Jahre herrschenden Wettbewerbsdrucks (v. a. von den japanischen Herstellern) mit leistungsstärkeren Sportmotorrädern beantragte Technikleiter Lino Tonti (1920–2002) bei der Unternehmensleitung im Frühjahr 1975 die Entwicklung eines Serien-Sportmotorrads mit 850 cm³ Hubraum. Es sollte der Motor der neuen 850 T3 übernommen und für eine höhere Leistung modifiziert werden. Getriebe, Rahmen und Fahrwerk sollten nach Guzzi-typischem Baukastenprinzip aus der 750 S3 stammen. Für dieses Projekt bekam er sehr schnell die Zustimmung,[2] die Produktion lief zum Jahresende 1975 an.[3]
Der Prototyp wurde zuerst intern einfach „Le Mans“ genannt. Die Typfreigabe durch das italienische Verkehrsministerium erfolgte am 2. Oktober 1975. Auf Drängen des Moto-Guzzi-Eigners Alejandro de Tomaso wurde die Bezeichnung „850 Le Mans“ für die Serie behalten. Ungewollt gelang Moto Guzzi damit ein großer Marketing-Schachzug, denn Ende 1977 zog der „Bol d’Or“ von Le Mans nach Le Castellet um, woraufhin der Automobile Club de l’Ouest als Ersatz das 24-Stunden-Motorradrennen von Le Mans ins Leben rief. Die Sportmaschinen aus dem Hause Moto Guzzi trugen fortan, obwohl sie in Le Mans nie gewonnen hatten, den Namen einer international renommierten und bei den Fans beliebten Motorsportveranstaltung.
Nach dem Produktionsende der letzten Le Mans 1000 im Jahr 1993 wurde die Bezeichnung „Le Mans“ wieder ab 2001 für die V11 Le Mans verwendet, eine verkleidete Variante der Modellreihe V11. 2009 wurde auf der Zweiradmesse EICMA eine Konzeptstudie mit der Bezeichnung V12 LM vorgestellt, wobei „LM“ eine Anspielung auf die Le-Mans-Baureihen ist.
Danke!!