Guzzi-Günni992 Posted 13 hours ago Share Posted 13 hours ago (edited) Hallo, der Motor meiner 92iger Daytona verlor immer mehr Öl. Vor einigen Jahren hatte ich schon einmal einen Öl austritt hinter dem linken Zylinder. Diesen Haarriss hat mir ein Freund im eingebauten zustand geschweißt. Das hat auch etliche Jahre gehalten bis dann Mitte 2024 auch dort wieder Öl austrat. Auch aus dem Kupplungsgehäuse trat Öl aus. Im Frühjahr 2025 habe ich das Motorrad zerlegt um mir das ganze einmal anzusehen. Wie auf dem Bild zusehen ist, trat das Öl durch einen Riss im Kupplungsgehäuse zwischen linken Zylinderfuß und hinterem Kurbelwellenhauptlager aus. Eine extrem hoch belastet Stelle und aufgrund der Rippen innen/ außen, der Lage, dem Umstand das der/ die Risse mit Öl getränkt sind, nicht sinnvoll zu versuchen das Gehäuse zu schweißen. Da Motor/ Getriebe 216tkm Laufleistung haben, wollte ich auch nicht nur das Motorgehäuse austauschen. Ich habe mich dazu entschieden nach einem Gebrauchten Motor zu suchen. Es werden zwar Motoren angeboten aber zu unrealistischen Preisen, aus meiner Sicht. Ich habe dann nach einer Centauro gesucht, um diese als "Organspender" zu nützen. Auch nicht einfach etwas passendes zu finden, da viele Besitzer "ambitionierte" Preisvorstellungen haben. Nach längerer Suche habe ich dann eine Centauro mit akzeptabler Laufleistung (34tkm) zu einem vertretbaren Preis gefunden. Dazu noch eine kurze Anmerkung: Der Besitzer sprach von "tollem gepflegtem zustand mit minimalen Lack Problemen am Getriebegehäuse" (siehe Bild ..). Die Centauro wäre von jemanden gewartet worden (Händler) der echt Ahnung hätte ..! Der Besitzer wusste eine Woche im Voraus das ich komme (500km anfahrt ..), das ich das Motorrad Probefahren werde. Zu wenig Sprit im Tank .., zu wenig Luft in den Reifen und die Bremse hinten so eingestellt das diese heiß wurde ..! Synchronisation sehr schlecht aber der Motor lief Mechanisch gut und hatte "Bums". Noch einmal ordentlich "Nachverhandelt" ... und dann habe ich die Centauro mitgenommen. Im Nachgang muss ich sagen, das es wohl nur wenige Leute gibt, die mit den Motoren wirklich zurecht kommen. Schlechte Synchronisation habe ich schon erwähnt, beide Zahnriemen viel zu lose gespannt, Ventilspiel einstellen scheint auch nicht die stärke des "Experten" zu sein. Ich kann somit nur jedem raten, der sich so ein Fahrzeug kauft, jemanden mitzunehmen der Ahnung hat und nachdem kauf einige Dinge zu überprüfen. Wichtig auch das alter der Zahnriemen zu hinterfragen, diese bei Unklarheiten unbedingt auszutauschen! Ein weiterer Punkt, ist das Thema "wenig gefahren"! Diese Centauro ist so eine gewesen und da blieb das Motoröl anscheinend auch entsprechend lange im Motor, das führte zu ordentlichen "Ölkohle" Ablagerungen. Ich vermute, wenn gefahren wurde, Kurzstrecke und da nicht viele Kilometer gefahren wurden, blieb das Öl ewig im Motor ..! Die Centauro wurde Motor/ Getriebe und Drosselklappen beraubt, der Rest verkauft. Motor und Getriebe habe ich Sand/ Glasperlen strahlen lassen. Komplett montiert, alle Öffnungen verschlossen. Ja, nicht optimal aber in Einzelteile zerlegt strahlen, wie will man alle Dichtflächen/ Lagersitze schützen, dabei dringt viel mehr Strahlmaterial in alle möglichen Kanäle und ritzen ein. Da ich Motor/ Getriebe nachdem Strahlen sowieso komplett zerlegt habe, hielt ich das Risiko mit eindringendem Strahlmaterial für Kalkulierbar. Der Motor ist jetzt schon knapp eine Stunde im Stand gelaufen und einige Kilometer gefahren worden. Bis jetzt läuft er, ich werde berichten wie es weiter geht. Zerlegt wurden Motor/ Getriebe um ALLE Dichtungen, alle Wellendichtringe, alle O-Ringe zu erneuern. Nach 20J. und mehr stehen wie fahren sind die ganzen Dichtungen ausgehärtet, also alles einmal neu und man kann alles reinigen = siehe Thema Ölkohle Ablagerungen. Erschreckend ist der zustand der Ölpumpe gewesen!!! Leute die Ölpumpen der "neueren" Daytona/ Centauro Motoren, die mit dem Ölkühler ab Werk an der Ölwanne sind vermutlich ALLE bei der Laufleistung fertig. Das dürfte unter anderem daran liegen, das in der neuen Ölwanne ZUWENIG Öl ist!!! Diese Ölwanne hat eine grö0ere Fläche, im unteren Bereich, wie die alten Ölwannen, wird aber mit der selben Menge Öl (3,5L) befüllt. Der Ansaugbereich ist dämlicher weise auch noch recht weit vorne in der Ölwanne .., kurz beim Beschleunigen besonders Bergauf wird Luft angesaugt. Das Problem ist bekannt .., man sollte min. 0,5L Öl mehr einfüllen. Ich habe kurz versucht die alte Ölpumpe durch einbau von Bronzelagern "zu retten", das hat aber nicht richtig funktioniert, so das ich eine Ölpumpe der Firma DÄS MotoTech eingebaut habe. Und da ich den Öldruck messe, ist mir auf der ersten Probefahrt aufgefallen, das beim Beschleunigen der Öldruck absackt, nicht unter die Warnschwelle des Öldruckschalters (wie böse ..!!) aber auf ca. 1bar und das bei voller Last beim Beschleunigen! Ich hatte dann direkt den Verdacht das Luft angesaugt würde .. und Herr Däs hat dieses nach Rücksprache auch bestätigt und gesagt, das man 0,5L Öl mehr einfüllen soll. Umbauen musste ich auch die Erfassung des Zündzeitpunkt. Die erste Serie hat dazu zwei Sensoren, einen am Schwungrad, einen an der Zwischenwelle. Die neueren haben nur einen Sensor an der Zwischenwelle. Mittels einer Bohrlehre habe ich die Bohrungen für den Sensor am Schwungrad eingebracht und das Stirnrad auf der Zwischenwelle mit dem Stift für die Erkennung des Zündzeitpunktes bzw. der Position versehen. Bei fragen, dazu gerne melden, die Bohrschablone habe ich noch. Leider sind die Bilder nicht in der richtigen Reihenfolge. Kann ich die Reihenfolge noch ändern?? Später einmal mehr. MfG Günter Edited 12 hours ago by Guzzi-Günni992 Text hinzugefügt Quote Link to comment Share on other sites More sharing options...
Ludentoni Posted 10 hours ago Share Posted 10 hours ago Wenn deine Pumpenlagerung nicht funktioniert hat, dann war das wohl Murks. Bei mir und etlichen Kumpels läuft so eine doppelt gleitgelagerte Pumpe schon seit 25 Jahren, Strasse wie Rennstrecke. Damals gabs keine Alternativen so wie heute. Die Däs Pumpe ist nur mit einem Rollenlager wie die Zweiventilerpumpen ausgestattet, das führt unweigerlich zu Druckverlusten. Das haben mittlerweile auch Dynotec und Joe Caruso gemerkt und rüsten auch auf Gleitlager zurück. Was die Ölkohle angeht, der Motor zieht sich die ölgeschwängerte Luft aus dem Kurbelgehäuse durch den Rahmen in die Airbox, und verbrennt diese, das verkokt Kolben, Ventile und Drosselklappen. Ganz besonders wenn die Leute Mineralöl fahren... Vollsyntetisches 10 W 60 ist vielen zu teuer, ist ja nur ne Guzzi. Was ist mit den anderen Achillesfersen, Nockenwellen und Stößel? Haste da mal reingeguckt? Die werden alle eingelaufen sein... Zum Getriebe, dass der Centauro ist schrägverzahnt und kürzer, das nimmt einer Daytona schon was an Charakter. Die Daytonagetiebe waren geradverzahnte Renngetriebe mit 3 Klauen, die hielten gut 25 tsd. dann waren die fertig, auch weil starre Reaktionsstange und kein Ruckdämpfer im Hinterrad. Da geht jeder Schlag direkt ins Getriebe. Die Centauro hat nicht umsonst eine Stange in Gummis und ein 17 Zollrad mit Ruckdämpfer. An deiner Stelle hätte ich die Daytona verkauft und die Centauro restauriert, denn auch wenn selten sind die Daytonas gegenüber der Centauro einfach billig gemacht mit einfachen Komponenten. Die Centauro und Daytona RS haben alle die teuren und guten Sachen wie leichte KW, Carillos und Schmiedekolben aus den Rennkits, die Daytona hat Gußkolben, Traktorwelle und Pleuel aus der Cali. Und da etliche Centauro geschlachtet und zerbastelt wurden, werden die wenigen verbliebenen in gutem Zustand immer seltener und teurer... Quote Link to comment Share on other sites More sharing options...
mako Posted 9 hours ago Share Posted 9 hours ago das liest sich gut.😘 Viel Spaß mit den schönen Geräten.✌️ Grüße mako Quote Link to comment Share on other sites More sharing options...
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