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MV_Oldtimer

Das Jahr 2018 wurde mit dem Motorrad begrüsst

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Wie an vielen vergangenen Jahren wurde auch diesmal am 1. Januar das "Neue Jahr" mit einer Ausfahrt mit dem Motorrad begrüßt . Natürlich ist so etwas immer wetterabhängig , aber bei Temperaturen über 0°C und schneefreien und eisfreien Straßen ist so eine Ausfahrt kein Problem , wenn man kein Saisonkennzeichen hat Über einen Restalkoholpegel brauche ich am Neujahrstag nicht nachdenken , weil mein Alkoholkonsum am letztem Tag des Jahres bescheiden ist . Am 1. Tag des Jahres 2018 gegen 07.00 Uhr kamen mir doch Zweifel , ob ich bei solch einem Sauwetter das Jahr "tradionell " begrüßen möchte . Der Regen klatschte gegen die Südfenster unseres Hauses und es wehte ein sehr starker Wind . Ein Wetter bei dem man keinen Hund vor die Tür jagt . Mein "Riese" musste aber nicht nur vor die Tür , er musste 1 Stündchen durch den Regen traben . Wir kamen gut durchweicht zurück in den warmen Katen . Lässt ja auf weitere 364 Tage hoffen , wenn die ersten Stunden des Jahres so jämmerlich anfangen , dachte ich so bei mir . Im Laufe des Vormittags klarte es aber auf und die Sonne guckte auch mal verschämt aus den Wolken . Schnell in die Motorradklamotten geschlüpft , "Breva" aus der Garage geholt und ab ging die Post . Das Thermometer zeigte satte +5°C , es regnete nicht und es wehte ein sehr starker Wind . Mein erstes Reiseziel war Graal Müritz und dort wollte ich zur Seebrücke fahren und einen Blick auf die Ostsee werfen . In Graal Müritz war an diesem Tag die Zufahrtsstraße zur Seebrücke gesperrt , aber dabei dachte ich noch nichts Schlechtes . Über einen Schleichweg kam ich doch schnell zur Seebrücke . Was ich da sah gefiel mir überhaupt nicht . Viele Menschen , Verkaufsbuden , plärende Musik und weitere Volksbelustigungen mit denen ich nichts zu tun haben wollte . Ich stieg nicht vom Motorrad und zeigte gleich die Eisen . Jetzt wollte ich über Klockenhagen nach Wustrow/Fischland fahren . Hier in Klockenhagen befindet sich ein sehr gutes Freiluft- Museum . Auf dem Gelände des Museums wurden Wohngebäude , Ställe , Tennen aus dem mecklenburgischen ländlichen Raum , die an ihrem Originalstandorten abgetragen wurden , wieder aufgebaut . Es sind alles Originale die man dort sieht , die alten landwirtschaftlichen Gerätschaften und der Hausrat . Man macht bei einer Besichtigung eine Zeitreise in das rückschrittliche Mecklenburg des 18'ten und 19'ten Jahrhundert . Die Landbevölkerung hatte damals kein leichtes Leben . Ich habe dieses Museum des öfteren besucht und kann es Interessierten nur empfehlen .

 

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Eines der Original - Fachwerkgebäude

 

Das Museum ist nur von Anfang April bis September geöffnet .

Von Klockenhagen fuhr ich über das Fischland nach Wustrow . Dort hatte ich von 1960 bis 1963 die Seefahrtschule besucht . Immer wenn ich über das Fischland eine Runde mit dem Motorrad fuhr besuchte ich meine alte Schule . Seit der Wende stand dieses imposante Gebäude leer und verkam mehr und mehr . In irgendeinem Forum-Reisebericht habe ich das schon mal erwähnt und ein trauriges Bild von der mutwilligen Zerstörung eingestellt . Nach fast 30 Jahren Untätigkeit und Leerstand wird an diesem Gebäude wieder gearbeitet . Das gesamte Gelände um die Schule war mit Bauzäunen abgegrenzt und viele moderne Baufahrzeuge standen dort . Was immer dort aus der ehemaligen Seefahrtschule gemacht wird - es ist besser als dieses Gebäude weiter verkommen zu lassen . Wahrscheinlich werden das Eigentumswohnungen für sehr gut Betuchte , die dann ohne Bezug zu dieser Region auf Grund ihres dicken Bankkontos ihre Blicke über den schmalen Landstreifen auf den Bodden werfen .

Von der Seefahrtschule fuhr ich zur Seebrücke . Hier war nicht so ein Rummel wie in Graal Müritz . Ich genoss den Blick auf das Wasser . Obwohl ich nun schon jahrelang ein "Landei" bin haben diese Momente für mich viel Bedeutung . Mehr möchte ich dazu nicht sagen , sonst wird es pathetisch .

 

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Immer wieder ein schönes Bild Wolken und die See

 

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Betrieb auf der Wustrower Seebrücke

 

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Dieser knubbelige Kerl mit seinem großen Fisch passt vor der Seebrücke auf

 

Nach einem etwas längeren Aufenthalt an der Seebrücke fuhr ich zum kleinem Wustrower Dorffriedhof . Viele ehemalige Kapitäne der Fischerei- und Handelsflotte und Dozenten an der Seefahrtschule , die ich kannte , haben hier ihre letzte Ruhestätte gefunden . Ein ehemaliger Lotse , mit dem ich gerne zusammen gearbeitet habe , liegt hier auch begraben . Er fuhr wie ich leidenschaftlich gerne Motorrad und kam mit seiner schweren BMW sehr oft zur Lotsenstation . Für unsere Berufskollegen waren wir Beide "Exoten" . 2003 verunglückte mein Kumpel tödlich nachts mit seiner Maschine auf dem Wege von seinem Wohnort zur Station .

Von Wustrow fuhr ich nach Ribnitz-Damgarten und von da weitere 50 km über die Dörfer . Nun müsste ich sagen auch diesmal kein weiteres Motorrad gesehen . Das stimmt aber nicht , auf der Hinfahrt nach Wustrow kam mir doch so ein Windgesicht entgegen .

Nach 2 Stunden war ich wieder zu Hause , die Guzzi war gut gelaufen und gefroren hatte ich auch nicht .

 

Gruß Helge D

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Edited by MV_Oldtimer

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Hoi Helge, oder besser Moin!

 

So liebe ich das! Sehr schöner Bericht. Auch ich bin am 1.1. mit der Lütten auf die Strasse. Allerdings Richtung Saarbrücken. Viereinhalb Stunden war ich unterwegs und bin am nächsten Tag dieselbe Strecke wieder zurück in die Schweiz gefahren. Es war übrigens gut auszuhalten bei "warmen" 5-8 Grad. Und der richtigen Kleiderreihenfolge! Da haben wir also beide mit unseren Brevas die Motorradsaison für uns eingeläutet... Wir Nordlichter sind eben aus hartem Holz geschnitzt!

In diesem Sinne wünsch ich Dir ne grandiose "Restsaison" :cool:

 

Gruess, Ingo

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Ja Moin Ingo !

Richtig wir haben für uns die Motorradsaison eingeläutet . Du hast ja mit mehr als der doppelten Fahrzeit einen guten Test gemacht . Bei 5°C bis 8°C ist mit der richtigen Bekleidung das Fahren überhaupt kein Problem . In diesem "S o m m e r " waren oft die Temperaturen genauso im Keller und genügend Leute mit ihren Maschinen unterwegs .

Mir ging es an diesem Tage auch nicht um eine längere Strecke oder ein besonders interessantes Reiseziel , sondern darum , dass man gerade in den ersten Stunden des neuen Jahres alleine unterwegs sein kann und auch beim konzentrierten Fahren so wunderbar über viele Dinge nachdenken kann .

Wünsche Dir eine gutes Motorradjahr .

Wenn der "Krebs"bei mir nicht wieder zu beißt lernen wir uns ja in Thüringen kennen .

Gruß Helge ;) ;)

Edited by MV_Oldtimer

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Moin,

 

Jo, bei lecker Bier und Fisch n bisschen Seemannsgarn spinnen ;)

Das klappt ganz bestimmt. Wirf dem Krebs nen alten Knochen hin. Soll er sich doch daran die Scheren abkneifen..!

 

Das stimmt schon mit dem konzentrierten fahren, ja. Ohrenstöpsel rein, los fahren und die Welt um sich vergessen. Einfach mal die Gedanken kreisen lassen, die Umwelt mit allen Sinnen wahr nehmen. Und dabei sein Motorrad immer besser kennen lernen. Mir ist auf der Neujahrsfahrt ganz kurz mal mulmig geworden. Ein Duft von verbranntem Öl lag in der Luft. Ich dachte schon, dass nach dem Debakel mit dem Ölleck im Sommer wieder was undicht sein könnte. War aber zum Glück nur ein Auto 30 Meter vor mir... Auf die Lütte ist eben Verlass. Bin immer wieder begeistert und es wird mehr!

 

Bis Thüringen!

 

Gruess, Ingo

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Moin, moin.

 

ja Mann, Helge, bei so einem Wetter jagt man doch keinen Hund vor die tür. Völlig durchweicht. Das geht ja gar nicht. Immerhin, Herrchen war ja auch vor der Tür.

 

Respekt, fünf Grad machen mich nicht wirklich glücklich auf dem Motorrad. Aber zwei Stunden, das mag gehen. Viel länger würden meine Hände auch nicht mitspielen. Wenn es dann wenigstens trocken ist, die Straßen trocken sind...

Es ist schon traurig, wie überall, die schönen Ecken, die Ecken die man mag immer mehr vom Geldtourismus geentert werden. Ist auch hier im Sauerland so, Beispiel Winterberg. Früher mal ein beschauliches Örtchen, heute von Touris nur so überlaufen. Kann man nur halten, wie du es auch gemacht hast: sofort weiter, gar nicht darauf einlassen.

 

Die Fotos sind wie immer schön. Gerade Bild zwei, Meer und Wolken, ein anblick der immer wieder zum Verweilen auffordert.

 

Grüße Manfred

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Servus Helge und all die anderen Winterfahrer!

 

Helge - ein schöner Bericht, gedankenversunken mit melancholischer Winterstimmung, da möchte man sicher keine Menschenmassen um sich haben!

Für eure Neujahrsausfahrten hätte ich euch gerne unsere trocken-windstillen 10°-11° vergönnt, aber es ist immerhin Winter und ihr seid nicht nass geworden (bei 5° keine kuschelige Vorstellung).

"Meine Neujahrsausfahrt" hat aus bekannten Gründen nur aus einer Runde zu Fuß um die Guzzi mit ein paar Streicheleinheiten bestanden, damit sie im Frühjahr nicht gänzlich beleidigt streikt ....:rolleyes:.

 

Ich wünsche euch allen, dass die nächsten 2-3 Monate schnell und reibungslos vergehen und nachträglich ein gutes 2018er!

 

 

LG Peter

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Hoi Peter

 

Danke für Deine freundlichen Worte und guten Wünsche. Ich wünsche Dir ebenfalls alles Gute und ganz schnelle Genesung damit es im Mai dann auch bei Dir mit dem Treffen klappt!

Ich drück Dir auf jeden Fall die Daumen damit es nicht beim Guzzistreicheln bleiben muss!!

 

Herzlicher Gruess,

Ingo

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Moin Manfred !

Bin selber schuld , wenn ich den "Ostfriesennerz" nicht anziehe und deshalb an solch einem "besch....nen" Tag durchweicht wieder in den Katen komme . Für den Hund ist das kein Problem , der muss da durch .

Ja Manfred mit dem Geldtourismus ist das flächendeckend so eine Sache , aber ich hoffe wir sehen uns in Thüringen und können darüber sprechen - hier ist das kein Thema . Ich freue mich auf das Treffen und hoffe , dass ich nicht wieder einen "Schuß vor den Bug " kriege .

Wünsche Dir und Deiner Frau alles Gute . Weiterhin störfreie Reisen mit Deiner Breva .

 

Gruß Helge

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Hallo Peter !

Kann ich mir vorstellen , dass Du am 1. Tag des Jahres die kleine Guzzi mit einer Streicheleinheit verwöhnt hast . Wir haben oft genug darüber gesprochen , das wird bei Dir wieder , auch wenn es lange dauert und dann Du bist wieder motorisiert auf zwei Rädern unterwegs . " Winterfahrer "(?) , na ja so doll ist das alles nicht mehr . Früher musste es schon extrem kalt sein , wenn ich an den Händen gefroren habe . Heute reichen schon diese noch normalen Temperaturen und bei längeren Ausfahrten werden die Hände auch mit dicken "Pi..kissen( so wurden in der Fischerei Handschuhe betitelt) kalt .

Peter 2017 ist Geschichte - es war für uns nicht gerade das beste Jahr - 2018 soll für uns besser werden !! Wir hören voneinander .

Gruß Helge

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