Die Berliner Rennleitung fährt Guzzi

In der Wirtschaft von heute hört man im täglichen Wortgebrauch viele Begriffe der englischen Sprache. Eines davon – „cost cutting“ – ist gerade in Zeiten des aktuell drohenden Rezessionsgespenstes ein sehr beliebtes Wort geworden, beschreibt es doch den Umstand laufende Kosten zu optimieren, also zu senken. Bei der Berliner Polizei sorgen diese englischen Wörter nunmehr für die Anschaffung von italienischen Motorrädern aus dem Hause Moto Guzzi. Laut Berliner Tagesspiegel hat sich der Berliner Senat aufgrund seines rigorosen Sparkurses bei der Neuanschaffung von 35 neuen Polizeimotorrädern gegen die in Berlin produzierten BMW R1200 RT und für die ebenfalls offerierten Moto Guzzi 850 Norge entschieden. Das um 150.000 Euro günstigere Angebot hat sicher einen entscheidenden Ausschlag zur Beschlussfassung beigetragen. Wir von guzzisti.de beglückwünschen die Beamten der Berliner Motorradstaffel zu dieser Entscheidung des Senates, denn es bringt doch endlich italienischen Chick, Flair und Charakter auf den Berliner Kurfürstendamm. Der Einsatz von Moto Guzzi Motorrädern im Polizeibetrieb hat eine lange Tradition in Mandello und so sind weltweit viele Motorradpolizisten (im Fachjargon gerne als Rennleitung betitelt) auf den von uns heiß geliebten Motorrädern mit dem Adler für Recht und Gesetz im Einsatz. Es könnte also für Berliner Guzzisti bei einer eventuellen Polizeikontrolle demnächst ein breites Lächeln unter dem Helm hervorrufen, sitzt der Vertreter der Ordnungsmacht ebenfalls auf einer Guzzi. Das darauf folgende Gespräch unter Gleichgesinnten, eben Guzzisti, sollte trotz Kontrollcharakter oder drohendem Knöllchen doch besonders freundschaftlich und entspannt ablaufen. Im Bild übrigens eine V750 Breva, wie Sie derzeit in italienischen Kommunen zum Einsatz kommt.

Millepercento BB1 – Wasserkraft statt heißer Luft

Ein Guzzi Highlight auf der diesjährigen Intermot war die Vorstellung der Millepercento BB1. Auf Basis der Griso baut der Guzzi Veredler und Tuner Millepercento (www.millepercento.it) ein richtiges Muscle Bike, das diesen Namen mit aller Überzeugung tragen darf. Rund um den italienischen Guzzi Händler Bruno Scola hat sich eine Truppe bekannter Guzzi Enthusiasten versammelt. Der bekannteste ist sicher Giuseppe Ghezzi, Schöpfer der Moto Guzzi MGS-01 und langjähriger Verantwortlicher bei Ghezzi & Brian. Ein anderer erfahrener Guzzi Mann und Mitglied im Team ist Davide Pizzocaro, langjähriger Exportleiter beim Werk in Mandello Das erste Projekt hat gleich eine ganze Vielzahl an technischen Highlights und Finessen parat und überzeugt mit einem sehr hohen Qualitäts- und Fertigungsstandart. Die Motorkühlung übernimmt ein Flüssigjkeitskühlungssystem mit einem durchaus harmonisch integrierten Wasserkühler. Der BIG BORE Motor leistet 134,6 PS bei einer Drehzahl von 7.100 U/min. Das Drehmoment von 146 Nm wird bei 5.600 U/min erreicht. Das Trockengewicht wird mit 219 kg angegeben. Werte wie wir Sie bisher bei einer offiziellen Serien Guzzi nur zu Träumen wagten. Die BB1 ist zudem mit EURO 3 homologiert und damit problemlos in Deutschland zuzulassen. Welch ungeheures Potential der Motor im Renntrimm hat, wurde bereits zu Beginn 2008 durch die beiden BoT Laufsiege von Signore Guareschi beim prestigeträchtigen Daytona Rennevent aufgezeigt. Und genau hier soll die weitere Entwicklung neuer Millepercento Projekte ansetzen. Ganz offiziell nennt man hier die Realisierung einer für die Strasse homologierten MGS-01 Version als nächstes Ziel. Im Gegensatz zum Werk hat man hier erkannt, dass die Guzzi Welt durchaus empfänglich für Sportgene ist. Der Preis der Millepercento BB1 liegt übrigens mit 23.990,- Euro im erträglichen Rahmen, wenn man bedenkt, was dafür alles geboten wird. In Deutschland werden die Motorräder von Millepercento über drei ausgewählte Händler vertrieben. Bisher bestätigt wurde die Fa. Daes Mototec aus Birkenlohe im Schwabenland. Die Kontaktdaten findet Ihr im Bereich Händler & Werkstätten.

Guzzi Intermot News aus Köln

2008 ist das zweite Messejahr nach 2006, in dem im Abstand von nur vier Wochen die beiden größten Messen der Branche, die Intermot in Köln sowie die EICMA in Mailand, innerhalb ein und desselben Jahres stattfinden. Für einen italienischen Hersteller wie Moto Guzzi liegt hier natürlich gerade auch in der tiefen Verankerung der Marke zu seinem Heimatmarkt Italien die Priorität traditionell eher auf dem Mailänder Motorrad Salon. Trotzdem kam die Marke mit dem Adler nicht ohne Neuheiten nach Köln und präsentierte mit der 1200 Sport 4 V ein neues Modell zum Saisonstart 2009. Wie in dem Modellnamen bereits zu erkennen ist, handelt es sich um eine 1200 Sport, die nunmehr von dem neuen 4 Ventil Motor befeuert wird. Weitere Infos dazu sowie die technischen Daten findet Ihr in der Modellübersicht. Wie schon berichtet rollt die Bellagio ab 2009 in zwei neuen Farbvarianten vom Band. Die passenden Photos der neuen, schnittigen Zweifarblackierung findet Ihr ebenfalls in der Modellübersicht. Besonders gut gefallen hat mir die neue schwarz glänzende Farbgebung der V7 Classic. Mit den goldenen Schriftzügen wirkt die kleine Guzzi sehr edel und anmutig. Geradezu als würde Sie ein stolzes Ross eines edlen Ritters einer lang vergangenen Epoche darstellen wollen. Eine zeitlos schöne und passende Ergänzung zur bisherigen Farbvariante Weiß. Die Stelvio 4V wurde in Köln mit einigen neuen Zubehörvarianten gezeigt, einem neuen Koffersystem von Touratech sowie neuen Handprotektoren. Viel interessanter war allerdings eine Neuheit, die am Vorderrad der Großenduro zu entdecken war. Das seit Anfang des Jahres angekündigte ABS für die Stelvio ist nun serienreif und wird zum März 2009 verfügbar sein. Sehr gute Nachrichten für alle wechselwilligen GS Fahrer, die sich bisher augrund des fehlendes ABS Bremssystems noch vom Kauf der Stelvio zurückgehalten haben.

schnittige Zweifarblackierung für die Bellagio

Freunde aktueller Trendfarben, die gleichzeitig mit der Anschaffung einer neuen Moto Guzzi Bellagio geliebäugelt haben, kann jetzt geholfen werden. Demnächst gibt es den Guzzi Cruiser in Zweifarblackierung in den Farben Weiss und Grau zur Ergänzung des zeitlosen schwarz. Der Preis gegenüber der Standartversion kann ggffs. etwas höher ausfallen. Mehr gibts beim Händler.

Bei den Dell`Ortos oder wo bleibt eigentlich die Zeit?

Ihr kennt das sicher. Die Tage jagen dahin, die Wochen gehen ins Land und man fragt sich wo eigentlich die Zeit bleibt? Der Job frisst sowieso schon die meiste Zeit des Tages. Die Freizeit ist begrenzt und knapp bemessen. Aber was heißt eigentlich Freizeit? Die angeblich so freie Zeit ist oftmals ebenso voll gepackt mit Terminen. Der moderne Mensch von Heute unterliegt dem Freizeitstress, neben dem natürlichen Arbeitsstress ist das eine extrem belastende Paarung. Beruf, Familie, Verpflichtungen, Gartenarbeit, Pflichttermine, Arzttermine, Einkaufen, Renovieren, Kinder abholen und wegbringen usw usw. Wann wird eigentlich mal wieder geguzzelt? Die Guzzi bleibt immer öfter stehen. Man findet einfach keine Zeit mehr Sie auszuführen, so wie früher. Einfach mal abschalten und loslassen, den V2 starten und eins sein mit der Ingenieurskunst aus Mandello. Mir geht es immer öfter so. Ergebnis ist eine Saison 2008 mit so wenig gefahrenen Guzzi Kilometern wie noch nie zuvor. Oftmals, und das gebe ich auch gerne zu, ist es auch eine Form der Bequemlichkeit. Ich habe manchmal einfach keine Lust mich in ins Leder zu quälen. Schwupps nehme ich das Auto. Ich brauche den Laptop und Unterlagen, OK nehme ich das Auto. Wetterbericht ist eher mies. Oh je…. könnte Regen geben, nehme ich mal lieber das Auto. Früher war zumindest das besser. Da hat mich kein Wetterbericht oder meine eigene Bequemlichkeit davon abhalten können meine V11 mal eben flott ums Eck zu bewegen. Früher? Heute war so ein Tag wie früher. Die Dell`Ortos hatten in der Nähe von Bad Münder zum Treffen geladen. Das Wetter? Kaiserwetter! Ausreden? Mir fielen keine ein. Also rauf auf den Bock, die V11 über den Nienstedter Pass geprügelt, eine R1, eine Z750, eine Bandit und zwei BMWs hergebrannt (herrliches Gefühl… es geht doch noch…) und dann nach Bakede zum Dell`Orto Treffen. Bei herrlichem Sonnenschein war das eine klasse Veranstaltung. Mit sehr viel Herzblut und Leidenschaft durchgeführt, top organisiert und super besuchtes Italo Treffen. Benzingespräche, jede Menge tolle Mopeds und Gleichgesinnte kennen gelernt, alte Freunde getroffen und sich wohl gefüllt. Kurz gesagt, es hat richtig Spaß gemacht. Auf dem Heinweg habe ich eine extra lange und kurvenreiche Strecke gewählt und wieder daheim war ich von einer tiefen Zufriedenheit erfüllt. Warum mache ich das eigentlich nicht öfters?

Bei den Dell`Ortos oder wo bleibt eigentlich die Zeit?

Ihr kennt das sicher. Die Tage jagen dahin, die Wochen gehen ins Land und man fragt sich wo eigentlich die Zeit bleibt? Der Job frisst sowieso schon die meiste Zeit des Tages. Die Freizeit ist begrenzt und knapp bemessen. Aber was heißt eigentlich Freizeit? Die angeblich so freie Zeit ist oftmals ebenso voll gepackt mit Terminen. Der moderne Mensch von Heute unterliegt dem Freizeitstress, neben dem natürlichen Arbeitsstress ist das eine extrem belastende Paarung. Beruf, Familie, Verpflichtungen, Gartenarbeit, Pflichttermine, Arzttermine, Einkaufen, Renovieren, Kinder abholen und wegbringen usw usw. Wann wird eigentlich mal wieder geguzzelt? Die Guzzi bleibt immer öfter stehen. Man findet einfach keine Zeit mehr Sie auszuführen, so wie früher. Einfach mal abschalten und loslassen, den V2 starten und eins sein mit der Ingenieurskunst aus Mandello. Mir geht es immer öfter so. Ergebnis ist eine Saison 2008 mit so wenig gefahrenen Guzzi Kilometern wie noch nie zuvor. Oftmals, und das gebe ich auch gerne zu, ist es auch eine Form der Bequemlichkeit. Ich habe manchmal einfach keine Lust mich in ins Leder zu quälen. Schwupps nehme ich das Auto. Ich brauche den Laptop und Unterlagen, OK nehme ich das Auto. Wetterbericht ist eher mies. Oh je…. könnte Regen geben, nehme ich mal lieber das Auto. Früher war zumindest das besser. Da hat mich kein Wetterbericht oder meine eigene Bequemlichkeit davon abhalten können meine V11 mal eben flott ums Eck zu bewegen. Früher? Heute war so ein Tag wie früher. Die Dell`Ortos hatten in der Nähe von Bad Münder zum Treffen geladen. Das Wetter? Kaiserwetter! Ausreden? Mir fielen keine ein. Also rauf auf den Bock, die V11 über den Nienstedter Pass geprügelt, eine R1, eine Z750, eine Bandit und zwei BMWs hergebrannt (herrliches Gefühl… es geht doch noch…) und dann nach Bakede zum Dell`Orto Treffen. Bei herrlichem Sonnenschein war das eine klasse Veranstaltung. Mit sehr viel Herzblut und Leidenschaft durchgeführt, top organisiert und super besuchtes Italo Treffen. Benzingespräche, jede Menge tolle Mopeds und Gleichgesinnte kennen gelernt, alte Freunde getroffen und sich wohl gefüllt. Kurz gesagt, es hat richtig Spaß gemacht. Auf dem Heinweg habe ich eine extra lange und kurvenreiche Strecke gewählt und wieder daheim war ich von einer tiefen Zufriedenheit erfüllt. Warum mache ich das eigentlich nicht öfters?

Heißer Guzzi Herbst?

Der Motorradherbst 2008 könnte heiß werden für Guzzisti! Die Leitmessen der europäischen Motorradbranche in Kön und Mailand stehen auf dem Terminkalender. Anfang Oktober öffnet die Intermot in Köln Ihre Pforten. Im Folgemonat November ist die EICMA in Mailand ein Pflichttermin. Traditionell präsentiert Moto Guzzi auf der italienischen EICMA die neuen Modelle 2009. Hier nutzt man den Heimvorteil und launchte 2007 bereits die Stelvio und die V7 Classic. Was ist 2008 an Neuigkeiten aus Mandello zu erwarten? Definitives ist bis dato noch nicht durchgedrungen, aber de Gerüchteküche in italienischen Foren berichtet über zwei neue Modelle. Eine V7 mit über 1.000 ccm soll in der Pipeline stehen, also ein klassischen Naked Bike mit Anleihen an die traditionsreiche Geschichte des Werkes. Ebenso wird von einem vollverkleideten Motorrad berichtet oder wird es am Ende doch eine überfällige neue Cali? Seit der Intermot in München 2003 steht für mich fest, und ich glaube ich spreche hier für viele andere Guzzisti, eine neue Guzzi kann und darf sportlich sein. Sie kann und Sie muss die Optik und Fahrwerkskomponenten der MGS-01 haben, sie kann den aktuellen 2Ventil oder den neuen 4Ventil Motor in sich tragen. Sie kann, darf und muss das sportliche Guzzi Publikum erreichen. In aller Deutlichkeit, die MGS-01 mit Strassen Homologation zu einem akzeptablen Preis, das ist der Wunsch vieler Guzzitreiber. Vor einigen Jahren wurde im Konzern entschieden, dass Moto Guzzi die Marke für Touring, Custom verkörpert und die Konzernmarke Aprilia die sportliche Kompetenz darstellen soll. Kann man eine solche weitreichende Entscheidung an einem Besprechungstisch in Noale treffen? Kann man diese Entscheidung treffen und seine Kundschaft dabei außer Acht lassen? Liebe Piaggio Manager, die Ihr neu in Verantwortung für die Marke Moto Guzzi steht, hört auf Eure Kunden. Baut Ihnen ein Sportmotorrad a la MGS-01. Deutsche Händler wie Roland Daes und Jochen Hökenschnieder springen für Euch in die Bresche und bauen dass, wovon Eure Kunden träumen. MGS = Moto Guzzi Sport. Ein Bike mit dem wir unsere Ducati Freunde ordentlich herbrennen können….

Heißer Guzzi Herbst?

Der Motorradherbst 2008 könnte heiß werden für Guzzisti! Die Leitmessen der europäischen Motorradbranche in Kön und Mailand stehen auf dem Terminkalender. Anfang Oktober öffnet die Intermot in Köln Ihre Pforten. Im Folgemonat November ist die EICMA in Mailand ein Pflichttermin. Traditionell präsentiert Moto Guzzi auf der italienischen EICMA die neuen Modelle 2009. Hier nutzt man den Heimvorteil und launchte 2007 bereits die Stelvio und die V7 Classic. Was ist 2008 an Neuigkeiten aus Mandello zu erwarten? Definitives ist bis dato noch nicht durchgedrungen, aber de Gerüchteküche in italienischen Foren berichtet über zwei neue Modelle. Eine V7 mit über 1.000 ccm soll in der Pipeline stehen, also ein klassischen Naked Bike mit Anleihen an die traditionsreiche Geschichte des Werkes. Ebenso wird von einem vollverkleideten Motorrad berichtet. Seit der Intermot in München 2003 steht für mich fest, und ich glaube ich spreche hier für viele andere Guzzisti, eine neue Guzzi kann und darf sportlich sein. Sie kann und Sie muss die Optik und Fahrwerkskomponenten der MGS-01 haben, sie kann den aktuellen 2Ventil oder den neuen 4Ventil Motor in sich tragen. Sie kann, darf und muss das sportliche Guzzi Publikum erreichen. In aller Deutlichkeit, die MGS-01 mit Strassen Homologation zu einem akzeptablen Preis, das ist der Wunsch vieler Guzzitreiber. Vor einigen Jahren wurde im Konzern entschieden, dass Moto Guzzi die Marke für Touring, Custom verkörpert und die Konzernmarke Aprilia die sportliche Kompetenz darstellen soll. Kann man eine solche weittragende Entscheidung an einem Besprechungstisch in Noale treffen? Kann man diese Entscheidung treffen und seine Kundschaft dabei außer Acht lassen? Liebe Piaggio Manager, die Ihr neu in Verantwortung für die Marke Moto Guzzi steht, hört auf Eure Kunden. Baut Ihnen ein Sportmotorrad a la MGS-01. Deutsche Händler wie Roland Daes und Jochen Hökenschnieder springen für Euch in die Bresche und bauen dass, wovon Eure Kunden träumen. MGS = Moto Guzzi Sport. Ein Bike mit dem wir unsere Ducati Freunde ordentlich herbrennen können….

Scandalo skandalös

Die Zeiten ändern sich. Mode, Designs und Trends kommen und gehen. Guzzi Modelle kommen und gehen im Laufe der Jahre. Mal mehr, mal weniger erfolgreich. Nur wenige Motorräder sind so zeitlos schön, dass Sie den Rang einer Ducati 916 erreichen und deren Schöpfer Massimo Tamburini zur Legende machen. Die V10 Centauro z.B. gibt es nicht mehr. Die Fa. Inteam im fränkischen Bechthofen leider auch nicht mehr. Trotzdem hat etwas überlebt, dass, wie ich finde, auch heute noch ein richtig schönes Motorrad ist. Auf Basis der Centauro entstand die Scandalo. Die Idee hinter diesem Projekt war einfach, eine Guzzi zu kreieren, die dem Flair vom Schlage einer Le Mans I nahe kommt. Eine schöne Guzzi, die ohne Schnörkel einfach nur eine Fahrmaschine ist und richtig Spaß macht. Die Optik und der Motor wurden einer Kur unterzogen, die wie ein Jungbrunnen wirkte. Alles wirkt auf einmal spielerisch leicht und sportlich aggressiv. Der 4 Ventil Motor leistet 107 PS und gibt ab 3000 U/min ein beständiges Drehmoment von mehr als 90 Nm, ab 5000 – 8000 U/min immer mehr als 100 Nm Leistung ab. Max. Drehmoment ist bei 110 Nm erreicht. Das sind Werte, die für ein forsches Landstraßenräubern geradezu ideal sind. Das Konzept des Schöpfers Reinhold Bergmann sah schon damals ein Baukastenprinzip vor. Jeder Kunde konnte sich so seine Scandalo individuell zusammenstellen. Der Guzzisti Alfred Weckemann kaufte seine Scandalo 2001 und modifizierte und verbesserte seine Scandalo seitdem beinahe jedes Jahr weiter. Große Ölwanne im Juni 2002, Offene Auspufftüten September 2002, Hintere Felge verbreitert für einen 180-er Reifen Oktober 2002, Handbremspumpe (16-er) Juli 2003, Wave Bremsscheiben vorne August 03, neue Rückspiegel Juli 2004, Winkelventile Dezember 2004, Krümmerflansche September 2005, Stummellenker (voll einstellbar) 2007. Das Photo zeigt die Scandalo vom Alfred. Ein wirklich gelungenes, tolles Motorrad, das eindrucksvoll zeigt, dass Guzzifahrer ebenso wie Ihre Motorräder Charakter, Persönlichkeit und Individualität besitzen und schätzen.

Das Aus für Mandello als Geburtsort aller Guzzis?

Befürchtet hatte ich diesen Schritt schon lange, schon damals zu meiner aktiven Zeit bei Guzzi Deutschland, nach der Übernahme der Marke durch den Aprilia Konzern, wurde über eine Verlagerung der Produktion nachgedacht. Erfolgt ist dieser Schritt seinerzeit nicht, da mit Ivano Beggio als Aprilia Präsident ein positiv Motorradverrückter die Geschicke der italienischen Motorradmarke in seinen Händen hielt. Heute stehen die Zeichen anders, denn mit Piaggio als Mutterkonzern entscheidet ein börsennotierter und auf Gewinnmaximierung ausgerichteter Konzern über die Zukunft der Marke mit dem Adler. Die MOTORRAD berichtet heute, dass Moto Guzzi vollkommen in den Piaggio Konzern einverleibt wird. Die Konsequenz dürfte allen klar sein. Die Schließung des Werkes am Comer See wird zwar derzeit noch nicht offiziell bestätigt, man spricht von einer Auslagerung der Produktion nach Pontedera zu Piaggio und einer gleichzeitigen Sanierung des Guzzi Werkes innerhalb der nächsten 5 Jahre. Die Zweifel aber bleiben, denn die Wirtschaftlichkeit des Standortes gegenüber einer hochmodernen Fertigung eines Weltkonzerns wie Piaggio steht sicher außer Frage. Sicher würden auch viele Vorteile mit einer solchen Verlagerung einhergehen, doch der Wehmut ob der seit 1921 andauernden, phantastischen Geschichte der Marke am Standort Mandello del Lario wäre riesengroß und sorgt zumindest bei mir für Traurigkeit, wenn es denn wirklich so kommen sollte.