Die Strasse mit V11 smart erleben…..

Seit jeher bin ich ein M-Typ, wenn es um Motorradreifen geht. Metzeler oder Michelin, das war die Frage, die sich mir in der Vergangenheit gestellt hat, wenn es um neue Gummis ging. Da ich aufgrund meiner Historie eher zu den sportlich ambitionierten Fahrern gehöre, war in den letzten Jahren der Michelin Pilot Power meine erste Wahl. Habt Ihr die Vergangenheitsform bemerkt? Jetzt ist was sehr seltsames mit mir und meiner Einstellung zum schwarzen Gummi geschehen. Kein M und noch viel nachhaltiger, kein Sportreifen mehr. Die Frage liegt klar auf der Hand. Bin ich zu alt um flott um die Ecken zu wetzen? Mit 35? Die klare Antwort: Nein! Die aktuellen Tourensportreifen sind so gut, dass Sie eine flotte Gangart problemlos mitgehen können, richtig Grip haben und darüber hinaus noch höhere Laufleistung, besseren Naßgrip und gute Tourenqualitäten bieten. Ich durfte mich selbst im letzten Jahr in Südfrankreich vom neuen Dunlop Roadsmart überzeugen lassen. Ihr erinnert Euch, ich war ja immer ein M-Typ….. Also rauf auf, ich mag es kaum sagen, eine Kawa Z 750 und dem Neuen mal auf den Zahn, äh aufs Gummi, gefühlt. Die Nacht hatte es geregnet, teilweise waren die südfranzösischen Strassen noch recht nass. Dem Reifen machte das gar nichts aus, er zog flott und mit Grip mit. Später trocknete es ab und ich quälte den japanischen Reihenvierzylinder auf schwindelerregende 15.000 U/min. Für mein Guzzifahrer Herz der Supergau. Für den Japs normal. Ne, das war nicht meine Welt, ganz im Gegensatz zum Reifen. Da der Tourguide auch eher auf ein gepflegtes Isle of Man Straßenrenntempo eingestellt war, ging es jetzt richtig zur Sache. Für den, in Frankreich gebauten, Pneu kein Problem. Das hatte mich jetzt endgültig überzeugt. Als jetzt neue Pellen fällig waren, mutierte ich also zum D-Typ. Dunlop Roadsmart drauf auf die V11. Heute dann die erste Ausfahrt. Die ersten 100 km Piano, dann bei Günthers Kurve im Weserbergland auf ein Wässerchen eingekehrt und danach mal geschaut ob Südfrankreich auch in Niedersachsen liegt. Gefühlt ist Mireval nunmehr ein Städtchen im Weserbergland. Die V11 und der Roadsmart harmonieren prächtig. Meine Eindrücke von damals wurden vollauf bestätigt. Ich kann Euch da draußen nur raten, auch mal ein D-Typ zu werden und vor allem dem Stammtischgelaber abzuschwören und auch bei sportlicher Fahrweise einen Tourensportreifen zu montieren. Und wer mir nicht glaubt, MOTORRAD, PS und Tourenfahrer testeten allesamt positiv.

Valentino Rossi auf Moto Guzzi….

Hast Du bei der Schlagzeile gezuckt? Oder einfach nur ganz nüchtern gedacht, was schreibt der Depp denn jetzt für einen Schmarrn? Zugegeben die Überschrift hat eher Bild Zeitung Charakter, aber dennoch, warum nicht mal Träumen. Am Wochenende fand der diesjährige Deutschland GP auf dem Sachsenring statt, und ich hatte das einmalige Erlebnis direkt neben Valentino Rossi zu stehen und einen kurzen Satz mit Ihm zu wechseln. In der Regenschlacht wurde er dann guter Zweiter hinter Casey Stoner auf Ducati. Was für ein persönliches Highlight für mich als glühenden Rossi Verehrer. Mit den aktuellen Moto Guzzi Modellen könnte er sicher bei dem derart Hochgezüchteten Niveau heutiger Rennmotorräder keinen Blumentopf gewinnen. Und dennoch gibt es für Moto Guzzi Rennsport Fans Hoffnung. Ich erinnere an Signore Guareschi, der auf MGS-01 und wassergekühltem Big Bore 4 Ventil Motor (www.bigbore.it) zwei sensationelle Siege in beiden BoT Läufen in Daytona/USA einfahren konnte. Motorsport und Guzzi passen also doch wieder zusammen, die Leistungsdaten von 167 PS am Hinterrad sowieso. Dennoch, Valentino Rossi auf einer Guzzi? Schön wäre es, Ihn zusammen mit Moto Guzzi im MotoGP Zirkus zu erleben wird wohl ein Traum bleiben…..

Ist bei Euch noch alles dicht?

Diese Woche war das Wetter ja eher, na ja, sagen wir suboptimal. Aus eigener Erfahrung kann ich dazu sagen, dass ich im Laufe meines Motorradfahrerlebens schon oftmals nass und manchmal sogar richtig nass geworden bin. Aber nicht nur ich, sondern auch meine Guzzi. Kam dann noch die Kälte dazu, litt mein Drehzahlmesser auf einmal unter nebulösem, verschleiertem, grauem Star. „Wie kommt denn das Wasser da rein“ dachte ich mir und träumte von 30 Grad und blauem Himmel….. Wem es ähnlich geht, dem bietet die Fa. Hökenschnieder in Bielfeld Abhilfe. Ein neuer Drehzahlmesser oder auch ein neuer Tacho müssen gar nicht immer sein. Ist der Chromring noch in Ordnung, dann kann durchaus eine deutlich kostengünstigere Reparatur gegenüber dem neuen Ersatzteil Erfolg versprechen. Jochen Hökenschnieder ist einer der wenigen Zweiradmechanikermeister, die diese Kunst beherrschen. Die Kosten betragen bei einem DZM 109,- Euro und für einen Tacho 79,- Euro jeweils zzgl. Portokosten. Die Kontaktdaten findet Ihr im Bereich Händler & Werkstätten.

Ist die Jugend doch noch zu retten?

Seitdem ich in der Zweiradbranche arbeite, lebe ich mit immer dem Gleichen Angstzustand: Oh Gott, irgendwann bin ich der letzte meiner Art, denn alle motorradfahrenden Kunden sind ausgestorben. Das Durchschnittsalter eines deutschen Bikers liegt statistisch gesehen bei knapp 40 Lenzen. Also sind wir ehrlich, die rebellierenden Rockerjahre liegen hinter uns Motorradfahrern. Der Jugend von heute ist die Playstation, Internetzockerei oder einfach nur Abhängen wichtiger als ein Moped. Die Fahrschulen schaffen Ihre Lehrmotorräder ab, weil keiner mehr zum Führerschein kommt. Vorbei die Zeiten der Kreidler Floretts und der anderen coolen Bikes. Doch es ist ein Hoffnungsschimmer in Sicht. Am Samstag las ich in der örtlichen Tageszeitung „…In Hoya wurde ei 16 jähriger auf einem Roller mit Tempo 130 geblitzt. Im Kreis Rotenburg hatte ein 18-jähriger seinen Roller auf Tempo 140 frisiert, im Südharz brauste ein 17-jähriger mit 110 Stundenkilometern vor dem Privatwagen eines Polizisten her“ Bitte versteht mich nicht falsch, ich toleriere oder unterstütze solche Verstöße gegen die deutsche StVO keinesfalls, dennoch erinnern Sie mich an die gute alte Zeit. Nostalgisch? Nein, hoffnungsvoll ja, denn vielleicht werden aus den Kids verantwortungsvolle Verkehrsteilnehmer auf zwei Rädern, die unser leidenschaftliches Hobby weiterleben und irgendwann vielleicht genauso viel Spaß an einer Guzzi haben, wie wir heute…..

Der zweite Blick

Der bekannte „erste Eindruck“. Oftmals ein ganz entscheidender Moment, der Entscheidungen, Empfindungen oder ein ganzes Leben verändern kann. Die Liebe auf den ersten Blick, unvergessen für alle, die Sie einmal erleben durften. Manchmal liegt man aber auch falsch oder die Sichtweise verändert sich im Laufe der Zeit. Ein Ereignis, dass mir jetzt in Bezug auf ein aktuelles Guzzi Modell genauso passiert ist. Ich erinnere mich noch gut an den Tag im November 2007. Ich hatte morgens in Mailand ein klassisches italienisches Frühstück zu mir genommen, einen Cappuccino mit samt süßem Irgendwas, schlenderte durch die Messehallen der NUOVA FIERA, und wie immer führte mich mein erster Weg zu den Ex Kollegen von Guzzi. Ich kam direkt auf den Messestand zu und schaute in ein Gesicht aus Leuchten, Glas, Plastik und war entsetzt. Da stand Sie, die neue Stelvio, noch unabgedeckt, vor der großen Pressepräsentation. Ich verharrte recht lange vor dem Motorrad, begrüßte den ein oder anderen, quatschte mit Felix Hasselbrink (www.motalia.de) und teilte meiner Umwelt recht unmissverständlich mit, wie sehr mir die optische Designleistung der Lampen, insbesondere in der Front, missfiel. Und heute, einige Monate später, wenn ich die Bilder auf guzzisti.de oder in den Printmedien sehe, empfinde ich diesen ersten Eindruck von damals so gar nicht mehr. Ungewöhnlich, ja OK. Aber auch interessant, verschmitzt und gutmütig lächelt Sie mich heute an, die Stevio 4V. Und sind wir mal ehrlich, sie ist bedeutend schöner als das Karl Dall Gesicht einer bayrischen Gummikuh, als das Hammerhead (Krieg der Sterne) Gesicht der neuen Moto Morini und die vielen ausdruckslosen Frontansichten des japanischen Einheitsbreis.

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Heute bin ich im www unterwegs und mache wie schon öfter einen Abstecher zu Ghezzi-Brian und mich trifft der Schlag. Im wahrsten Sinne des Wortes! Die Scura steht zerlegt bei Reinhard und der Motor wird. Aber was in Sachen Optik tun? Ich hatte mit Ihm diverse Kreationen durchgespielt und eigentlich wusste ich auch schon, wie es werden sollte. Bis Heute. Mein ehemaliger Kollege bei Guzzi, Herr Ghezzi hatte wieder zugeschlagen. Umbaukit für die V11. Aus Ihr wird das doch etwas pummelig, pomadig wirkende Fahrzeug zu einem waschechten Racer. Ich bin hin und weg. Genau so soll Sie aussehen. Wer sich auch begeistern möchte: www.ghezzi-brian.com. Jede Menge Bilder der Sport Monza 1000, so heißt das Baby. Es werden verschiedene Kits angeboten.