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Manfred

Oh Ireland in the sun...

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Posted (edited)

Hallo,

 

bin wieder hier. Ireland ist nun erst einmal "Reisegeschichte" für uns. War eine geile Tour, landschaftlich nur schwer zu schlagen, wenn überhaupt. Und was soll ich sagen: zwei Wochen waren wir unterwegs, und eine unserer beiden Softpacktaschen haben wir nicht einmal anrühren müssen, diejenige nämlich, in der wir unsere Regensachen verstaut hatten. Nicht einmal vom Motorrad abgenommen, und schon gar nicht geöffnet. Zwei Wochen lang, in England, Schottland und Irland und in Wales, immer nur trocken und heiss bis über 30° hinaus. Dazu Strassen, die jeder Beschreibung spotten, klein, eng, schmal und in einem Zustand, der Grausen auslöst, zumindest überwiegend. Kurven fahren, ja. Aber immer auf der Hut, in jeder Kurve, (in nahezu jeder) Steine und Splitt auf der Fahrbahn, meist nicht einsehbar (besonders die Links- Kurven), weil Steinmauern und deren Bewuchs das unmöglich machten. Dazu voller Schlaglöcher, Gullideckel und was man sich sonst noch an Widerwärtigkeiten vorstellen kann.

Aber schön war es, noch nie vorher so ein Land gesehen. Irland ist eine Perle, und wenn dann noch das Wetter mitspielt, so wie bei uns, ist jeder Tag ein Erlebnis für sich selbst. Jeden Tag andere, und doch recht ähnliche Gegenden zu durchfahren, bei strahlendem Sonnenschein und grosser Wärme bis Hitze, immer wieder und nahezu überall die Kombination aus Bergen und Meer, so vorher noch nie, noch nirgendwo gesehen, das hat schon was. Dazu Nord- England, Süd- Schottland mit den entsprechenden Naturparks und Landschaften (Northumberland- Nationalpark, Yorkshiredales) die Häfen, Nordsee und Irische See, eine Reise, die unter dem Strich recht kostspielig, aber unvergleichlich war.

Nervig nur der Linksverkehr, in GB die Pfund, die Meilen, die Yards. Das muss dort dringendst geändert werden. Positiv hervorheben kann man aber die wegweisenden Verkehrsschilder, auf allen mit angegeben die Strassennummer und die Kategorie (z.B.: L 6265, A 187 etc.) was die Orientierung auch ohne Navi deutlich erleichtert hat. Ein System, welches man bei uns übernehmen kann und sollte. Übel wurde es nur dann, wenn z.B. in Städten auf das eine oder andere Verkehrsschild verzichtet wurde. Dann ging die Sucherei los. War aber letztendlich irgendwie zu bewältigen.

Die Meere, soweit wir sie gesehen haben immer glatt wie ein Tisch, nahezu kein Wellengang, auch nicht auf dem Atlantik. Wetter immer warm, heiss und trocken. Sonnenschein satt, von früh morgens bis abends. Nur ein Tag war etwas bewölkter, vormittags, morgens auch kühl, nur 14° bei dichten, grauen Wolken. Aber am Nachmittag wurde bereits die 20°- Grenze wieder überschritten. Und Regen? Ein Fremdwort. Eben an diesem Vormittag kurz ein paar wirklich kleine Tröpfchen, nicht der Rede wert und für vielleicht 10 min. Die Iren wurden schon ganz wuschig. Absolut nicht normal, seit Mitte der siebziger Jahre das erste Mal solche Temperaturen und Trockenheit. So trocken, das Ireland Water Wasser- Sparmassnahmen verfügt hat, die sog. Hose- Ban- Order. Gärten etc. dürfen nicht mit dem Schlauch gewässert werden.

 

Und so sind wir durch GB und Irland gefahren, Tag für Tag, jeden Tag um die 250- bis 300km weiter, von einem Hotel zum anderen, von einem Bed und Breakfast zu nächsten. Was auf die Dauer insofern nervte, als wir jeden Tag unser Gepäck abladen und am nächsten Morgen wieder aufladen mussten. Aber schön war es trotzdem.

 

Trotzdem, genau diese Reise, die wir jetzt leider hinter uns haben, würde ich so nicht noch einmal machen. Das tägliche weiter, auf gehts, die nächste Etappe, so nicht noch einmal. Irland aber, ist jederzeit wieder eine Reise wert.

 

Wer hier jetzt hofft, ein paar Fotos zu sehen, den enttäusche ich hiermit. Fotos wird es geben, aber an anderer Stelle. Werde die nächsten Tage ein Album erstellen, und den link hier in diesem Fred veröffentlichen. Das letzte Mal, als ich einen Reisebericht mit Fotos angelegt habe, wurde die nicht professionelle Qualität meiner Bilder bemängelt, will niemanden hier im Forum mit meinen "Am- Wegesrand- Schnappschüssen" nerven.

 

Grüsse von Anette, und natürlich auch von mir.

 

Manfred

Edited by Manfred

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Posted (edited)

Hallo Manfred,

schön, dass ihr wieder gesund und heil hier in -D- gelandet seid...und, dass euch die Reise gefallen hat. Ein wenig Fernweh löst dein Bericht schon aus, muss ich ja mal zugeben! Auf die Fotos...per Link...bin ich gespannt. Mich interessiert die Qualität gar nicht. Mir geht es hauptsächlich darum mal über den "Tellerrand" zu gucken und da würden schon Handyfotos reichen. Meine Meinung.

 

Grüße mal deine Frau und gewöhnt euch langsam wieder ein...ihr Globetrotter!

 

Beste Grüße

Thorsten

 

P.S.

Hat die Breva gehalten?

Brauchtet ihr noch mehr Kabelbinder etc.?

Gab es sonstige Komplikationen?

Edited by Der Grübler
Dies besten Fragen fallen einem immer später ein

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Hi Thorsten,

 

selbstredend hat die Breva gehalten und durchgehalten. Was denkst du denn?

Und nein, Kabelbinder brauchten wir nicht, nur Sprit.

Und überhaupt gar keine Komplikationen, ausser der,, die immer auftritt: Starterknopf - keine Reaktion. Meine Hilfsleitung: springt an, jederzeit und immer zuverlässig.

 

Nur, die Breva, die braucht jetzt in Vollbad.

 

Manfred

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Moinsen,

 

na, das klingt doch alles gut, Manfred! Und die kleine liebenswerte "Macke" hast du doch auch voll im Griff -> Überbrückungs-Dings! Gönne deiner Breva ruhig das Vollbad. Ich finde, dass sie den Sommer gut und sicher gereist ist....MV, Thü, IRL etc!

 

Beste Grüße

Thorsten

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Servus Manfred,

 

schön das ihr beide wohlbehalten wieder in der Heimat angekommen seid! Einen Vorteil hatte die Straßenschinderei jedenfalls: Du wirst noch genug Restprofil an den Reifen haben :o!

Dein Bericht liest sich sehr vielversprechend und ich freue mich schon auf die Fotos!

 

LG - auch an Anette

Peter

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Hallo Manfred und Anette

Gut , dass ihr gesund von dieser tollen Reise zurück seit . Ihr Beide müsst Sonntagskinder sein , weil ihr diese Reise bei solch einem

Traumwetter erleben konntet . Durchgehend trockenes Wetter über so eine lange Zeit passiert auf der grünen Insel auch nur alle

100 Jahre . Dein Reisebericht ist interessant . Ähnliche Strassenverhältnisse , wie du sie für Irland beschreibst , findet man auch im

Süden UK , wenn man die Hauptstrassen verlässt . Ich freue mich schon auf die Bilder .

Diese Reise sollte mal meine REISE werden - bin eben kein Sonntagskind

Gruss Helge

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Moin, moin.

 

Ob wir Sonntagskinder sind, weiss ich nicht. aber wir haben mal wieder totales Glück gehabt, kein Regen auf den Inseln. Das ist wohl wahr. Und wie ich dich kenne, ist diese Reise durchaus nicht gestrichen für dich.

Allerdings glaube ich nicht, dass du dich an einen Reiseveranstalter wendest, so wie wir das gehandhabt haben. Allerdings könnte ich dir mir verschiedenem Material aushelfen, Kartensatz Irland z.B. Oder Hinweisen zu verschiedenen Bed und Breakfast.

Ich denke, wenn es dir gut geht, geht auch eine Irland- Reise.

 

Manfred

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Guten Morgen (noch einmal),

 

so Doppelpostings sind ja nicht schön. Aber mir kommt im Moment das Bedürfnis hoch, noch etwas zu Irland zu schreiben, zu den gesamten Gegebenheiten.

 

Gebucht haben wir die Reise über die Fa. Schnieder Reisen in Hamburg. (https://www.schnieder-reisen.de/reiseart/reise/emerald-ireland-faehranreise-emerald-ireland/)

Los gefahren am Dienstag vor zwei Wochen, zunächst bis Amsterdam, dort in Ijmuiden auf die Fähre und über Nacht nach Newcastle Upon Tyne. Von Newcastle ging es direkt weiter nach Südschottland, Dumfries, dort eine Hotel- Übernachtung und am nächsten Tag weiter nach Cairnyran, um dort die Fähre über die Irische See nach Belfast zu bekommen. War alles ganz locker, nur auf dem Weg nach Cairnryan, wir lagen eigentlich sehr gut in der Zeit, ist es zu einem kleinen faughtpas gekommen. Wir haben einen ordentlichen Umweg eingelegt, und als ich es merkte, war es schon fast zu spät. Es blieb noch eine Stunde für einen Weg von etwa 45 Milen. Nun, also Gasgriff drehen, dabei die gültige Höchstgeschwindigkeit beachten und durch. Wir haben es geschafft, aber man, das war eine Fahrt.....

Von Belfast ging es dann ab Mittag weiter, hoch in den Norden Irlands. Nach Bushmills, am Giants Causeway. Irre Gegend dort, aber auch der Weg über die Antrims Coast Road, einfach nur beeindruckend. Und abends, nach dem Essen haben wir uns dann den Causeway gegönnt. Zu Fuss, aber der "Spaziergang" hat sich voll gelohnt.

Bereits am nächsten Tag haben wir dann Nordirland wieder verlassen. Über Londonderry/Derry durchs County Donegal in die Stadt Donegal. Dabei wäre ich fast bekloppt geworden. Für die Tour war eine Regionalstrassse ausgewählt, aber die wurde dann so schmal, war derartig kaputt, dass die erlaubte 80km/h Höchstgeschwindigkeit ein ewiger Wunschtraum blieben. Selbst 40 grenzte teilweise an einen Suizidversuch. Beglückwünscht haben wir uns zu unserer Entscheidung, den Abstecher nach Malin Head (nördlichster Punkt Irlands) fallen zu lassen. Es war unsere einzige Tour, bei der wir am Ende nicht alles gesehen haben, was sehenswert gewesen wäre. Ein gewisser Frust kommt da schon hoch. Es waren doch nur 270 Tageskilometer....

An den nächsten Tagen dann ging es weiter, der Küste folgend nach Süden. Über Westport und Galway weiter nach Tarbert. Im Connemara, im County Galway hatten wir dann das Vergnügen eines bewölkten und kühlen Vormittags. Und auch die ersten, aber beileibe nicht die letzten Schafe auf der Strasse. Durch den Burren ging es nach Tarbert, ein Ort, in dem ich auch heute noch nicht tot als Hund übern Zaun hängen möchte. Warm war es wieder, der Schweiß lief in die Stiefel hinab. Aber in Tarbert hatten wir das angenehmste von allen Bed & Breakfast, das Keldun House von Inhaberin Beatrice. Wirklich sehr schön, sehr angenehm. Und Beatrice war eine richtig dankbare Gastgeberin. Wer jemals Tarbert auf seiner Reiseroute hat, sollte unbedingt dort im Keldun House nächtigen.

Die nächste Station, diesmal für zwei Nächte, auch das Einzige Mal für zwei Übernachtungen, war dann Kenmare. An unserem nächsten Tag haben wir dann den Ring of Kerry, jene berühmt- berüchtigte Küsten Panorama Strassse unter die Räder genommen. So wie empfohlen fuhren wir entgegen dem Uhrzeigersinn, und was soll ich sagen: es war ruhig, fast schon leer. Nach allem was wir über diesen Ring gehört hatten, haben wir an so viel Glück schon gar nicht mehr glauben können. Und es hat sich gelohnt, der gesamte Ring, incl. Abstecher über die Skellig Coast Road, bis hin zur Brücke nach Valentia Island.

Von hier an begann unsere Rückreise. Über Killkenny und durch die Wicklow Mountains (beeindruckend diese Berge) nach Dublin und von hier aus mit der Fähre nach Hoylhead/Wales. Durch England (Yorkshire Dales) nach Newcasle und von hier aus per Schiff nach Amsterdam. Der Horror, links fahren zu müssen hatte hier endlich ein Ende.

 

Manfred

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Hallo Manfred,

 

das habt ihr beide aber eine schöne Reise gehabt. Sonne, schöne Natur und viel gesehen. Freut mich das es euch gefallen hat. Da bin ich mal auf die Bilder gespannt.

 

Das dir das mit jeden Tag immer weiter nicht so richtig gefallen hat, bedeutet das, das du bei dem Anbieter nicht mehr buchen wirst?

 

Gruß Andreas

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Hallo,

 

eine wunderbare Reise habt ihr da erlebt.

Und dann noch bei so einem tollen Wetter.

Ja, man muss sich schon entscheiden.

Tag für Tag einen Unterkunfts-Wechsel und Kilometer machen oder gemütlicher die Umgebung erkunden.

Schön kann aber beides sein.

Wie viele Kilometer sind es denn letztendlich geworden?

 

Gruß

Jochen

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Hi Jochen,

 

alles in allem sind es runde 3700km geworden, incl. der An- und Abfahrt zum Fährhafen nach Amsterdam/Ijmuiden.

Sorry, das ich erst jetzt antworte, hatte deine Frage irgendwie übersehen.

Relativ häufige Unterkunftswechsel machen wir ja eigentlich immer. Aber wenn ich mir vorstelle, es hätte da des öfteren oder gar täglich geregnet, ich wäre affig geworden. Alleine durch den Glenveigh- Nationalpark, im County Donegal,

auf den dortigen "Regionalstrassen" (eigentlich vergleichbar, was die kategorie angeht, mit unseren Landesstrassen) das war so schon echte Arbeit, die Karre dort in der Spur zu halten. Wären die Strassen zusätzlich nass, oder gar "unter" Wasser gewesen, ne Danke, bin schon froh das es uns das Wasser nur in die Stiefel getrieben hat.

 

Manfred

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Moin,

 

nur mal so:

Bild hierunter ist auf der Rückfahrt vom Heck der Fähre aufgenommen. Geht eigentlich um den Sonnenuntergang, aber man sieht auch sehr gut, wie ruhig die Nordsee war:

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