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CPE

Cali 1100 PI wird zum Cafe Racer

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Hallo Guzzitreiber ,

 

an dieser Stelle wollte ich mal meinen Umbau vorstellen , an dem ich schon seit ca. 2 Jahren arbeite.

Dafür habe ich meine Cali PI geschlachtet . Basis wird ein 850 T5 Rahmen von 1986 . Diese Basis gewährt sehr viel mehr Spielraum , als es ein 2004er Rahmen je könnte.

Von der Cali übernehme ich den Motor , die Einspritzung samt Kabelbaum , Benzinpumpe , Endantrieb - fertig .

 

Da ich hier das volle Programm abspule , d.h. es bleibt kein Stein auf dem anderen , beginne ich mal mit dem Rahmen . Dieser hat seinen kompletten

Hinterbau verloren , wurde von mir verstärkt ( umgeschweißt ) und hat eine Aufnahme für ein Zentralfederbein bekommen.

Im Vorfeld habe ich im CAD eine Fahrwerkssimulation angefertigt um zu sehen , ob das Vorhaben überhaupt tragfähig ist.

Ich hoffe euch wird mein Bericht gefallen , obwohl mir bewusst ist , dass nicht jeder eine derartige Umbauorgie gut heißt .

 

k-img_246270u6f.jpg

 

 

k-img_2492xlrsz.jpg

 

 

Der Rahmen bekommt noch eine Stützstrebe , welche von der Federbeinaufnahme auf die Getriebegrundplatte geht.

 

Als Schwinge kommt zum Einsatz eine 3-D Rohrschwinge , welche mir die Firma Zoccolettoria nach meinen Wünschen gefertigt hat.

 

k-img_28764crmp.jpg

 

Das Federbein ist von YSS und ebenfalls nach meinen Wünschen von Franz Racing individuell zusammengebaut.

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Die Räder stammen aus Japan , Marke Enkei . Hinten einseitig verbreitert auf 6x17 , damit der spezielle Mitnehmer samt Endantrieb fluchten und später auch

in der Spur laufen. Kardanwelle frei mit zwei Gelenken .

 

Auf dem nachfolgenden Bild seht ihr die Schwinge , Hinterrad , Federbein und Kardan schon komplett zusammengebaut. Ebenfalls schon fertig die Fussrastenanlagen.

Da habe ich ABM Universalteile genommen , Griso Pumpe , sowie Adapterplatten , welche ich im CAD gezeichnet habe und dann auslasern ließ.

 

k-img_2966nlq9o.jpg

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Posted (edited)

Junge Junge, das sieht ja beeindruckend aus. nehme mal an, Du bist vom Fach? Hast Du denn vor, deiner Bella auch den Segen des TÜV verpassen zu lassen? Nach Aussage von Ingo von Mandelo Cycles, der sich auch schon ziemlich in dieser Art Customizing hervorgetan hat, soll das ja mittlerweile schon fast unerschwinglich wenn nicht gar unmöglich sein in Deutschland.

 

Bin jedenfalls gespannt, wie's weitergeht. Viel Erfolg!

 

wünscht Jan

Edited by 850-T3

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Also bei uns prüft die DEKRA und mein Prüfer war schon da und hat den Rohbau bereits abgenommen.

Alle hier gezeigten / noch zu zeigenden Umbauten sind genau so abgenommen. Von daher erst mal grünes Licht ...

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Servus CPE,

 

die Ideen und Vorgangsweisen sind ja wie bei einer Profischmiede, sieht nach hoher Ingenieurskunst aus und wirkt sehr solide - Kompliment!! Ich wünsche dir weiterhin gutes Gelingen!

 

LG Peter

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Ich möchte noch etwas weiter berichten ...

 

Habe dem Cali Motor die Ölwanne samt Thermostat von der V11 spendiert . Das hat den Vorteil , dass die Thermik auf Grund der

Öltemperaturregelung über den Ölkühler schön stabil bleibt und weiterhin nun sehr einfach die Möglichkeit besteht , die Ölrücklaufleitung

vom Ölabscheider direkt unten in die Ölwanne einzubinden.

Der Ölkühler ist von Setrap und entspricht etwa dem V11 Pendant.

 

k-img_26254oso5.jpg

 

 

Hier habe ich den Edelstahl-Ölabscheider von Radical-Guzzi verbaut. Das obere Rahmenrohr war mir zu rostig. Den Abscheider habe ich

noch modifiziert , da dieser nun nicht nur die Gehäuseentlüftung aufnimmt , sondern auch die beiden Anschlüsse von den Köpfen.

Ich habe sozusagen die gesamte Motorentlüftung umgekrempelt.

Auf nachfolgendem Bild auch zu sehen - der Benzinfilter . Dieser musste von innen nach außen weichen . Im Alutank war schlicht zu wenig Platz.

 

k-img_3212ooui0.jpg

 

 

Hier haben wir den Heckrahmen mit Platz für das Steuergerät und einer montierten Aluschale , in welcher die Batterie , sowie die M-Unit2 und

noch weitere Kabelage vergraben werden.

 

k-imag0815iou38.jpg

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Servus CPE,

 

die Ideen und Vorgangsweisen sind ja wie bei einer Profischmiede, sieht nach hoher Ingenieurskunst aus und wirkt sehr solide - Kompliment!! Ich wünsche dir weiterhin gutes Gelingen!

 

LG Peter

 

Vielen Dank ! Ich hoffe ihr habt Spaß an meinem Bericht ...

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Hallo

 

Mein lieber Herr Gesangsverein! Das sieht wirklich beeindruckend aus. Privatprofi wollte ich auch schon immer sein. Leider fehlt mir die Zeit dazu. Und am Können mangelt es auch.

Bin gespannt auf das Endergebnis!

 

Gruess, Ingo

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An der Front war die Sache nicht minder kompliziert. Für eine vernünftige Vorderradführung benötigt man bei den Rahmen mit langem Lenkkopf

recht lange Gabeln . 78cm ist hier das Minimum. Allerdings ist die Auswahl hier eher bescheiden. Ich habe mich für eine Aprilia RSV 1000 USD Gabel

entschieden , welcher aber Länge fehlt. Dies wurde mit einer speziellen gekröpften oberen Gabelbrücke ausgeglichen. ( 30 mm ) Das Joch stammt

aus der Cali , die beiden Brücken sind nach meiner 3D Zeichnung aus AL7075 gefräst worden.

 

k-img_28777wos0.jpg

 

 

Zusammengebaut sieht das dann so aus . Die Bremsanlage stammt ebenfalls aus der Aprilia .

 

k-img_2882dvpcw.jpg

 

Hinweis zum Heckrahmen :

Nein , dieser steht nicht zu steil. Und nein , man sitzt später nicht irgendwie schräg. Das täuscht alles auf dem Bild . Ihr werdet es sehen , versprochen.

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Donnerwetter, da schlägt das (insbesondere mein) Ingenieurherz höher! Mal so richtig aus dem Vollen schöpfen und sein eigenes Ding machen, meinen allerhöchsten Respekt. Du bist offensichtlich gut vernetzt, denn was Du Dir so an selbst entworfenen Teilen nach Maßgabe anfertigen lässt, das macht ja auch nicht jeder Betrieb mal so eben nebenbei.

 

Ich bin gespannt auf das Endergebnis, den Mund hast Du uns jedenfalls wässrig gemacht!

 

Guten Fortgang und beste Grüße,

 

Andreas

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Also ich muss sagen , dass Frästeile das größte Problem darstellen. Selbst wenn man STEP Dateien hat , will keiner mit Stückzahl 1 in die Gänge kommen. Da muss man suchen.

Was die Schweißerei betrifft , das mach selber . Gut , die Schwinge wurde bestellt . Muss auch , denn dafür gibt es dann auch ein Gutachten. Drehteile mach ich alle selber , da

steht zum Glück was in meiner Werkstatt rum ...

Bei den Laserteilen ist es wieder sehr einfach. Man liefert eine dwg Datei und die Firmen müssen nur den Datensatz einlesen und die Info an die Maschine geben. Diese Teile sind

dann auch recht preiswert.

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So , nun hier der erste Rohbaueindruck.

Der Alutank ist eine Sonderanfertigung mit Flugzeugverschluss und Flansch für die Benzinpumpe. Solch schöne Alukunst fertigt nach eigenen Wünschen

Uwe Thoss aus Neukirchen bei Chemnitz . Der Höcker stammt von der Firma "Böse Moppetz" und wurde modifiziert.

Die Sitzhöhe ohne Polster liegt bei ca. 82-83 cm . Der Abstand Oberkante Fußraste zu Oberkante GFK Sitzfläche beträgt ca. 45-46 cm . Mit Polster werden

es dann 2-3 cm mehr. Passt perfekt für größere Leute und bringt eine schöne fahraktive Sitzposition .

Wie ihr sehen könnt , ich bin kein Fan von Höckern , welche knapp über dem Hinterrad schleifen . Hätte ich nicht auf Zentralfederbein umgebaut , wäre es

so nicht gegangen.

 

k-imag0788dgujv.jpg

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Posted (edited)

Hallo CPE,

 

Hut ab vor deinem Umbau, sieht sehr gut und stimmig aus !!!

Aber ich würde das eher als ein Superbike-Umbau bezeichnen :rolleyes:

 

Das soll natürlich Dein Können nicht schmälern !

Edited by Gastone

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Ja , vielen Dank !

Sicher , man könnte dem Umbau vielerlei Bezeichnung verpassen. Cafe fighter würde wohl auch zutreffen. Letztlich egal denke ich .

Ist halt ein Mix aus klassischen Elementen und modernen Komponenten .

Ich wollte halt mal was machen , was man so eher selten sieht. Dabei denke ich vor allem an die Änderungen des Rahmens und des

dazugehörigen Heckrahmens.

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Das ist schon ein tolles Mopped was Du dir da baust.

Da hast Du dann ein Einzelstück, was mit Sicherheit so einige bestaunen werden !

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Nach dem Rohbau musste ich mich ja mal irgendwann mit dem Thema Elektrik beschäftigen.

Wie schon geschrieben bleibt der Einspritzkabelbaum erhalten , jedoch die restliche Verkabelung habe ich komplett

neu erdacht und mit der Motogadget M-Unit2 in das Fahrzeug integriert.

Als Batterie kommt ein LiFePo4 Akku von Aliant , Serie YLP zum Einsatz. Sehr kompakt , sehr leicht und Leistungsstark

wie ein 18 Ah Blei Akku. der Regler ist von Elektronik Sachse .

 

k-img_3391rjs4i.jpg

 

 

So sitzt dann die Batterie in einer extra Schale unterm Höcker.

 

k-img_33907asad.jpg

 

 

Der Scheinwerfer hat auch ein schickes Frästeil als Halter bekommen , Die Gabel Cover-rohre und der Ölkühler Halter für die

vorderen Blinker.

 

k-20180428_160642wlpau.jpg

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Ich würde mir schon mal ´nen coolen Namen für das Bike ausdenken :cool:

 

Wenn´s soweit ist - bitte mal einen Soundfile oder ein Youtube-Video posten. (Bittebittebitte) :)

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Fertigstellung ist für den Herbst geplant . ( endlich )

Derzeit habe ich alles wieder zerlegt . Am kommenden Montag bringe ich die Teile dann zum Lackierer / Pulverer.

De Motor kommt zu MTS Ricambi.

Dort wird folgendes gemacht :

- Komplettzerlegung , Glasperlenstrahlen , Verschleißteile prüfen

- Kopfbearbeitung

- Umbau PI auf konventionelle Ventilbetätigung

- Doppelzündung

- Drehmonentnocke

- Getriebe zerlegen , strahlen , distanzieren

- Verstärkte Steuerkette und Spanner einbauen

- Steuergerät umprogrammieren

 

Die kleinen Ventile und Drosselklappen bleiben erhalten . Ebenso verzichte ich bewusst auf

das Wuchten der Kurbelwelle , wobei jedoch die Lager alle neu kommen .

Ich möchte den Charakter des Tourers erhalten , nur eben auf höherem Niveau.

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Hallo CPE

 

Ich bin schwer beeindruckt von Deinem Tatendrang und der Umsetzung. Sieht wirklich, bitte verzeiht, geil! aus. Viel Herzblut und Ideen. Viel Recherche und Initiative. Wenn dann alles noch mit dem Segen der Prüfstelle auf die Strasse darf, kannst Du zu Recht Stolz sein auf dein Einzelstück.

Ich würde auch gern soviel machen. Immer wenn ich vor meiner kleinen Breva stehe, sehe ich auch einen kleinen agilen Cafe-Racer. Zwar ohne sagenhaft viel Mumm. Aber die Linie ist irgendwie schon da. Nur die Möglichkeiten fehlen halt. Und in der Schweiz sind solche Umbauten nur schwer realisierbar, wenn der Prüfer für die Abnahme nicht gerade ein alter Kumpel ist. Das geht hier finanziell in den hohen 5-stelligen Bereich. Also völlig absurd.

 

Viel Spass und unbeschwerte Kilometer mit der Schönheit!! Welche Farbe bekommt sie? Oder er ;) ?

Gruess, Ingo

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Von der ersten Computeranimation bis zum Start sind ca. 12 Monate ins Land gegangen. Ich habe dann meine Extravaganzen schon

im Vorfeld mit der DEKRA besprochen. Wäre schlecht , wenn man baut und baut und der Prüfer sagt dann "...kannste vergessen ..."

Nun stand von Anfang an das Thema Lenkkopfwinkel , Nachlauf , Offset , Radstand , Länge der Schwinge und deren Anstellwinkel

im Raum . Das hat mir echt fast den Kopf zerbrochen.

Allerdings schied der Umbau des Lenkkopfs gleich aus , da hier die DEKRA nein gesagt hat. Ich weiß , Dynotec macht das . Begründet

wird das mit den modernen Fahrwerkskomponenten und Radgrößen . Nun da hat Dynotec Recht .

Aber , ich habe es mit den entsprechenden Überlegungen auch zu 63,5 ° Lenkkopfwinkel bei einem Nachlauf von 104mm

gebracht. ( Guzzi original 62° )

... und was soll ich sagen , die Guzzi fährt sich damit ziemlich gut .

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Heute geht es erst mal heckwärts weiter. Habe eine entsprechende Unterplatte aus Alu passgenau so ausgesägt , dass sie schön die

Schale im Heckrahmen umschließt. Im GFK sitzen entsprechende Einziehmuttern. Die Schale nimmt auch den Ausleger für den

Kennzeichenhalter auf. Die Kabel liegen in einem Rohr versteckt .

Man kann somit den Höcker abnehmen , ohne irgend ein Teil Elektrik vorher umständlich abzustöpseln ...

 

 

k-20180501_154949_001wksii.jpg

 

k-20180501_154920ryrgk.jpg

 

Da der Höcker noch vor der Radachse endet , musste ich das Kennzeichen etwas weiter hinten ansetzen , damit hier alles passt.

Ob es so bleibt , muss ich mal sehen .

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Fehlen noch die Stützräder - wär' doch 'ne Katastrophe, damit umzukippen!

RRR wie Riesenrespekt von Ralf

Besten Gruß und von Herzen weiterhin viel Erfolg

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Danke , danke Ralf ......

 

Hab noch ein bisschen was von der Front für euch :

Anbauteile alle ABM , Instrument Acewell . Ein schönes Teil . Super auch , dass Acewell einen elektronischen Tachowellenadapter

anbietet , welcher direkt am Getriebe passt. Der DZM Anschluss kann das originale Signal vom Guzzi - Kabelbaum verwerten.

 

k-20180421_1827040srqg.jpg

 

Schwierigkeiten hat der Thermistor für die Tankwarnleuchte gemacht. Da hab ich echt lange überlegt. Einfach mit Widerständen experimentieren

ist da nicht. Habe mir eine Relais-Schaltung einfallen lassen . Letztlich schaltet der Thermistor über das Relais die Masse für die Benzin

Kontrollleuchte.

 

 

Hier der Schaltplan dazu :

 

k-20180526_161504urphg.jpg

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